Am 9. November 1938 erreicht die Judenverfolgung im nationalsozialistischen Deutschland eine neue Dimension: SA, SS und andere NS-Organisationen misshandeln, verhaften und töten tausende jüdische Bürgerinnen und Bürger. Ihre Geschäfte und Wohnungen werden geplündert und verwüstet. Im ganzen Land brennen unzählige Synagogen und Betstuben. Die Novemberpogrome markierten den Übergang von der Diskriminierung und Ausgrenzung der jüdischen Bevölkerung zur offenen, staatlich organisierten Gewalt: Sie waren ein entscheidender Schritt auf dem Weg zum beispiellosen Menschheitsverbrechen der Shoah, der Ermordung von sechs Millionen Jüdinnen und Juden in Europa.
Auch die Neue Synagoge Hannover wurde in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 von SS-Kommandos in Brand gesteckt und in den Folgetagen komplett zerstört. Am Montag, 9. November 2026, macht das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur die Neue Synagoge Hannover wieder sichtbar: Mit Einbruch der Dämmerung erscheint eine Projektion der Synagoge am Ministeriumsgebäude am Leineufer. Interessierte sind herzlich eingeladen, vorbeizukommen und die Bildprojektionen der digital rekonstruierten Synagoge zu betrachten. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Projektion ist die ganze Nacht über an der Längsseite des Ministeriumsgebäudes zu sehen.
Damit beteiligt sich das Ministerium am Projekt #WeRemember des World Jewish Congress in Kooperation mit dem Zentralrat der Juden in Deutschland. Außer der Neuen Synagoge in Hannover werden am 9. November auch in Berlin (Jüdisches Gemeindehaus Fasanenstraße), München (Kaufhaus Oberpollinger) und Frankfurt am Main (Hochbunker an der Friedberger Anlage) Projektionen rekonstruierter Synagogen zu sehen sein.