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Ratgeber

Diebstahl

Augen auf und Tasche zu im Weihnachtstrubel

Die Polizei erklärt die unterschiedlichen Maschen der Langfinger und gibt Tipps, um sich vor Taschendiebstählen zu schützen.

Hand zieht Geldbörse aus Jackentasche. © hannover.de

Taschendiebe arbeiten gern in großem Gedränge.

Vorsicht vor Taschendieben

Ein gemütlicher Bummel über den Weihnachtsmarkt oder eine ausgiebige Shopping-Tour durch Kaufhäuser machen im Winter besonders viel Spaß - doch Vorsicht ist geboten: Taschendiebe kennen keine Saison. Gerade das Weihnachtsgetümmel lockt immer wieder Kriminelle an, die die Geldbörsen der Besucher klauen. In der Vorweihnachtszeit 2015 registrierte die Ermittlungsgruppe "Taschendiebstahl" der Polizeidirektion Hannover insgesamt 199 Taten, 23 davon ereigneten sich auf den Weihnachtsmärkten. Aus diesem Grund sind die Beamten auch in diesem Jahr wieder präsent und führen gezielte Maßnahmen durch.

Tipps der Polizei

Die Polizei rät, Geld, Papiere und andere Wertsachen in Brustbeuteln oder Gürteltaschen mitzuführen oder verschlossene Innentaschen zu nutzen. Handtaschen sollten stets geschlossen sein und mit der Verschlussseite zum Körper getragen werden. Es sollten keine Einblicke in die Geldbörse oder Brieftasche gewährt werden. Es sollte nur soviel Geld mitgeführt werden, wie benötigt wird und Scheckkarten sollten getrennt vom Bargeld aufbewahrt werden. Besondere Aufmerksamkeit ist in Menschenansammlungen oder im Gedränge geboten.

Tricks der Taschendiebe

Meist sind professionell organisierte Banden unterwegs. In der Regel gehen Taschendiebe in Teams von mehreren Tätern arbeitsteilig vor. Dabei nutzen sie Tricks oder schlagen nach einem selbst verursachten Gedränge zu.

Auf Seiten der Opfer sind überwiegend Frauen betroffen. Das Repertoire der Taschendiebe ist äußerst umfangreich, fast täglich werden neue Finessen bekannt. Die Polizei erklärt die unterschiedlichen Maschen der Langfinger.

Die unterschiedlichen Maschen der Langfinger und Tipps, um sich generell vor Taschendiebstählen zu schützen

  • Der Rempel-Trick: Das Opfer wird im Gedränge angerempelt oder "in die Zange" genommen; beim Einsteigen stolpert der Vordermann, er bückt sich oder bleibt plötzlich stehen. Während das Opfer aufläuft und abgelenkt ist, greift ein Komplize in die Tasche.
  • Der Drängel-Trick: In vollen Bussen oder Bahnen rückt ein Dieb unangenehm dicht an das Opfer heran, das ihm den Rücken zuwendet und so die Tasche "griffbereit" anbietet.
  • Der Stadtplan-Trick: Fremde fragen das Opfer nach dem Weg und halten ihm einen Stadtplan vor oder bitten es - etwa auf Bahnhöfen - an einen ausgehängten Plan. Während sich das Opfer orientiert und abgelenkt ist, plündern andere Täter die Hand- oder Umhängetasche.
  • Der Geldwechsel-Trick: Fremde bitten das Opfer, eine Münze zu wechseln. Wenn das Opfer die Geldbörse zieht und das Münzfach öffnet, wird es vom Täter abgelenkt. Während dieser beispielsweise seine Münze in die Börse wirft, nimmt er Banknoten heraus.
  • Der Beschmutzer-Trick: Insbesondere nach einem Bankbesuch wird das Opfer "versehentlich" mit Ketchup, Eis oder einer Flüssigkeit bekleckert. Beim wortreichen Reinigungsversuch verschwindet das gerade abgehobene Geld aus der Bekleidungstasche.
  • Der Supermarkt-Trick: Im Supermarkt fragen Fremde das Opfer nach einer bestimmten Ware. Während es danach sucht, wird die Tasche am Einkaufswagen ausgeräumt.
  • Der Hochhebe-Trick: In einer Gaststätte behauptet jemand, das Gewicht des Opfers schätzen zu können. Beim Hochheben "zieht" er oder ein Komplize die Geldbörse.
  • Der Bettel-Trick: Kinder halten dem Opfer im Lokal ein Blatt Papier vor mit der Bitte um eine Spende. Oder sie tollen auf der Straße um das Opfer herum und betteln es an. Dabei nutzt einer die Ablenkung für den raschen Griff nach der Geldbörse oder in die Handtasche.
  • Der Blumen-Trick: Ein Fremder begrüßt das Opfer freundschaftlich, umarmt es oder steckt ihm eine Blume an. Während das Opfer verdutzt ist, verschwindet die Brieftasche.
  • Der Taschenträger-Trick: "Taschenträger" oder "-trägerinnen" spähen ältere Frauen beim Einkaufen aus und bieten ihnen scheinbar hilfsbereit an, den Einkauf nach Hause zu tragen. Dort eilen sie mit der Tasche die Treppe hinauf, während der ältere Mensch nicht so schnell hinterherkommt. Unterwegs nehmen sie die Geldbörse heraus, stellen die Tasche vor die Tür und kommen dem Opfer grüßend entgegen. Der Verlust wird erst später bemerkt.