Asperger und der Nationalsozialismus – Forschungen, Aufarbeitung und ein Diagnose-Begriff in Diskussion
Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Herwig Czech und Dr. Imke Heuer
Hans Asperger (1906-1980), die zentrale Figur der österreichischen Heilpädagogik, erlangte ab den 1980er Jahren zunehmend internationale Bekanntheit als Pionier der Autismusforschung. In der Thematisierung von Aspergers Verhältnis zum Nationalsozialismus dominierte lange ein apologetisches Narrativ. Ein 2018 erschienener Beitrag von Herwig Czech in der Fachzeitschrift Molecular Autism legte demgegenüber Aspergers Verstrickungen in der NS-Zeit offen, die von öffentlichen Bekenntnissen zur „Rassenhygiene“ bis hin zu Überweisungen von Kindern an die berüchtigte Wiener „Euthanasie“-Anstalt Am Spiegelgrund reichten.
Der Abend beginnt mit einem Vortrag von Prof. Dr. Herwig Czech. Anschließend fokussiert Dr. Imke Heuer den Umgang mit der nach Hans Asperger benannten Autismus-Diagnose aus der Perspektive der autistischen Selbstvertretung. Im Anschluss besteht Gelegenheit zur Diskussion.
Der Abend wird moderiert von Dr. Wiebke Hiemesch (ZeitZentrum Zivilcourage) und Simone Hatami (ZAK Germany).
Univ.-Prof. Dr. Herwig Czech, Professor für Geschichte der Medizin am Institut für Ethik, Sammlungen und Geschichte der Medizin der MedUni Wien. 2024 erschien sein Buch Hans Asperger und der Nationalsozialismus. Geschichte einer Verstrickung im Gießener Psychosozial-Verlag.
Dr. Imke Heuer, Autistin, aktiv in der Selbstvertretung autistischer Menschen, Literatur- und Kulturwissenschaftlerin, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), Referentin im ZAK Germany.
Teilnahme
Anmeldung unter: https://www.zak-germany.de/event/asperger-nationalsozialismus-live/
Es gibt zudem die Möglichkeit an einer Live Übertragung teilzunehmen.
Anmeldung unter: https://www.zak-germany.de/event/asperger-nationalsozialismus-online/