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Szenische Lesung Sinti und Roma

Diese Veranstaltung, Teil des Rom*nja Power Month, beleuchtet den Genozid an Rom*nja und Sinti*zze im Nationalsozialismus.

Szenische Lesung von RomnjaPower

Der schwere Weg zur Anerkennung des Genozids an Sinti*zze und Rom*nja in der NS-Zeit

Antiziganismus, also der spezifische Rassismus gegen Sinti*zze und Rom*nja oder dafür gehaltene Menschen, ist in Europa seit Jahrhunderten weit verbreitet und tief im kollektiven Bewusstsein verankert.

Ebenso die Wahrnehmung und die Konstruktion von Sinti*zze und Rom*nja als „fremd" - ein über Jahrhunderte reproduziertes Stereotyp. Vor etwa 600 Jahren kamen Sinti*zze und Rom*nja nach Westeuropa und bereits aus dieser Zeit sind die ersten Verfolgungen und Ausgrenzungen dokumentiert. Die rassistischen Stereotype sind über die Jahrhunderte erstaunlich stabil geblieben - auch daran sieht man, dass es sich um eine Projektion, ein Feindbild der Dominanzgesell-schaft handelt, nicht um die Eigenschaften real existierender Menschen. Ihre Ausgrenzung, Diffamierung und Verfolgung gipfelte im rassistischen Genozid durch die Nationalsozialisten: Etwa eine halbe Million Sinti*zze und Rom*nja wurden ermordet - das waren 90 Prozent der Community. Erst 1982 wurde dieser Genozid überhaupt als solcher anerkannt.

Heute sind Sinti*zze und Rom*nja mit 10 bis 12 Millionen Menschen die größte europäische Minderheit. Der Sensibilisierungsgrad ist in der deutschen und anderen europäischen Dominanzgesellschaften so gering, dass Stereotype mitunter nicht mal als solche erkannt werden.

 

Worum geht es?

Der Roma Aether Klub Theater Berlin in Kooperation mit dem Rom*nja Theater-kollektiv Berlin widmet sich in dieser szenischen Lesung, organisiert durch das Projekt „Kompetenzstelle gegen Antiziganismus" und eingebettet in den von Romaniphen e.V. organisierten Romnja* Power Month, dem Thema Erinnern.

Im Nationalsozialismus wurden Rom*nja und Sinti*zze systematisch rassistisch verfolgt und ermordet. Lange wurde dieser Genozid (Romanes: Porajmos) in Deutschland nicht anerkannt. Das transgenerationale Trauma hat sich tief in das Leben der Minderheit eingeschrieben. Die fehlende Aufarbeitung des Porajmos durch die Dominanzgesellschaft erhält bis heute die rassistischen Stereotype und reproduziert fortlaufend strukturelle und gesellschaftliche Diskriminierung.

Doch schon immer hat es Widerstand und Empowerment aus der Community gegeben - auch heute. Das Erkämpfen der Mitbestimmung des gesamtgesellschaftlichen Erinnerns, der Hoheit über die eigenen Identitäten und der Selbstbestimmung von Rom*nja und Sinti*zze prägt die Biografien der Community.

Wir möchten durch diese szenische Lesung aus dem Erzählband „Erinnern an eine Zukunft" gemeinsam genauer hinschauen und uns mit einer pluralen Erinnerungskultur auseinandersetzen.

 

Termine

07.04.2026 ab 18:00 Uhr

Dies ist eine Veranstaltung mit freiem Eintritt

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