Oberbürgermeister Belit Onay begrüßt den Spielzeitstart: „Theater für ein junges Publikum gehört zu den Bereichen, die für den Zusammenhalt und die Zukunft unserer Stadt besonders bedeutsam sind. Kinder und Jugendliche begegnen im Theater anderen Perspektiven. Die kulturelle Bildung, die hier stattfindet, vermittelt nicht nur künstlerische Inhalte, sondern bietet Räume an, in denen junge Menschen ihre eigene Stimme entdecken und lernen, dass ihre Sicht auf die Welt zählt. Das ist besonders wichtig in einer Zeit, in der sie täglich mit einer Flut von Informationen, Bildern und Erwartungen konfrontiert sind. Ein Theater für ein junges Publikum ist ein realer Ort, an dem gemeinsames Erleben und kreatives Ausprobieren möglich ist. Deshalb freue ich mich sehr, dass das Prinzip Rauschen künftig Verantwortung für ein solches Theaterangebot und auch bald für das Alte Magazin übernimmt.“
Dazu Malte Andritter, Nico Franke, Theresa Frey und Hans Peters vom Künstler*innenkollektiv Prinzip Rauschen: „Wir freuen uns auf unsere erste Spielzeit in Hannover, die wir am kommenden Wochenende starten. Nachdem wir am Freitag feierlich mit einem Empfang und der Hannover-Premiere unseres neuen Stückes ‚Alpha“ ab 16 Uhr eröffnen, zeigen wir am Samstag, 5. September, um 15 Uhr gleich nochmal unsere neueste Produktion im Freizeitheim Linden. Bereits um 13.30 Uhr laden wir an diesem Tag alle Kinder zu unserer ersten Spielwiese ein, wo wir gemeinsam Theaterspiele ausprobieren, bevor wir uns das Theaterstück gemeinsam anschauen.“ Karten gibt es per Mail: fzh-linden@hannover-stadt.de.
„Alpha“ ist eine spielerische Suche nach neuen Selbstverständlichkeiten, in denen Mädchen sich schminken und in der Pause Fußball spielen, weil es ihnen Spaß macht. In denen Jungs sich austoben können, Gefühle ihren Platz haben und sie weder Softi noch Proll sein müssen. Ein poetisches, humorvolles und nachdenkliches Objekttheater für Menschen ab acht Jahren.
Das Theaterkollektiv Prinzip Rauschen ist ab September an verschiedenen Orten in Hannover zu Gast und schafft gemeinsam mit Kindern und jungen Menschen neue künstlerische Begegnungsräume. Hauptpartner ist das treppenhausorchester mit seiner Vermittlungssparte STEP UP und der treppenhauscloud.
Das Freizeitheim Linden ist zunächst fester Spielort, bevor Prinzip Rauschen mit seiner Bühne für junge Kunst in die Räumlichkeiten des Alten Magazins in der Kestnerstraße einzieht. Ab dem 1. Oktober wird das Künstler*innenkollektiv die neue Spielstätte vor Ort entwickeln und parallel weiterhin das Freizeitheim Linden mit Produktionen bespielen. Gründer und Dirigent des treppenhausorchesters, Thomas Posth, sagt zum bevorstehenden Start im Alten Magazin: „Das sind hervorragende Neuigkeiten für die musikalische Community-Arbeit in Hannover.“
Weitere Spielorte in der Übergangszeit sind die Kinderbuchabteilung der Zentralbibliothek am Aegi, der Open Space Hannover e. V., das Lindener Rathaus und das Kulturbüro Südstadt-Bult.
Das aktuelle Spielzeitprogramm findet sich online unter www.altes-magazin-hannover.de. Dort gibt es auch Informationen zu Sonntags- und Ferienworkshops sowie weiteren Mitmachangeboten wie Spielclub und Spielwiese.
Hintergrund: Prinzip Rauschen – Theater. Hören. Erleben.
Das Kollektiv lernte sich 2012 während des Studiums an der Universität Hildesheim kennen und produziert seitdem Theatererlebnisse für den ländlichen und urbanen Raum. Die Produktionen sind installativ, ortsspezifisch und/oder von biografischer Feldforschung geprägt.
Die Ästhetik von Prinzip Rauschen lebt von einer starken visuellen und atmosphärischen Sprache, die durch Technikaffinität und einen DIY-Charakter geprägt ist. Statt mit vielen Worten erzählen die Künstler*innen Geschichten durch stimmungsvolle Bilder, Objekte und Sound.
Co-kreatives Arbeiten steht im Zentrum ihrer Arbeit: Workshops und Vermittlungsangebote sind fester Bestandteil der Stückentwicklung und begleiten die Inszenierungen – von der Entstehung bis zur Aufführung.
2024 wurde Prinzip Rauschen mit seinem Kindertheaterstück „Wetterleuchten“ zum BEST OFF Festival der Stiftung Niedersachsen eingeladen.
(in alphabetischer Reihenfolge)
Malte Andritter – Leitung Programm und Netzwerk
Malte Andritter ist Theaterschaffender, Kulturvermittler und künstlerischer Leiter des vom Bund geförderten Aller.Land-Programms „Kulturköpfe Dithmarschen“. Seit Mai 2025 ist er Vorsitzender des fdk_sh (Landesverband Freie Darstellende Künste Schleswig-Holstein e. V.), dem Pendant zum Landesverband Freie Darstellende Künste in Niedersachsen.
Er studierte Szenische Künste in Hildesheim, kuratierte 2022/23 das nationale Festival AUGENBLICK MAL! und erhielt während seiner fünfjährigen Tätigkeit als Kulturvermittler am Volkstheater Wien den Dorothea-Neff-Preis.
Nico Franke – Leitung Spielstätte und Marketing
Nico Franke ist Theaterschaffender, Erlebnispädagoge und Bastler. Er studierte Kulturwissenschaften in Hildesheim und arbeitet seit 2014 in der freien Theaterszene, unter anderem für die IMPRO in Berlin, das Theaterhaus Hildesheim und das StelzenTanzTheater HOCHKANT.
Mit HOCHKANT tourte er bis 2020 international auf Straßenkunstfestivals, unter anderem in Italien, Ungarn und Frankreich. Seit 2022 ist er in Vollzeit für Prinzip Rauschen tätig.
Theresa Frey – Leitung Finanzen
Theresa Frey arbeitete als Bildungsreferentin für Inklusion und Barrierefreiheit bei der LKJ Baden-Württemberg sowie als Produktionsleiterin für Prinzip Rauschen. Sie studierte Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis sowie Inszenierung der Künste und Medien in Hildesheim, mit einem Fokus auf Theater für junges Publikum im nationalen und internationalen Raum.
Von 2019 bis 2024 leitete sie die Bürger*innenbühne am Theater am Markt Eisenach. Unter ihrer Leitung wurde das Theater zweimal mit dem Thüringer Demokratiepreis ausgezeichnet.
Hans Peters – Leitung Kulturvermittlung
Hans Peters ist Theatermacher, Kulturvermittler und Sounddesigner. Er studierte Kulturwissenschaften in Hildesheim und absolvierte parallel eine Ausbildung zum Theaterpädagogen.
Neben seiner Arbeit bei Prinzip Rauschen ist er als Regisseur und künstlerischer Leiter in den Bereichen Theater, Performance und museale Ausstellungen mit jungen Menschen tätig.