Blume des Jahres 2026: Ackerrittersporn blüht am Kronsberg

Natur- und Artenschutz

Blume des Jahres 2026: Ackerrittersporn blüht am Kronsberg

Leuchtend blau-violett, selten geworden und von großer Bedeutung für die Artenvielfalt: Am Kronsberg blüht derzeit der Ackerrittersporn. Die Loki Schmidt Stiftung hat die Ackerwildpflanze zur „Blume des Jahres 2026“ gewählt, um auf den Rückgang vieler typischer Arten der Agrarlandschaft aufmerksam zu machen.

Acker-Rittersporn (Consolida regalis) auf dem Kronsberg.

Der Ackerrittersporn (Consolida regalis) gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse und fällt durch seine auffälligen blau-violetten Blüten auf. Früher war die Pflanze auf Äckern weit verbreitet, heute zählt sie vielerorts zu den gefährdeten Arten.

Ackerflächen gehören zu den größten Ökosystemen Deutschlands und boten einst Lebensraum für mehr als 350 Pflanzenarten. Viele dieser sogenannten Ackerwildkräuter sind in den vergangenen Jahrzehnten jedoch stark zurückgegangen.

Kronsberg als wichtiger Rückzugsort

Der Kronsberg in Hannover spielt für den Schutz dieser Arten eine besondere Rolle. Derzeit zeigen sich dort zahlreiche Ackerflächen in ihrer ganzen Vielfalt – mit blühendem Klatschmohn, Ackerrittersporn und weiteren seltenen Pflanzenarten wie dem Gezähnten Feldsalat oder dem Kleinen Frauenspiegel.

Möglich wird dies durch die enge Zusammenarbeit zwischen dem Fachbereich Umwelt und Stadtgrün sowie den örtlichen Landwirt*innen. Auf ausgewählten Flächen und Randstreifen wird die Bewirtschaftung gezielt auf den Schutz von Ackerwildkräutern ausgerichtet. Dazu gehören beispielsweise der Verzicht auf Pflanzenschutzmittel oder Mineraldünger. Ein regelmäßiges Monitoring dokumentiert die positive Entwicklung und das große Potenzial der Böden am Kronsberg.

Wertvoll für Insekten und Artenvielfalt

Eine Besonderheit des Ackerrittersporns ist der namensgebende Sporn an der Blüte, in dem sich der Nektar befindet. Bestäubt wird die Pflanze vor allem von Insekten mit langem Saugrüssel, darunter Hummeln und Schmetterlinge.

Der Schutz von Ackerwildkräutern kommt deshalb nicht nur seltenen Pflanzenarten zugute, sondern leistet zugleich einen wichtigen Beitrag zum Insektenschutz. Darüber hinaus prägen die blühenden Flächen das Landschaftsbild und machen den Kronsberg gerade im Frühsommer besonders attraktiv.

Bitte auf den Wegen bleiben

Die Landeshauptstadt Hannover bittet Besucher*innen, die Ackerflächen nicht zu betreten und keine Pflanzen zu pflücken. So können die wertvollen Lebensräume erhalten und die Arbeit der Bewirtschafterinnen unterstützt werden.

Die bunte Blütenpracht lässt sich auch vom Wegesrand aus beobachten – ein Spaziergang am Kronsberg lohnt sich derzeit besonders.

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