Florentina Holzingers Halfpipe belebt den öffentlichen Raum
Kunst trifft Bewegung
Florentina Holzingers Halfpipe belebt den öffentlichen Raum
Wenn Bewegung in den öffentlichen Raum kommt, entstehen wertvolle Begegnungen. Die Superstar-Choreografin Florentina Holzinger bringt mit ihrer neuen Kunstinstallation frischen Schwung in die Landeshauptstadt Hannover. Zunächst soll die Sophienstraße aktiviert werden, gefolgt vom Raschplatz – zwei zentrale Orte, die zum Verweilen und Interagieren einladen. Am Raschplatz wird zudem ein flächendeckendes Bodenbild durch eine lokale Initiative geschaffen, das die künstlerische Atmosphäre weiter bereichert.
Florentina Holzinger
CRASH PIPE (2026)
Während Kunst im öffentlichen Raum oft als statisch wahrgenommen wird, ist dieses Projekt ein Instrument: eine Halfpipe, in der Skater*innen fahren können. Das Skaten ist auch in Holzingers Theaterstücken immer wieder ein zentrales Element. Die neu konzipierte Halfpipe aus acht Tonnen Metall trägt den Titel „CRASH PIPE (2026)“ und wird von ausgemusterten Autos gestützt – ein Bühnenbild für Hannovers öffentlichen Raum.
Die Stadt hat jetzt dafür den Ratsgremien eine entsprechende Drucksache zur Beschlussfassung vorgelegt. Das Projekt wird möglich durch die Unterstützung der Sparkasse Hannover und beruht auf einer Initiative des Kunstvereins Hannover.
CRASH PIPE (2026) - Visualisierung
4.000 m² Street-Art-Werk der Illusion
Ergänzt werden soll die Halfpipe auf dem Raschplatz durch ein rund 4.000 Quadratmeter großes Bodenkunstwerk, das von einem internationalen Team von Künstler*innen in Kooperation mit Hola Utopia entstehen und Beteiligungsformate einbinden wird.
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„Hier entsteht dank der Unterstützung der Sparkasse Hannover ein Projekt, das zeigt, wie durch die Verbindung von Kunst, Bewegung und Beteiligung ein Raum entsteht, der Menschen zusammenbringen kann. Wir investieren hier in die Qualität des öffentlichen Raumes und wollen den Raschplatz vom Durchgangsort zu einem Platz entwickeln, der dazu einlädt, zu verweilen. Dabei binden wir auch die Menschen ein, die den Platz täglich nutzen“, erläutert Oberbürgermeister Belit Onay die Intention des Projektes.
„Dass es gelungen ist, dank und mit Unterstützung der Sparkasse Hannover und auf Initiative des Kunstvereins Hannover Florentina Holzinger zu gewinnen, ist für Hannover ein echter Coup. Wir haben am Andreas-Hermes-Platz erlebt, wie viel ein Ort gewinnt, wenn Menschen ihn gemeinsam gestalten.
Die Sommerlounge hat uns gezeigt, wie stark Kunst, Begegnung und soziale Teilhabe zusammenwirken können, wenn wir den Menschen vor Ort wirklich etwas zutrauen. Genau daran knüpfen wir jetzt auf dem Raschplatz an: Das Bodenkunstwerk entsteht nicht für die Menschen, sondern mit ihnen. Wer den Platz täglich nutzt, bringt sich ein, malt mit, gestaltet mit.
Diese gemeinsame Arbeit schafft Nähe, Verantwortung und ein neues Gefühl für den Platz. Und sie zeigt, dass Veränderung dort beginnt, wo Menschen sich gesehen fühlen und gemeinsam etwas schaffen, das bleibt“, freut sich Bildungs- und Kulturdezernentin Eva Bender.
„Als Sparkasse Hannover wollen wir unseren Beitrag leisten, dass der Raschplatz belebt und zu einem positiv besetzten Anziehungspunkt und Erlebnisort für die Menschen dieser Stadt wird. Deshalb unterstützen wir als Anliegerin des Raschplatzes die Realisation der beiden Kunstprojekte gern“, sagt Volker Alt, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Hannover.
Für die Dauer des Projektes soll auch die Skaterszene eingebunden werden, um den Platz zu bespielen. Das Bodenkunstwerk auf dem Raschplatz und die Halfpipe sind so konzipiert, dass sie im Prinzip parallel stattfindende Veranstaltungen auf dem Raschplatz ermöglichen. Ob ein Public Viewing sicher und wirtschaftlich auf dem Raschplatz stattfinden kann, wird derzeit geprüft.
„Florentina Holzinger ist – wie es Christoph Schlingensief war – ein Theaterstar mit einer unfassbaren innovativen Kraft mit größtem Renommee auch in der Kunstwelt. Holzingers künstlerische Praxis geht vom menschlichen Körper aus, sie arbeitet radikal entgrenzend, feministisch und neu und sie zeigt hier ihre konzeptionelle Stärke auch für eine Neubefragung von dem, was Kunst im öffentlichen Raum sein kann“, unterstreicht Christoph Platz-Gallus, Direktor des Kunstvereins Hannover.
Ganz im Sinne des Kulturdreiecks kommt hier die Kunst auf die Straße, die eigens dafür gesperrt wird. Der Kunstverein erweitert seine kommende Ausstellung zu Themen der Autonomie und Urbanität in der Kunst auf die Straße hinaus, in einer Kooperation mit der Cumberlandschen Bar, dem Literaturhaus Hannover und dem Kommunalen (Kino KoKi) Hannover.
Halfpipe-Eröffnung vor dem Kunstverein
Bevor die Halfpipe an den Raschplatz ziehen soll, ist ihre Eröffnung auf der Sophienstraße vor dem Kunstverein Hannover vorgesehen. Die Initiative entstand durch den Kontext der großen Frühjahrsausstellung „Under the Milky Way“, eine Ausstellung, die Fragen nach dem „Recht auf Stadt“ stellt.
CRASH PIPE (2026) ist ein Projekt von Florentina Holzinger in Zusammenarbeit mit raumlaborberlin. Es wurde initiiert vom Kunstverein Hannover und möglich gemacht durch die Landeshauptstadt Hannover und die Sparkasse Hannover. Die Halfpipe wurde in einer früheren Version für Radical Playgrounds am Gropius Bau in Berlin realisiert und für Hannover neu entwickelt.
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