Noch heute weckt der Große Garten von Schloss Herrenhausen unsere Fantasie. Versprüht er doch noch immer französisches Flair, italienische Eleganz und den geistreichen Esprit der Barockzeit. Schon vor 350 Jahren ließ es sich zwischen den geometrischen Buchsbaumhecken trefflich philosophieren: Der Philosoph Leibniz und die gebildete und scharfsinnige Kurfürstin Sophie plauderten persönlich und auf Augenhöhe. Diskutiert wurde, was uns heute immer noch bewegt: Der Blick vom Kleinsten auf das große Ganze. Leibniz entwickelte aus diesen Gesprächen seine Metaphysik. Er fand eine Synthese aus den Erkenntnissen der Naturwissenschaft seiner Zeit und der Idee von einem Schöpfergott.
Eindrucksvoll bildete Leibniz eine Schnittstelle zwischen Naturwissenschaft, Politik, Philosophie und Theologie. Das Faszinierende ist die große Komplexität seines Denkens und sein Anspruch, das Leben, die Welt, das Universum und unsere Wirklichkeit vollständig und umfassend – also im Ganzen – zu erfassen. Welche neuen Denkräume am Rande unseres Erkenntnishorizontes eröffnen uns seine Schriften noch heute? Antworten auf diese Frage suchen Leibniz-Forscherin und Historikerin Dr. Ariane Walsdorf und Prof. Dr. Horst Bredekamp bei der Herrenhäuser Herrenhausen Matinée mit dem Titel "Vom „großen Parterre“ zur „kleinsten, unteilbaren Einheit“ – Leibniz, Herrenhausen und die Philosophie der Blätter" am 20. September im Tagungszentrum Schloss Herrenhausen.
Moderation und Einführung
Dr. Wilhelm Krull, ehemaliger Generalsekretär der VolkswagenStiftung
Vorträge
Leibniz und die Formkraft der Natur und Kunst
Prof. Dr. Horst Bredekamp, Arbeitsstelle Journalistik, Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin
Leibniz und die Entdeckung der Mikrobiologie
Dr. Ariane Walsdorf, Leibniz-Forscherin und Historikerin, Hannover