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2017: CeBIT macht Digitalisierung erlebbar

Die weltweit größte Messe für Informationstechnik bietet einen Überblick über die Trends der digitalen Transformation und macht die Digitalisierung anhand konkreter Anwendungsbeispiele erlebbar. Die CeBIT 2017 öffnet ihre Tore vom 20. bis 24. März.

Drohnen:Schwerkunkt auf der auf der CeBIT 2017

Unter dem Topthema "d!conomy – no limits" stehen die grenzenlosen Chancen der Digitalisierung vom 20. März an auf der CeBIT 2017 im Mittelpunkt. "Jeder Besucher wird aufgrund der einzigartigen Verbindung von Technologie, Innovation und Diskussion auf der CeBIT 2017 die digitale Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft hautnah erleben können", sagte Oliver Frese, Vorstand der Deutschen Messe AG, am Dienstag in Hannover. "Innovative Technologie, starke Inhalte und das Partnerland Japan spielen 2017 die Hauptrolle auf der CeBIT." Zu der fünftägigen Veranstaltung werden rund 3 000 Aussteller aus 70 Ländern und rund 200 000 Teilnehmer erwartet.

Von Science Fiction zu Science Fact

"Auf der CeBIT werden die Aussteller in diesem Jahr zeigen, wie die digitale Zukunft konkret aussieht, welchen Einfluss künstliche Intelligenz, humanoide Roboter, Drohnen, das Internet der Dinge und autonome Systeme auf die Unternehmen, die Art der Arbeit und auch die Gesellschaft haben werden", sagte Frese. "Aus Science Fiction ist Science Fact geworden. Wer die Zukunft gestalten will, muss sie verstehen – die CeBIT bietet in ihrer thematischen Breite in diesem Jahr eine einzigartige Chance dazu."

Digitale Transformation greifbar machen

Vor allem die vielen Hundert konkreten Beispiele für die Umsetzung der Digitalisierung in den Unternehmen und die vielen neuen datengetriebenen Geschäftsmodelle und Wertschöpfungsszenarien machen die digitale Transformation greifbar. Nach Aussage der Deutschen Messe wird die digitale Transformation, die sich in den vergangenen Jahren oftmals noch abstrakt zeigte, jetzt konkret und im Unternehmen umsetzbar.

Hannover empfängt CeBIT-Gäste

In der CeBIT-Woche ist Hannover wieder die weltweite Hauptstadt für das digitale Business und empfängt Aussteller und Besucher der CeBIT aus aller Welt. Die niedersächsische Landeshauptstadt empfängt die Gäste mit offenen Armen und einem breiten Programm – zusätzlich zur CeBIT. "Die CeBIT und Hannover rücken in diesem Jahr noch näher zusammen", sagte Oliver Frese am Dienstag in Hannover. "Für die Gäste aus aller Welt ist der Besuch der CeBIT viel mehr als nur das Erlebnis auf dem Messegelände. Die Besucher fühlen sich umso wohler, je mehr Stadt und Messe im Gleichklang vibrieren."

Oliver Frese, CeBIT-Vorstand bei der Deutschen Messe AG und Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Hannover Stefan Schostok.

Enge Verbindung zwischen Stadt und Messe

"Hannover und Messe sind untrennbar miteinander verbunden. Beide stehen für Dialog und Wissenstransfer, Offenheit und internationale Kooperation. Daraus entstehen Innovation und Fortschritt", betont Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok. "Unsere Stadt ist als dynamischer und international vernetzter Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort auf dem Weg zur ‚Digital City Hannover‘. Wir richten unser Handeln auf die drei Säulen Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung aus und führen diese zusammen."

Künstliche Intelligenz

Sowohl auf den Ständen der Aussteller als auch in den CeBIT Global Conferences wird der aktuelle Entwicklungsstand der künstlichen Intelligenz in allen Facetten beleuchtet. Als weltweit wohl renommiertester Forscher zu künstlicher Intelligenz wird Autor, Erfinder und Futurist Ray Kurzweil, Mitgründer der Singularity University im Silicon Valley und Director bei Google, bei den CeBIT Global Conferences sprechen.

Drohnen im Business-Einsatz

Unter freiem Himmel werden im Intel CeBIT Drohnen Park Inspektionsflüge von Drohnen an Bohrinseln im Maßstab 1 : 15 sowie an Sonnenkollektoren gezeigt. In einem Kontrollzentrum läuft der kontinuierliche Datenstrom, den die Sensoren und Kameras der Drohnen produzieren, zusammen und führt letztlich zu einer erheblichen Reduzierung der Betriebskosten der überwachten Anlagen. Im Ausstellungsbereich Unmanned Systems & Solution in Halle 17 beteiligen sich international führende Unternehmen der noch jungen Branche und zeigen weitere Ansätze von Drohnen im Business-Umfeld. Im Forum werden Technologie und auch rechtliche Fragestellungen diskutiert. In der Indoor-Flugarena steht am CeBIT-Freitag das Drohnen-Rennen auf der Agenda.

Virtual Reality

Erschaffen Virtuelle Welten: VR-Brille auf der CeBIT

Ebenso rasch, wie sich die Drohnen im Business-Umfeld etablieren, geschieht es auch mit Anwendungen rund um Virtual Reality. Auf der CeBIT wird das Thema gleich an mehreren Orten gezeigt, zahlreiche weltbekannte Unternehmen beteiligen sich. Schwerpunkt wird die erstmals ausgerichtete Sonderschau in der Halle 17 sein.

Internet of Things

Bis zu 50 Milliarden Dinge – jenseits von Handy, Tablet und Smartwatch – sollen in den nächsten drei Jahren mit dem Netz verbunden und dann "smart" werden. Das Internet der Dinge steht auf der CeBIT in der Halle 12 im Mittelpunkt. Auch dort ergänzt ein Forum das breite Spektrum der Aussteller. So zeigt etwa die Forschungsinitiative acatech ein Dutzend IoT-Anwendungen, beispielsweise zwei Roboter, die einen dritten bauen und dabei auch noch aus Fehlern lernen, sowie einen autonomen Kleinbagger, der bei Schadensfällen eingesetzt werden kann. Im Forum wird auch das Thema der weltweiten Standardisierung bei IoT-Anwendungen und im sogenannten Industrial Internet aufgegriffen. Dort könnte auch zur Sprache kommen, ob sich die Präsidentschaft von Donald Trump in den USA auf die Diskussion um international einheitliche Standards im Industrial Internet auswirkt.

Smart City

Das Internet der Dinge ermöglicht auch die Vernetzung ganzer Städte hin zu einer sogenannten Smart City, die für die Menschen nicht nur komfortabler, sondern auch lebenswerter wird. Gleich mehrere Unternehmen der CeBIT greifen das Thema in ihren Präsentationen auf und zeigen Beispiele, die sich schon heute in die städtische Infrastruktur einbetten lassen. Das Thema beschäftigt vor allem die Telekommunikationsanbieter und Netzwerkausrüster. Denn die rasant wachsenden Datenmengen stellen für die Netzinfrastruktur eine Herausforderung dar. Der zukünftige Mobilfunkstandard 5G, zu dem auch mehrere Beispiele auf der CeBIT zu sehen sein werden, soll Abhilfe schaffen. Eine Konferenz zu Smart Citys mit internationaler Besetzung rundet das Angebot ab.

Cyber Security

Nicht nur beim Internet der Dinge, generell in allen digitalen Systemen wird die Frage nach der Sicherheit der Anwendungen immer dringlicher. Neueste Systeme zur Abwehr von Cybercrime setzen auf künstliche Intelligenz und Big Data Analytics – die Anwendungen stehen in der Halle 6 im Security-Bereich auf der Agenda. In den CeBIT Global Conferences wird es in zahlreichen Talks behandelt, sicherlich am prominentesten durch Whistleblower Edward Snowden. Es wird erwartet, dass er sich auch zu den neuerlichen Enthüllungen rund um die amerikanischen Geheimdienste äußert. Er wird per Video auf die Bühne der CeBIT Global Conferences nach Hannover zugeschaltet.

Startups bei SCALE11

Dass aus Anwendungen des Internets der Dinge grenzenlose neue Geschäftsmodelle entstehen, wird in der Halle 11 – auf der Startup-Plattform SCALE11 – gezeigt. Rund 320 junge Unternehmen aus 35 Ländern präsentieren, wie aus Technologie und Kreativität neue Wertschöpfungspotenziale und Geschäftsmodelle entstehen. Die Startups treiben die Innovation in vielen Geschäftsfeldern voran – und daher suchen viele etablierte Unternehmen Kooperationsmöglichkeiten. Bei SCALE11 wird dies mit ungewöhnlichen und neuen Pitching-Formaten, Vorträgen, einer Venture Capital Lounge und Networking-Veranstaltungen zusätzlich gefördert. Insgesamt werden rund 420 junge Unternehmen auf der CeBIT 2017 erwartet.

CeBIT Global Conferences

Die CeBIT Global Conferences warten in diesem Jahr mit einem internationalen Line-up von Visionären, Futuristen, Querdenkern und Wirtschaftsgrößen auf. Sprecher sind unter anderem der EU-Kommissar für digitale Wirtschaft und Gesellschaft Andrus Ansip, der wohl bekannteste Whistleblower der Welt Edward Snowden (per Live-Stream), Atari-Gründer Nolan Bushnell, Bas Lansdorp, der mit seiner Stiftung Mars One Menschen auf dem Mars ansiedeln möchte, Michal Kosinski, mit dessen Entwicklung sich die Persönlichkeit von Menschen anhand ihrer Aktivitäten bei Facebook & Co. analysieren lässt, und Prof. Dr. Yoshiyuki Sankai vom japanischen Robotik-Unternehmen Cyberdyne.

Partnerland Japan

Nicht nur in den CeBIT Global Conferences ist das Partnerland stark vertreten. "Das Partnerland Japan wird diese CeBIT sehr stark prägen", sagte Frese. Auf dem größten Messestand, den je ein Partnerland auf der CeBIT belegte, präsentieren sich rund 120 weltweit agierende Konzerne, mittelständische Unternehmen und Startups. Mit ihren Exponaten untermauern sie einmal mehr die Position Japans als eine der führenden Nationen im Bereich der digitalen Transformation. Künstliche Intelligenz, humanoide Roboter, Exo-Skelette, Anwendungen rund um das Internet der Dinge sowie Car-to-Car-Communication stehen im Mittelpunkt der zwei großen Auftritte in den Halle 4 und 12. Im Zentrum der Diskussionen wird auch das "Society 5.0" genannte Programm der Regierung unter Premierminister Shinzo Abe stehen, mit dem Wirtschaft und Gesellschaft in Japan in eine digitale, datengetriebene Zukunft geführt werden sollen.

Welcome Night

Die Bedeutung, die die Digitalisierung für die japanische Regierung hat, zeigt sich nicht nur in dem umfassenden Ansatz des Programms Society 5.0, sondern auch im persönlichen Einsatz des Premierministers. Shinzo Abe wird am 19. März in Hannover erwartet und ist gleichzeitig die Spitze einer Wirtschaftsdelegationen mit zahlreichen Vorstandsvorsitzenden und Topmanagern aus Japan. Abe wird zusammen mit Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel am Abend des 19. März die CeBIT im Rahmen der Welcome Night eröffnen. Am Montag werden sich beide – begleitet von Ministern, Wirtschaftsvertretern und Wissenschaftlern – bei einem Rundgang über die CeBIT ein persönliches Bild vom aktuellen Status der digitalen Transformation machen.

(Veröffentlicht am 15. März 2017)