Demokratiebildung
Erste U16-Wahl: 3.735 junge Menschen geben Stimme ab
In 75 Wahllokalen in 16 Kommunen wurde die Wahl zur Regionsversammlung simuliert.
08.10.2026 – Bei der ersten U16-Wahl in der Region Hannover haben 3.735 Kinder und Jugendliche gewählt. Vom 24. August bis 4. September 2026 konnten junge Menschen unter 16 Jahren ausprobieren, wie eine Wahl funktioniert – und gleichzeitig zeigen, wie sie entscheiden würden. Das Team Jugend- und Familienbildung der Region hat die Wahl koordiniert, umgesetzt haben sie 16 der 21 regionsangehörigen Städte und Gemeinden in insgesamt 75 Wahllokalen. Die Ergebnisse sind jetzt veröffentlicht worden.
„Die große Beteiligung ist ein starkes Signal. Junge Menschen interessieren sich dafür, was in ihrer Stadt, ihrer Gemeinde und in der Region entschieden wird. Demokratiebildung funktioniert besonders gut, wenn Demokratie nicht nur erklärt, sondern erlebt werden kann. Genau das hat die U16-Wahl ermöglicht“, sagt Jens Palandt, Erster Regionsrat.
Wie haben die Kinder und Jugendlichen gewählt?
Bei den ausgewerteten Stimmen der Zehn- bis 15-Jährigen erhielt die SPD 23 Prozent. Es folgten die CDU mit 15,6 Prozent und Die Linke mit 15,2 Prozent. Knapp 14 Prozent der Stimmen entfielen auf die AfD, die Grünen erhielten 12,9 Prozent. Die Tierschutzpartei kam auf 6,7 Prozent, die FDP auf 4,2 Prozent. Die übrigen Stimmen verteilten sich auf weitere Parteien.
Die U16-Wahl simulierte die Wahl zur Regionsversammlung. Die Kinder und Jugendlichen konnten eine Stimme für eine der Parteien abgeben, die auch bei der regulären Wahl zur Regionsversammlung antraten. Anders als bei der Kommunalwahl am 13. September handelte es sich nicht um eine offizielle Wahl; die Stimmen flossen nicht in das Ergebnis der Kommunalwahl ein. Für die Auswertung des Wahlergebnisses wurden 3.070 gültige Stimmen von Zehn- bis 15-Jährigen berücksichtigt. 62 Prozent der Teilnehmenden in dieser Altersgruppe waren zwischen 13 und 15 Jahre alt. Aber auch Jüngere nutzten das Angebot: 18 Prozent waren zwölf Jahre alt, zwölf Prozent elf und sieben Prozent zehn Jahre alt.
Wie wichtig ist die Beteiligung junger Menschen?
Begleitet wurde die Wahl von einer Online-Umfrage. 187 Antworten konnten ausgewertet werden. 59,4 Prozent der Befragten gaben an, sich vor ihrer Stimmabgabe über die Kommunalwahl oder die zur Wahl stehenden Parteien informiert zu haben. Wichtigster Informationsort war dabei die Schule. Auch auf die U16-Wahl selbst waren fast 80 Prozent der Befragten über ihre Schule aufmerksam geworden.
Besonders deutlich fällt der Wunsch aus, mit der eigenen Meinung wahrgenommen zu werden: 54,6 Prozent der Befragten gaben an, dass es ihnen sehr wichtig ist, dass die Meinung von Kindern und Jugendlichen in der Politik vor Ort gehört wird. Weitere 26,2 Prozent bezeichneten dies als eher wichtig. Die Ergebnisse der Begleitumfrage sind allerdings nicht repräsentativ für alle Kinder und Jugendlichen in der Region Hannover. Rund 90 Prozent der ausgewerteten Antworten stammen aus Garbsen und Hemmingen.
Wie geht es jetzt weiter?
„Die U16-Wahl hat gezeigt, dass Kinder und Jugendliche sich mit Politik beschäftigen, wenn wir ihnen passende Räume und Zugänge bieten“, ist Regionsjugendpflegerin Nina Krüger überzeugt. „Und wir nehmen eine klare Botschaft mit: Junge Menschen wollen mit ihrer Meinung gehört werden. Jugendbeteiligung bedeutet deshalb nicht nur, Politik zu erklären. Wir müssen Kindern und Jugendlichen Möglichkeiten geben, sich einzumischen, ihre Interessen zu formulieren und zu erleben, dass ihre Perspektive zählt.“ So wird die Region Hannover die Ergebnisse und Erfahrungen gemeinsam mit jungen Menschen und Fachkräften auswerten und in Arbeitskreisen und Gremien diskutieren. Die Erkenntnisse sollen außerdem in die Weiterentwicklung von Angeboten zur Demokratiebildung einfließen.
Alle Ergebnisse sowie den kompletten U16-Wahlbericht gibt es hier:
www.u16-wahl.team-jugendarbeit.de
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