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"Teufelsdreck und Schwarzes Gold"

Route 1 - Von Bad Nenndorf nach Wennigsen

Weiße Bänke unter Bäumen, im Vordergrund eine Wiese

 

Streckenlänge: 22 km

Die Route von Bad Nenndorf nach Wennigsen führt durch die offene Feldmark, am Waldrand und im Wald entlang. Sie bietet eine herrliche Aussicht auf das Calenberger Land. Thematisch ist ebenfalls Vielfalt angesagt: Vom Kurort-Flair über moderne Kunst und klösterliche Einkehr bis zum Kohlebergbau gibt es eine Menge zu sehen.

Bad Nenndorf verdankt seinen Status als Kurort und Heilbad den Schwefelquellen, die früher am Fuße des Galenberges frei aus dem Boden traten. In Unkenntnis der Heilkraft wurde der dabei entstehende übelriechende Morast als Teufelsdreck bezeichnet. Das Kurzentrum mit den Badeeinrichtungen, Thermalbad, Promenade und Kurpark verleihen dem Ort ein besonderes Flair. Das Schlösschen im 35 Hektar großen Kurpark dient heute als Hotel garni sowie als Ort für Seminare, Tagungen und Empfänge. Die evangelische Kirche in der Hohlestraße wurde im 19. Jahrhundert im spätklassizistischen Stil erbaut. Besonders für Literaturliebhaber interessant ist das Agnes-Miegel-Haus am gleichnamigen Platz. Es erinnert an die ostpreußische Dichterin, die hier von 1948 bis 1964 ihre letzten Lebensjahre verbracht hat.

Auf dem Weg nach Waltringhausen fallen schon von weitem die Windräder auf, die den Ort überragen. Im Rahmen des Klimaschutzprogramms EXPO-Region Hannover entwickelte die Windwärts Energie GmbH zur Weltausstellung das Projekt „Kunst & Windenergie“ mit dem prämierten Werk „Im Schatten des Windes“. Der etwa zwei Kilometer lange Weg zur Kunst zweigt am Bahnhof Bantorf links ins Gewerbegebiet ab. Er führt über den Kreisel hinweg und halblinks auf dem Schotterweg zum Windrad neben der Bundesautobahn. Für Kunstinteressierte gibt es in der Nähe noch mehr zu entdecken:
In einem Garten direkt am Bahndamm in Bantorf hat der Barsinghäuser Bildhauer Hannes Meinhard einen Skulpturenraum am Bahndamm mit stählernen Exponaten geschaffen.
Weithin sichtbares Wahrzeichen Wichtringhausens ist die Windmühle mitten im Ort. Am Ortsausgang folgt mit dem Wasserschloss Wichtringhausen aus dem  16. Jahrhundert ein weiteres Schmuckstück, das einen Abstecher lohnt. Die kleine Thomas-Kirche Hohenbostel gehörte ursprünglich zum Kloster Corvey. Seit 1305 ist sie im Besitz des Klosters Barsinghausen. Ab Hohenbostel geht es stetig bergan in den Wald bis zum Wasserspeicher – der längste Anstieg auf der Basisstrecke.

Die Alternativstrecke über Lüttringhausen zur Bantorfer Höhe erfordert zwar eine ausgesprochene Berg-Kondition, bietet dafür aber einen herrlichen Ausblick über das Calenberger Land.
Lüttringhausen, eine der drei Siedlungen, die mit Bantorf und Ebbinghausen gegen 1700 die Ortschaft Bantorf bildeten, hat mit seinen Höfen unter alten Bäumen seinen ländlichen Charakter bewahrt. Nach schweißtreibendem Anstieg laden Bänke und der Gasthof „Bantorfer Höhe“ zur Erholung mit Blick bis Hannover ein. Von hier aus führen Wanderwege zum Ausflugslokal „Mooshütte“ und nach Bad Nenndorf.
Nach einem weiteren leichten Anstieg und anschließender kurvenreicher(!) Abfahrt durch den Wald trifft die Alternativstrecke oberhalb des Grillplatzes am Wassergewinnungsgelände Hohenbostel wieder auf die Basisstrecke. Kurz nach Erreichen des Stadtrandes von Barsinghausen wird der Bullerbach, ein besonders geschütztes Biotop, überquert. Das Bullerbachtal eines der schönsten Täler des Deisters. An seinem Eingang heißt das Naturfreundehaus seit 1955 Ausflugsgäste willkommen.

Der hübsche Ort Barsinghausen mit seinen historischen Häusern verdankt seine Entstehung nicht zuletzt günstigen natürlichen Bedingungen: Die Wege am Deisterrand waren auch bei Hochwasser nutzbar, die zahlreichen Zuflüsse zur Südaue und der fruchtbare Lössboden waren Grundlage für die Landwirtschaft und die vielen Mühlenbetriebe.
Das Kloster Barsinghausen wurde zwischen 1185 und 1193 vom Edelherrn Widekind von Schwalenberg als Augustiner-Doppelkloster gegründet, war aber bereits Mitte des 13. Jahrhunderts ein reines Frauenkloster.
Bergbaulich Interessierten bietet Barsinghausen mit dem Klosterstollen und der Zeche ein besonderes Erlebnis: Im Besucherbergwerk Klosterstollen kann man – nach vorheriger Anmeldung - mit der alten Grubenbahn 1400 Meter tief zur ehemaligen Kohleabbaustätte einfahren. Die Tiefbauschachtanlage Klosterstollen war der wichtigste „Pütt“ in Barsinghausen. Über 60 Jahre wurde hier das „schwarze Gold“ geschlagen. Über Tage informiert im Zechensaal eine Ausstellung über den Deister-Bergbau.
Der Aussichtspunkt Haldenkegel im Zechenpark bietet einen herrlichen Rundblick in die Region, bei klarer Sicht sogar bis zum hannoverschen Rathaus. Der einfachste Weg zur Halde führt über den Parkplatz am Zechensaal, links die asphaltierte Straße bergab. Kurz vor der Straßeneinmündung führt rechts ein Weg ums Zechengelände zu Treppe und Fußweg auf die Halde. Sie ist aber auch nach Verlassen des Stadtteils Barsinghausen in Richtung Kirchdorf über einen Pfad direkt vom Deisterkreisel aus zu erreichen.

Am Toppiusplatz in der Wennigser Mark erinnert ein Gedenkstein an den hier tödlich verunglückten „königlichen Jäger“ Toppius. Gegenüber liegt der Georgsplatz. Hier ließ König Ernst-August 1854 ein Jagdschlösschen errichten, das er nach seinem Sohn Georg benannte. Später diente es lange als Forsthaus und ist heute in Privatbesitz. Durch die reizvolle Lage und eine etwa 30 Meter entfernte Kneippsche Wassertretstelle (Holzschild an der Wegkreuzung) kann die Rast auf dem Toppiusplatz zu einer richtig runden Sache werden.
Kurz nach dem Georgsplatz bietet sich ein Abstecher zu den Wennigser Wasserrädern an – ein beliebtes Ausflugsziel für Familien mit Kindern. Am Ortseingang Wennigsen lädt der „Wasserpark Wennigsen“, einer der größten Naturbadeseen Deutschlands mit biologischer Wasseraufbereitung, zu einer Erfrischungspause ein.