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Beruf mit Zukunft: Schornsteinfeger

Berufsbild Schornsteinfeger/ Schornsteinfegerin

Das Handwerk des Schornsteinfegers verbindet beides miteinander: den Traditionsberuf und eine moderne vielseitige Tätigkeit. Die Region Hannover stellt in lockerer Folge Ausbildungsberufe vor.

 

Schornsteinfeger bringen Glück – eines von vielen Berufsklischees. Allerdings sind die Zeiten, in denen rußbeschmierte Männer bei Wind und Wetter auf den Dächern die Schlote reinigten, lange vorbei. Heute machen Reinigungsarbeiten nur noch ein Drittel aller Aufgaben aus. Die übrige Zeit verbringen Schonsteinfeger mit Emissionsmessungen, Sicherheitsüberprüfungen und Kundenberatung. Sie sind Handwerker, Prüfer und Berater zugleich. Angehende Schornsteinfeger sollten nicht nur körperlich fit sein, sondern auch ein großes Interesse an Technik, Mathematik, Physik, Chemie und Fragen des Umweltschutzes haben.

Ausgebildet wird in den Meisterbetrieben der durch das „Schornsteinfegergesetz“ festgelegten Kehrbezirke. Ein bestimmter Schulabschluss ist offiziell nicht notwendig, doch viele Betriebe setzen auf Azubis mit mittleren Schulabschlüssen. Oft wird auch ein vorbereitendes Praktikum erwartet. Der Theorieunterricht findet an der Schornsteinfegerschule in Langenhagen statt – Innungsschule und Außenstelle der BBS 3 der Region Hannover. Insgesamt 12 Wochen im Jahr bereiten die Nachwuchskaminkehrer aus Niedersachsen, Hamburg und Bremen sich dort in mehrwöchigen Blockseminaren auf ihre Gesellenprüfung vor. Neben allgemeinbildenden Fächern stehen Bau- und Energietechnik, Immissions- und Umweltschutz  auf dem Lehrplan. An Übungsschloten und Modellheizungen lernen die Azubis die verschiedenen Heizungsanlagen kennen, die ihnen in ihrem Arbeitsalltag begegnen. Seit 2006 haben die Schüler darüber hinaus die Möglichkeit, zusätzlich das Fachabitur zu erwerben.

Tiffany Pufke gehört zu den 14 Prozent der weiblichen Auszubildenden und fühlt sich nicht als Exotin: „Schornsteinfeger ist ganz bestimmt kein typischer Männerberuf!“ An ihrer Ausbildung schätzt die 18-Jährige, die aus einer Schornsteinfegerfamilie stammt, vor allem den Kundenkontakt. „Man kommt viel rum“, bestätigt Jannes Meinert (19). „Außerdem ist der Beruf sehr zukunftsorientiert mit immer neuen Aufgabenfeldern und guten Aufstiegs- und Verdienstmöglichkeiten.“

„Das Schornsteinfegerhandwerk ist immer noch ein typischer Laufbahnberuf“, erklärt Schulleiter Peter Theißen. „Nach der Gesellenprüfung folgt die Meisterprüfung und danach oft die Selbstständigkeit.“ Bereits Berufsanfänger stehen mit einem Nettogehalt von 1.600 Euro pro Monat finanziell gut dar. Allerdings ist der Beruf derzeit im Umbruch. Mit der Aufhebung des „Schornsteinfegergesetzes“ 2013 fällt das Berufsmonopol - die Kaminkehrer werden sich künftig dem freien Wettbewerb stellen müssen. Zudem werden gesetzliche Vorgaben zum Klima- und Umweltschutz das Arbeitsfeld in den kommenden Jahren weiter verändern.