Museum August Kestner zeigt aufgearbeitete Mittelaltersammlung

Ausstellung „Mittendrin: Mittelalter“

Museum August Kestner zeigt aufgearbeitete Mittelaltersammlung

Neue alte Schätze aus der Mittelaltersammlung des Museums August Kestner können Besuchende seit dem 8. Oktober 2026 im historischen Treppenhaus des Museums bestaunen. Hintergrund ist ein Forschungsprojekt.

Ca. 800 Jahre alt: Weihrauchschiff

Mittelalterliche Relikte zwischen Kunst und Wissenschaft

Die Präsentation der teilweise 900 Jahre alte Relikte ist Teil eines dreijährigen Forschungsprojektes unter der Leitung der Kunsthistorikerin Dr. Mirjam Brandt. Ziel ist, die umfangreiche Mittelaltersammlung des Museum August Kestner neu aufzuarbeiten. Bisher unbekannten Schätzen der Sammlung soll mehr Sichtbarkeit verliehen werden, darunter Textilien, Elfenbein- und Holzschnitzereien. Derzeit kann nur ein kleiner Teil der teilweise sehr licht- und klimaempfindlichen Sammlung ausgestellt werden, wie z. B. der berühmte „Fischbecker Kopf“. Erst nach der Sanierung des Museumsgebäudes werden sich ideale Möglichkeiten für eine Präsentation bieten.  

Eine zentrale Vitrine stellt die wechselnden Objekte und Themen vor. Den Auftakt bildet eine Auswahl von hochmittelalterlichen Emaille-Arbeiten aus den Werkstätten des südfranzösischen Limoges. Eine weitere Besonderheit bilden ausgewählte niedersächsische Brakteaten, eine spezielle, einseitig geprägte Pfennigart.

Die Mitmach-Station vermittelt verschiedene Techniken der Metallverarbeitung. Kinder und Erwachsene erhalten durch Bilder und Sounds Eindrücke von Arbeiten in einer Goldschmiedewerkstatt, erraten Geräusche und gestalten Anhänger aus Goldfolie. 

Erforschung der Ausstellungsobjekte

Im Rahmen des Projekts werden die Objekte umfassend neu erforscht. In regelrechter Detektivarbeit wird ihrer Historie nachgespürt: Wo befinden sich ähnliche Objekte? Was ist (k)eine Fälschung? Welche Geschichte steckt hinter den Kunstwerken? Die Ergebnisse und Fotografien werden der Öffentlichkeit auf der Plattform museum-digital zugänglich gemacht. Gefördert wird das Projekt von der Ernst von Siemens Kunststiftung, der VGH Stiftung sowie der Klosterkammer Hannover.

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