StadtGemeinschaftsHaus Nord: Neuer Treffpunkt im Quartier
Entwicklung der Nordstadtbibliothek
StadtGemeinschaftsHaus Nord: Neuer Treffpunkt im Quartier
Ein Schritt in die Zukunft: Mit dem StadtGemeinschaftsHaus Nord in der Nordstadt entsteht derzeit ein neuer Ort für Bildung und Begegnung, den die Stadtbibliothek Hannover gemeinsam mit dem Fachbereich Senioren, der Arbeiterwohlfahrt Hannover e.V. und der Bürger*inneninitiative „Bücher für alle“ entwickelt. Ziel ist ein offenes Quartiershaus, das Menschen verschiedener Generationen und Kulturen zusammenbringt und Teilhabe ermöglicht.
Außenansicht Nordstadtbibliothek
Eine Jugendlounge, Bildungsangebote, offene Sprechstunden zu digitalen Themen sowie mehrsprachige Beratung – geplant sind Angebote für Kinder, Familien, Schulen und Kitas, für Jugendliche und Senior*innen. Erste Bereiche sind bereits in Betrieb: Der Fachbereich Senioren ist eingezogen und hat mit ersten Angeboten begonnen, auch Kursprogramme sind gestartet. Parallel läuft der Umbau weiter. In den kommenden Monaten wird das Gebäude unter anderem barrierefrei ausgebaut. Das Konzept wird im laufenden Betrieb gemeinsam mit den Nutzer*innen weiterentwickelt und erprobt.
„Mit dem StadtGemeinschaftsHaus Nord entsteht hier in der Nordstadt ein neuer Ort für Begegnung, Bildung und Teilhabe. Besonders ist dabei nicht nur das Konzept, sondern auch der Weg dorthin: Verwaltung, Partnerorganisationen und Bürger*innen haben dieses Haus gemeinsam entwickelt. Umso mehr freut es mich, dass hier bereits Leben eingezogen ist und Schritt für Schritt ein Quartiershaus entsteht, das die Menschen im Stadtteil zusammenbringt“, sagt Oberbürgermeister Belit Onay.
Pressetermin im StadtGemeinschaftsHaus Nord zum Soft-Opening: Oberbürgermeister Belit Onay, Sozialdezernentin Sylvia Bruns, Kultur- und Bildungsdezernentin Eva Bender, Direktor der Stadtbibliothek Prof. Dr. Thomas Becker und Mitarbeitende.
Teil einer größeren Entwicklung: Stadtbibliothek im Wandel
Das StadtGemeinschaftsHaus Nord steht exemplarisch für die Entwicklung der Stadtbibliothek Hannover insgesamt: weg vom klassischen Ausleihort, hin zu offenen Treffpunkten für Bildung, Austausch und gesellschaftliche Teilhabe.
„Bibliotheken sind Orte, in denen Menschen sich begegnen, wo neue Verbindungen entstehen und gemeinsames Lernen und Austausch möglich werden“, so Bildungs- und Kulturdezernentin Eva Bender.
Bibliotheksdirektor Prof. Dr. Tom Becker ergänzt: „Ein Rummelplatz für Entdeckungen: Die Stadtbibliothek Hannover ist mit ihren 17 Standorten und der Fahrbibliothek bereits seit langem mehr als ein Ort zum Ausleihen von Medien – sie ist ein zentraler Treffpunkt, den wir gemeinsam mit den Einwohner*innen Hannovers weiterentwickeln werden.“
Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den aktuellen Zahlen wider. Die Stadtbibliothek Hannover wird stärker genutzt denn je: Mit rund 1,4 Millionen Besuchen (plus 1,6 Prozent) und 4,5 Millionen Ausleihen (plus 4,1 Prozent) im Jahr 2025 setzt sie ihren Wachstumskurs fort. Besonders deutlich ist der Anstieg im digitalen Bereich: 1,6 Millionen digitale Ausleihen bedeuten ein Plus von 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Ort für Austausch und Demokratie
Im vergangenen Jahr hat die Stadtbibliothek ihre Rolle als Ort für Demokratie und gesellschaftlichen Dialog weiter ausgebaut. Mehr als 50 Veranstaltungen begleiteten die Bundestagswahl, hinzu kamen Formate zur Woche der Meinungsfreiheit und neue Dialogangebote. Im Jahr 2026 soll dieser Schwerpunkt weiter gestärkt werden – unter anderem mit Ausstellungen, Veranstaltungsreihen und Dialogformaten im Kontext der Kommunalwahl.
Angebote für unterschiedliche Zielgruppen – von Leseförderung bis KI
Parallel dazu entwickelt die Stadtbibliothek ihr Angebot kontinuierlich weiter und erreicht immer neue Zielgruppen – darunter inklusive Angebote zum Beispiel für blinde und sehbehinderte Menschen.
Klassische Formate der Leseförderung wie der Bilderbuchsonntag, der Julius-Club oder der Bundesweite Vorlesetag bleiben wichtige Bausteine und werden weiter ausgebaut – insbesondere in Zusammenarbeit mit Schulen und Kitas.
Gleichzeitig rücken Zukunftsthemen stärker in den Fokus. Mit der ersten „TechnoThek“ in Niedersachsen hat die Stadtbibliothek einen neuen Ort für digitale Bildung geschaffen. Hier können Besucher*innen Technik, Robotik oder Künstliche Intelligenz praktisch ausprobieren. Ergänzt wird das Angebot durch Formate wie die CodeWeek oder Workshopreihen, die digitale Kompetenzen niedrigschwellig vermitteln.
Auch nachhaltige Angebote gewinnen an Bedeutung. Unter dem Prinzip „Leihen statt kaufen“ wurde die „Bibliothek der Dinge“ weiter ausgebaut und ist inzwischen in mehreren Stadtteilen verfügbar, darunter Ricklingen, Mühlenberg und Herrenhausen. In der Südstadt ist mit der „Bibliothek der kleinen Dinge“ ein weiteres Konzept in Planung.
Mehr Zeit, mehr Raum: Bibliothek als Aufenthalts- und Lernort
Neben den inhaltlichen Angeboten entwickelt die Stadtbibliothek auch ihre räumlichen und zeitlichen Zugänge weiter und sichert so eine bessere Zugänglichkeit. Erweiterte Öffnungszeiten, neue Veranstaltungsformate und die Sonntagsöffnung der Zentralbibliothek seit Oktober 2025 haben die Nutzungsmöglichkeiten deutlich erweitert. Seit Anfang 2026 wird dieses Angebot durch ein zusätzliches Veranstaltungsprogramm ergänzt.
Darüber hinaus ist geplant, in der Zentralbibliothek noch in diesem Jahr eine Öffnung in den Abendstunden einzuführen, weitere Standorte sollen mit erweiterten Öffnungszeiten und sogenannten „Bibliothekplus“-Angeboten ausgestattet werden, unter anderem in der Nordstadt, Südstadt und in Kleefeld. Zudem wird der Standort Döhren im Sommer modernisiert.
Gemeinsam gestalten: Beteiligung als Grundprinzip
Die Stadtbibliothek setzt auf die aktive Beteiligung der Bürger*innen. Ziel ist es, die Angebote noch stärker an den Bedürfnissen der Stadtgesellschaft auszurichten. Zwei größere Beteiligungsprozesse prägten das Jahr 2025: die Weiterentwicklung der Stadtteilbibliothek in der Südstadt zu einer Kinder- und Familienbibliothek sowie die Entwicklung des StadtGemeinschaftsHauses Nord.