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Residenzstadt in Fürstentum, Kurfürstentum und Königreich

1636 Herzog Georg von Calenberg erklärt Hannover zu seiner Residenz. Auf seine Veranlassung wird ein Jahr später an der Stelle des 1533 aufgehobenen Minoriten-Klosters mit dem Bau des Leineschlosses begonnen (heute Niedersächsischer Landtag).

Seit 1636 Altstadt und Neustadt erhalten auf Veranlassung der Regierung eine gemeinsame neue Stadtmauer, die nach dem modernen Bastionärssystem errichtet wird. Die von den Herzögen geförderte Neustadt entwickelt sich zum gehobenen Wohnviertel für Staatsbeamte und Hofhandwerker.

1649 Herzog Georg Wilhelm lässt den Ballhof erbauen (heute: Niedersächsisches Staatstheater).

1666 Herzog Johann Friedrich lässt den Großen Garten, als Teil der Sommerresidenz Herrenhausen anlegen.

1670 Die Hof- und Stadtkirche Sankt Johannis wird auf der Neustadt errichtet. Baubeginn 1666.

1674 Die städtische Münze wird aufgehoben. Großkaufmann Johann Duve, die markanteste Gestalt des Frühkapitalismus in Hannover, hatte sie seit 1666 gepachtet.

1676 Gottfried Wilhelm Leibniz wird von Herzog Johann Friedrich zum Hofrat und Leiter seiner Bibliothek berufen. Der Universalgelehrte wirkt hier bis zu seinem Tode; seit 1698 wohnt er in dem nach ihm benannten Renaissancehaus, in dem er 1716 stirbt.

1678 Die erste Oper, "L'Orontea", wird im Schlosstheater des Leineschlosses aufgeführt.

1692 Herzog Ernst August erwirbt die neunte Kur des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.

1699 Dem Rat der Stadt wird von der Regierung eine neue Verfassung aufgezwungen.

1701 Kurfürstin Sophie wird zur Thronnachfolgerin in Großbritannien erklärt.

1711 Baubeginn der katholischen Clemenskirche auf der Neustadt, 1718 fertiggestellt nach Plänen des Venezianers Tommaso Giusti.

1714 Kurfürst Georg Ludwig besteigt den englischen Thron als König Georg I. von Großbritannien. Damit beginnt die bis 1837 dauernde Personalunion zwischen Hannover und Großbritannien.

1725 Christian Ulrich Grupen wird Bürgermeister der Altstadt Hannover. Der über die Grenzen der Stadt hinaus bekannte Rechtsgelehrte stirbt 1767, nach 42 Jahren im Bürgermeisteramt.

1732 Als erste Zeitung Hannovers erscheint der "Wöchentliche hannoversche Intelligenz-Zettul".

1746 Erste Stadterweiterung: Die Aegidien-Neustadt wird nach Plänen von Baumeister Georg Friedrich Dinglinger angelegt.

1757 Im Siebenjährigen Krieg besetzen französische Truppen Hannover.

1759 Der Theaterdichter August Wilhelm Iffland wird im Leibnizhaus geboren. Der heutige Iffland-Ring trägt seinen Namen.

1776 Der Dichter Ludwig Heinrich Christoph Hölty stirbt in Hannover.

1780 Beginn der Niederlegung der Stadtmauer, nachdem die Verteidigungsanlagen der Stadt im modernen Krieg wirkungslos geworden sind.

1778 Gründung der "Königlichen Roß-Arzney-Schule", älteste Einrichtung ihrer Art in Deutschland. Seit 1887 führt sie die Bezeichnung Tierärztliche Hochschule.

1788 Adolf Freiherr Knigges aufklärerisches Buch "Über den Umgang mit Menschen" erscheint.

1790 Der Magistrat ernennt den Ballonflieger Blanchard nach einer Flugvorführung zum Ehrenbürger.

1797 Gründung der Naturhistorischen Gesellschaft.

1798 Johann Thomas Lamminger druckt das erste hannoversche Adressbuch, das seither jährlich erscheint.

1803 Französische Truppen besetzen das Kurfürstentum für ein Jahrzehnt. Im Königreich Westfalen ist Hannover 1810-1813 Hauptort des "Allerdepartements".

1814 Hannover wird königliche Residenzstadt infolge der auf dem Wiener Kongress erfolgten Erhebung des alten Kurfürstentums zum Königreich.

1821 Begründung des Stadtparlaments unter der Bezeichnung Bürgervorsteher-Kollegium. Ansätze für die Trennung von Verwaltung und Justiz.

1823 Eine "Spar- und Leih-Casse", die heutige Stadtsparkasse, wird gegründet.

1824 Erlass einer Verfassungsurkunde für die Stadt. Durch das in London ausgegebene Gesetz erfolgt auch die überfällige Vereinigung von Alt- und Neustadt unter einem Magistrat.

1826 Die erste mit Gas betriebene Straßenbeleuchtung auf dem europäischen Festland wird in Hannover in Betrieb genommen.

1828 Charlotte Kestner, geborene Buff, Vorbild der Lotte in Goethes Roman "Die Leiden des jungen Werthers", stirbt. Grabstein auf dem Gartenfriedhof.

1831 Gründung einer Höheren Gewerbeschule, Vorläufer der heutigen Universität. Die "Hannoversche Zeitung" erscheint als erste Tageszeitung der Stadt.

1832 Gründung des "Kunstverein für das Königreich Hannover".

1833 Eröffnung des stadthannoverschen Krankenhauses in Linden.

1834 Johann Egestorff, der 1803 als Böttchergeselle eine Kalkbrennerei in Linden übernommen hatte, stirbt. Er hinterlässt zahlreiche Betriebe, in denen 400 Arbeiter beschäftigt sind. Sein Sohn Georg gründet eine Eisengießerei und produziert Dampfmaschinen und Lokomotiven (später "Hanomag"). Linden entwickelt sich zum Standort der Textil- und metallverarbeitenden Industrie.

1835 Gründung des Historischen Vereins für Niedersachsen.

1837 Ende der Personalunion mit Großbritannien. König Ernst August besteigt den hannoverschen Thron. Eine seiner ersten Amtshandlungen: Aufhebung des Staatsgrundgesetzes von 1833. Magistrat, Bürgervorsteher-Kollegium und Stadtdirektor protestieren wie die "Göttinger Sieben" gegen die Grundgesetzverletzung. Stadtdirektor Rumann wird ins Gefängnis geworfen und seines Postens enthoben.

1843 Der erste Eisenbahnzug fährt von Hannover nach Lehrte. Die Ernst-August-Stadt, ein neuer Stadtteil zwischen Georgstraße und Eisenbahn entsteht nach Plänen von Georg Ludwig Friedrich Laves. Hannovers Bahnhof (Laves) ist der erste Durchgangsbahnhof Deutschlands.

1848 Revolution: Unruhen führen einen Regierungswechsel herbei. Teile der bisherigen Opposition sind nun in der Regierung des Ministeriums Bennigsen-Stüve vertreten. Demokraten und Republikaner findet man in der Stadt nur vereinzelt.

1851 Erstmals in Europa blüht im Herrenhäuser Berggarten eine "Victoria regia" (Seerose).

1852 Das Hoftheater an der Georgstraße, heute Opernhaus, wird eröffnet. Mit dem Bau nach Plänen von Laves war 1845 begonnen worden.

1857 Baubeginn des Welfenschlosses, der heutigen Universität Hannover.

1859 Eingemeindung der Vorstadt Hannover. Die Einwohnerzahl steigt von 35.000 auf 55.000, und die Stadtfläche wächst von 157 auf 2.354 Hektar.

1861 Enthüllung des Reiterstandbildes von König Ernst August vor dem Hauptbahnhof.

1863 Die Stadtverwaltung zieht aus dem zu klein gewordenen Alten Rathaus in das Wangenheimpalais.

1865 Am Rande der Eilenriede eröffnet der Zoologische Garten.

Zum Weiterlesen:

Hannover Chronik von den Anfängen bis zur Gegenwart: Zahlen, Daten, Fakten. Hg. Klaus Mlynek u. Waldemar R. Röhrbein. Hannover 1991.

Geschichte der Stadt Hannover (2 Bde.). Hg. Klaus Mlynek / Waldemar R. Röhrbein. Hannover 1992 / 1994.