Am 30. Mai treffen mit der Geigerin Elisabeth Kufferath und dem Komponisten und Pianisten Moritz Eggert zwei Künstlerpersönlichkeiten aufeinander, die das Spannungsfeld zwischen klassischem Kanon und Gegenwartsmusik seit Jahren prägen. Das Konzert „Klangbilder 6“ im Sprengel Museum Hannover entfaltet dabei kein klassisches Nebeneinander von Repertoire und Neuer Musik, sondern einen bewusst gesetzten Dialog: Ludwig van Beethoven wird aus heutiger Perspektive gehört, gespiegelt und weitergedacht.
Im Zentrum steht Beethovens Sonate A-Dur op. 30/1, flankiert von Werken Moritz Eggerts, die sich auf eigenwillige Weise mit Beethoven auseinandersetzen – mal als Hommage, mal als bewusste Abweichung. Ergänzt wird das Programm durch Musik von George Antheil, dessen radikale Klangsprache und mechanistische Energie eine zusätzliche historische Perspektive eröffnen. So entsteht ein vielschichtiges Konzert, das weniger chronologisch als gedanklich funktioniert und Verbindungen zwischen Epochen hörbar macht.
Elisabeth Kufferath zählt zu den profiliertesten deutschen Geigerinnen ihrer Generation und ist international sowohl als Solistin als auch als Kammermusikerin präsent, unter anderem als langjähriges Mitglied des Tetzlaff Quartetts. Ihr künstlerisches Profil verbindet interpretatorische Präzision mit einer ausgeprägten Offenheit für zeitgenössische Musik. Moritz Eggert gehört zu den markantesten Stimmen der aktuellen Komponistenszene; seine Werke sind geprägt von Virtuosität, Witz und konzeptioneller Schärfe, zugleich ist er als Pianist ein überzeugender Vermittler seiner eigenen Musik.
Ein künstlerischer Impuls des Kurators Stefan Gronert rahmt das Konzert und erweitert es um eine visuelle bzw. kontextuelle Perspektive.