Blühwiesen in Hannover - Hannover.de

Biodiversität

Blühwiesen in Hannover

Bewusst angelegt statt ungepflegt: Hannovers Blühwiesen sind wertvolle Lebensräume für Wildbienen, Schmetterlinge und viele weitere Insektenarten. Auf rund 200 Hektar schafft die Landeshauptstadt Hannover vielfältige Rückzugsorte und Nahrungsquellen und setzt damit ein wichtiges Zeichen für mehr Biodiversität im urbanen Raum.

Blühfläche an der Culemannstraße: Auf 1.630 Quadratmetern entsteht ein wertvoller Lebensraum für Pflanzen und Insekten.

Naturnahe Pflegemaßnahmen sind inzwischen fester Bestandteil der städtischen Grünflächenunterhaltung. Was einst auf einzelnen Projektflächen begann, ist heute im gesamten Stadtgebiet gelebte Praxis. Bereits auf mehr als 200 Hektar – rund 17 Prozent der städtischen Grünflächen – können Pflanzen blühen und Samen bilden. So entstehen wertvolle Lebensräume und Nahrungsquellen für zahlreiche Tierarten.

Auf einem Großteil dieser Flächen werden Pflegemaßnahmen bewusst auf ein Minimum reduziert. Die Vegetation soll sich möglichst ungestört und auf natürliche Weise entwickeln. Ergänzend wird auf ausgewählten Flächen die bestehende Vegetation entfernt und anschließend regiozertifiziertes Saatgut der „Hannovermischung“ ausgesät. So lassen sich gezielt heimische Pflanzen etablieren, die insbesondere Wildbienen und anderen Insekten zugutekommen.

Beispiele für diese Maßnahmen finden sich im Stadtteilpark Sahlkamp auf einer Fläche von 19.400 Quadratmetern, vor dem Heinz von Heiden Stadion auf 17.000 Quadratmetern oder in der Grünverbindung Culemannstraße auf 1.630 Quadratmetern. Weitere Blühflächen befinden sich vor der Ludwig-Windthorst-Schule in der Südstadt (170 Quadratmeter) sowie auf dem Theodor-Heuss-Platz vor dem Hannover Congress Centrum (HCC) mit 2.890 Quadratmetern.

Für eine möglichst hohe Strukturvielfalt werden Teilbereiche mosaikartig und je nach Bedarf bis zu zweimal jährlich gemäht. Außerdem bleiben viele Flächen über den Winter stehen. Sie bieten Insekten wichtige Überwinterungsquartiere sowie Möglichkeiten zur Eiablage. Der mitunter „unordentlich“ wirkende Bewuchs mit nur wenigen Blüten ist daher kein Zeichen mangelnder Pflege, sondern Teil eines gezielten ökologischen Pflegekonzepts.

Neben der ökologischen Aufwertung bleibt die Erholungsfunktion der Grünflächen erhalten. Rasenflächen für Freizeit und Sport stehen weiterhin zur Verfügung, während andere Bereiche gezielt als Lebensräume für Pflanzen und Tiere entwickelt werden. Naturnahe Grünflächen verbessern zudem das Mikroklima, fördern die Artenvielfalt und bereichern das Stadtbild. Davon profitieren sowohl die Natur als auch die Einwohner*innen der Landeshauptstadt.

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