Sonstiges

Wandelkonzerte: Stimmen der Stadt

In Hannover erklingen am Abend des 6. Juni die Stimmen der Stadt: In Museen, Kunstvereinen und Kirchen entfalten sich vielfarbige Klangwelten, präsentiert von den großen Chören Hannovers und dem Lichtkünstler Franz Betz.

Das Programm dieser musikalischen Reise spannt einen weiten Bogen durch mehr als acht Jahrhunderte Musikgeschichte – von den klanggewaltigen Anfängen der Mehrstimmigkeit bei Pérotin und Ockeghem über Renaissance und Barock bis hin zu romantischen Klangwelten und den Ausdrucksformen von Moderne und Gegenwart. Spirituell, romantisch, experimentell: All diese Klangsprachen stehen hier gleichberechtigt nebeneinander. Es entsteht ein Mosaik aus Stilen, Ästhetiken und kulturellen Perspektiven, das die zeitlose Kraft der menschlichen Stimme feiert. 

Stimmen der Stadt ist ein gemeinsames Projekt der KunstFestSpiele, dem Kulturbüro Hannover und der Nacht der Museen und lädt das Publikum ein, sich von Konzert zu Konzert durch die Stadt treiben zu lassen. Individuell oder auf zwei geführten Routen. Die Wege zwischen den Spielorten erlauben ein bewusstes Atemholen, einen Übergang, ein Innehalten zwischen den unterschiedlichen Klangräumen. Den Abschluss des Abends bildet ein gemeinsames Finale in der Marktkirche, in dem sich die Chöre zusammenschließen und den Raum u.a. mit Thomas Tallis' „Spem in alium“ und Johannes Ockeghems „Deo gratia“ in ein schwebendes, vielstimmiges Klangerlebnis verwandeln. 

Mit dabei sind Werke von David Lang, Giovanni Pierluigi da Palestrina, Pérotin, Antoine Brumel, Paul Gerhardt, Johannes Brahms, Johann Sebastian Bach, Maurice Duruflé, Oliver Messiaen, John Cage, Benjamin Britten, Jacob Collier, Peter Cornelius, Thomas Tallis, Johannes Ockeghem u.v.m.

Alle Konzerte sind komplett oder einzeln erlebbar. 
Dauer: ca. 30 min an jeder Station

Walk 1 

  • Sprengel Museum: Mädchenchor 18:00, auch 19:00, 20:00, 21:00 Uhr
    Kompositionen von David Lang, Maria Kõrvits, Martin Smolka, die sich zu einem Programm zwischen zeitgenössisch-minimalistischen Werken und schillernden Klangfarben verbinden.
  • Landesmuseum: Collegium Vocale 19:00, auch 20:00, 21:00 Uhr
    Spirituelle Wege der Renaissance treffen auf die Moderne mit Musik von Beat Furrer, Jakobus de Kerle und Joby Talbot (Path of Miracles). Es entwickeln sich Klanglinien, die im Raum des Landsmuseums wie durch Licht wandern.
  • Neustädter Kirche: Junges Vokalensemble 20:00, auch 19:00, 21:00 Uhr
    Ein kraftvolles Programm mit Chorwerken von Pérotin, Giovanni Pierluigi da Palestrina, Vaclovas Augustinas, Kai Leung, Raymond Murray Schafer, Ārijs Šķepasts sowie Luke Byrne und William Barton. Ein Panorama weltumspannender alter und neuer Stimmkulturen
  • Basilika St. Clemens: Knabenchor 21:00, auch 19:00, 20:00 Uhr
    Farbenreiche „Klangfelder“ aus fünf Jahrhunderten präsentiert der Knabenchor Hannover – von den Lamentationes Jeremiae Prophetae des Renaissance-Meisters Antoine Brumel spannen sie den Bogen über Motetten von Johann Hermann Schein, innigen Abendliedern in Bearbeitungen nach Johann Sebastian Bach und Johannes Brahms bis zur Uraufführung Rift von Dominik J. Dieterle sowie Werken von Stephen Paulus und Maurice Duruflés.

Walk 2 

  • Kestner Gesellschaft: Norddeutscher Figuralchor 18:00, auch 19:00, 20:00, 21:00 Uhr
    Mit Olivier Messiaens Cinq Rechants, einem der expressivsten Chorwerke des 20. Jahrhunderts startet der zweite Walk. Es gilt als ein leuchtendes, fast malerisches Klangwerk, das nun inmitten dieser Hannoveraner Institution für zeitgenössische Kunst erklingt. Ergänzt wird das Programm durch Messiaens Motette O sacrum convivium, ein frühes, von tiefer Spiritualität durchdrungenes Werk, das mit schwebenden Harmonien und stiller Intensität einen kontemplativen Gegenpol zu den ekstatischen Klangfarben der Cinq Rechants bildet. 
  • Kreuzkirche: Johannes-Brahms-Chor 19:00, auch 20:00, 21:00 Uhr
    Ein abwechslungsreiches Programm aus Romantik, geistlicher Tiefe und impressionistischen Klangfarben! Werke von Johannes Brahms, Benjamin Britten und Alfred Koerppen spannen einen Bogen von inniger Volksliednähe bis zu spiritueller Ausdruckskraft. Den farbenreichen Abschluss bildet Claude Debussys Dieu! qu’il la fait bon regarder.
  • Marktkirche: Bachchor 20:00, auch 19:00, 21:00 Uhr
    Meditative Klangräume zwischen Tradition und Gegenwart: Gregorianische Linien des Agnus Dei eröffnen den Abend und treten in einen Dialog mit zeitgenössischen Deutungen. Werke von Alwin Michael Schronen, John Cage und John Tavener entfalten dabei unterschiedliche Formen klanglicher Reduktion und spiritueller Versenkung. Mit dem Agnus Dei aus der doppelchörigen Messe von Frank Martin – dessen Entstehung sich zum 100. Mal jährt – findet das Programm einen eindrucksvollen Höhepunkt zwischen archaischer Schlichtheit und expressiver Klangfülle.
  • Kunstverein: Vivid Voices 21:00, auch 19:00, 20:00 Uhr
    Mitreißende Improvisationen, freie Stimmfelder, Circle Songs, experimentelle Klänge – inspiriertes Musizieren sowie neue Verbindungen von Chor und Publikum. Ein einladendes Labor der Gegenwart

Finale

  • Marktkirche: Finale mit allen Chören 22:30 Uhr
    Den glanzvollen Abschluss des Abends bildet das gemeinsame Konzert aller beteiligten Chöre – ein eindrucksvolles Erlebnis von Klang, Raum und Gemeinschaft.  Als Höhepunkt dieser Chornacht erklingt eine äußerst rare Live-Aufführung: Thomas Tallis’ monumentale 40-stimmige Motette Spem in alium. Diesen Auftakt des Abschlusskonzertes gestalten der Figuralchor und das Collegium Vocale mit diesem Meisterwerk aus dem Jahr 1570. Im Kreis verteilt entsteht so für das Publikum ein überwältigender, räumlich erfahrbarer Renaissance-Klang. Dieses berühmte Renaissance-Werk ist während der KunstFestSpiele in der barocken Galerie in Herrenhausen auch als faszinierende 40-Kanal-Klanginstallation der kanadischen Künstlerin Janet Cardiff zu erleben!
    Im weiteren Verlauf präsentieren sich die Chöre einzeln im Raum verteilt mit charakteristischen Beiträgen: Der Bachchor mit Cantate Domino von Claudio Monteverdi, der Knabenchor mit Die Nacht von Franz Schubert, der Mädchenchor mit Zwei Beter von Avo Pärt, der Johannes-Brahms-Brahms-Chor mit Brittens Rosa Mystica, Vivid Voices mit Enjoy the Silence von Martin L. Gore im Arrangement von Eric Whitacre sowie das Junge Vokalensemble mit Let Me Fly von Robert De Cormier.Den prächtigen Abschluss gestalten alle Chöre gemeinsam mit Deo gratia à 36 von Johannes Ockeghem unter der Leitung von Christian Rohrbach. Ein beeindruckendes Zeichen der lebendigen Chorgemeinschaft in Hannover.

Tickets

Tickets gibt es online über die Seite der Nacht der Museen Hannover. Kinder bis zu 14 Jahren und HannoverAktivPass Inhaber haben freien Eintritt.

Wandelkonzerte: Stimmen der Stadt

Hauptveranstaltung

Termine

06.06.2026 ab 18:00 Uhr

Regulär

7 €

Preise ggf. zzgl. Gebühren.
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