Rund fünf Liter Blut strömen durch die Blutbahnen eines erwachsenen Menschen. Es versorgt jeden Winkel des Organismus mit Sauerstoff, Nährstoffen, Hormonen und Immunzellen. Das ist lebenswichtig.
Fehlt dieses Blut im Körper oder ist selbst schadhaft, muss frisches, gesundes Blut von außen zugeführt werden. Darum hat sich um die künstliche Blutversorgung ein ganzes Netzwerk aus Medizin, Technologie und Logistik gebildet. Die Herausforderungen sind erheblich, denn Blut ist keine homogene chemische Substanz, sondern ein flüssiges Gewebe aus lebenden Zellen und einer komplexen extrazellulären Matrix.
Blutspendedienste, Aufbereitung, Konservierung, Lagerung und Distribution sind die Glieder einer transfusionsmedizinischen Versorgungskette, die daher so alternativlos lebensrettend ist, weil bislang noch kein Kunstblut erfunden wurde.
Kai Höltje ist technischer Leiter bei Octapharma in Springe. Das Schweizer Unternehmen stellt Plasmaprodukte für die therapeutischen Einsatzfelder Hämophilie, Immunologie und Intensivmedizin her.
Marc Müller ist Oberingenieur am Institut für Mehrphasenprozesse der LUH. Das Institut forscht an der Schnittstelle von Medizin und Ingenieurwissenschaften und entwickelt u.a. Verfahren zur Kryokonservierung von Zelllinien und Organismen.
Der Technik-Salon ist ein Kulturpodium für Technik an der Leibniz Universität Hannover. Seine rund zwanzig Veranstaltungen im Jahr eröffnen vielfältige Blicke auf Technik in Wissenschaft und Forschung, Wirtschaft und Gesellschaft, Kunst und Kultur, Arbeit und Freizeit, Geschichte, Gegenwart und Zukunft. Die Veranstaltungen sind öffentlich und wenden sich auch das interessierte Stadtpublikum. Eine Voranmeldung ist - außer zu Exkursionen und Besichtigungen - nicht erforderlich. Getragen wird der Technik-Salon von der Leibniz Universität und deren ingenieurwissenschaftlichen Fakultäten, von einer Reihe von Kooperationspartnern und einem Förderverein.