In dem nahezu unbekannten Außenlager des KZ Neuengamme in Watenstedt (Salzgitter) mussten männliche und weibliche Häftlinge ab Juni 1944 für die Stahlwerke Braunschweig (Reichswerke Hermann Göring) Hülsen für schwere Bomben und Granaten herstellen. Um im überfüllten Hauptlager Neuengamme Platz für die Sammlung skandinavischer Gefangener zu schaffen, nötigte die SS das Schwedische Rote Kreuz Ende März 1945, 2.000 Schwerkranke mit den Weißen Bussen nach Watenstedt und Hannover zu bringen. Beiden Geschichten geht der Historiker Dr. Bernhard Strebel erstmals systematisch nach und thematisiert auch die Rückführungen und Krankentransporte aus den Außenlagern (u. a. in Hannover) und die Etablierung von Schonungsblöcken für arbeitsunfähige Häftlinge im Stammlager Neuengamme.
Bernhard Strebel: Gewalt im KZ und eine humanitäre Rettungsaktion. Das Außenlager Watenstedt, der Lagerkomplex Neuengamme und die Aktion Weiße Busse, Göttingen 2026, 680 Seiten. ISBN 978-3-8353-5939-0