Jubiläen 2026
160 Jahre Sachsenross
Der Bildhauer Albert Wolff schuf die Statue 1866 im Auftrag von König Georg V., aber einen Faible für Pferde hatten die Sachsen schon viel früher.
Sachsenross: Tischfigur aus Silber von Carl Büsch, 1904
So schreibt Dr. Ariane Walsdorf im digitalen Adventskaldender der Leibniz Universität Hannover: „Schon der legendäre Sachsenführer Widukind, der Hauptgegner Karls des Großen, soll seine Söhne einst Hingest [Hengst] und Horsa genannt haben. Die Sachsen liebten ihre Pferde! Sie bestatteten ihre tierischen Kampfgenossen ehrenhaft mit Zaumzeug und Trense. Liebevoll im Grab positioniert, sollten sie dem Verstorbenen vermutlich im Jenseits weiter als treues Reitpferd dienen. 24 Pferdegräber sind im altsächsischen Gräberfeld im Landkreis Cloppenburg archäologisch belegt. Die Tiere waren zwischen 2 und 18 Jahre alt. Viele Flur- und Ortsnamen in Niedersachsen tragen Namen mit Pferdebezug: Verden, Hersterberg, Rossenfelde. Ein typischer Giebelschmuck der Wedemark bei Hannover sind die gekreuzten Pferdeköpfe. Es scheint, dass das Pferd als Symbol der sächsischen Stammesidentität immer dann zum Einsatz kam, wenn Anspruch auf die Herrschaft über das gesamte (nieder-) sächsische Gebiet erhoben wurde. 1361 tauchte das Pferd erstmalig im Wappen und Siegel der Herzöge von Braunschweig und Lüneburg auf. In diesem Sinn, mit Rückgriff auf seine dynastischen Ansprüche, bestellte auch Georg V. 1861 das kolossale Sachsenrosse beim Tierbildhauer Albert Wolff aus Berlin. Dieser aber nahm es aus seiner „Löwenkämpfgruppe“ [heute vor dem Alten Museum in Berlin] ab. Unter Weglassung des Reiters und des Löwens stellte er das aufsteigende [und nicht springende] Pferd frei. In der ursprünglichen Gruppe schlägt der Löwe im Kampf die Pranke in den Bauch des Pferdes, welches [nachvollziehbar!] schmerzverzerrt dreinblickt. Seit 1879 steht es vor dem Welfenschloss und ist – natürlich! – ein „Sachsenross“, wenn auch nur ehrenhalber.“
Ursprünglich sollte die bronzene Statue auf der Balustrade des Welfenschlosses aufgestellt werden, was aber nach der Annektion des Königreichs Hannover von Preußen nicht in Frage kam. Die Verwendung des Sachsenrosses galt als Zugeständnis an die hannoversche Identität der Bevölkerung und wurde nicht unmittelbar als Symbol der Welfenfamilie angesehen. Es dauerte jedoch einige Jahre, bis das Provinzwappen genehmigt wurde. In der Folgezeit wurde das Sachsenross mehr denn je zum Inbegriff welfisch-hannoverscher Identität und zum Symbol des Widerstands gegen die preußische Herrschaft. Auch der Versand der Statue zur Weltausstellung nach Paris 1867 musste ausfallen, weil befürchtet wurde, der im Exil lebende König Georg V. könnte im Ausland Besitzansprüche anmelden. So stand die Statue jahrelang unter den Türen des Schloss-Hauptportals. Erst als im Jahre 1879 die Königliche Technische Hochschule, die spätere Universität Hannover, in das Gebäude einzog, fand das Pferd auf einem Steinsockel auf dem Vorplatz einen würdigen Standort. Dort steht es seitdem.
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover
2013 sorgte ein ungewöhnlicher Akteur dafür, dass die Statue weltweit bekannt wurde. Das „Krümelmonster“ stahl das Wahrzeichen des Gebäckunternehmens Bahlsen: einen vergoldeten Leibnizkeks. Mit einer roten Schleife verziert hing der wohl meistgesuchte Keks der Welt am 5. Februar 2013 vor dem Welfenschloss in Hannover am Hals des Niedersachsenpferdes. „Krümelmonster“ wählte offenbar eine große Kulisse für das vorläufige Finale des hannoverschen Keks-Krimis. Spekulationen, dass der Fundort des Kekses auf einen studentischen Keksdieb hinweise, wies ein Sprecher der Polizei als „pure Spekulation“ zurück. Vielleicht lag es einfach nahe, den vergoldeten Leibniz-Keks vor der Leibniz-Universität, die im Welfenschloss ihren Hauptsitz hat, zu platzieren. Keks und Uni sind beide nach dem hannoverschen Gelehrten Gottfried Wilhelm Leibniz benannt.
Quellen: Digitaler Adventskalender der Leibniz-Universität Hannover, Wikipedia,

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