Seit dem Mittelalter zählt die Marktkirche zu Hannovers Wahrzeichen. Das Gotteshaus im Stil der norddeutschen Backsteingotik stammt aus dem 14. Jahrhundert. Gemeinsam mit dem benachbarten Alten Rathaus gilt die Marktkirche als südlichstes Beispiel für diesen Baustil. Das Innere der Hallenkirche beeindruckt heute als schlichter Raum von stattlicher Höhe. Vier Paare mächtiger runder Pfeiler aus Ziegelstein tragen das Deckengewölbe und gliedern St. Georgii et Jacobi – so der offizielle Name des Gotteshauses.
Die Marktkirche ist eine Station der Wandelkonzerte am 6. Juni.
- Bachchor 19:00 | 20:00 | 21:00 Uhr
Meditative Klangräume zwischen Tradition und Gegenwart: Gregorianische Linien des Agnus Dei eröffnen den Abend und treten in einen Dialog mit zeitgenössischen Deutungen. Werke von Alwin Michael Schronen, John Cage und John Tavener entfalten dabei unterschiedliche Formen klanglicher Reduktion und spiritueller Versenkung. Mit dem Agnus Dei aus der doppelchörigen Messe von Frank Martin – dessen Entstehung sich zum 100. Mal jährt – findet das Programm einen eindrucksvollen Höhepunkt zwischen archaischer Schlichtheit und expressiver Klangfülle. - Finale mit allen Chören 22:30 Uhr
Den glanzvollen Abschluss des Abends bildet das gemeinsame Konzert aller beteiligten Chöre – ein eindrucksvolles Erlebnis von Klang, Raum und Gemeinschaft. Als Höhepunkt dieser Chornacht erklingt eine äußerst rare Live-Aufführung: Thomas Tallis’ monumentale 40-stimmige Motette Spem in alium. Diesen Auftakt des Abschlusskonzertes gestalten der Figuralchor und das Collegium Vocale mit diesem Meisterwerk aus dem Jahr 1570. Im Kreis verteilt entsteht so für das Publikum ein überwältigender, räumlich erfahrbarer Renaissance-Klang. Dieses berühmte Renaissance-Werk ist während der KunstFestSpiele in der barocken Galerie in Herrenhausen auch als faszinierende 40-Kanal-Klanginstallation der kanadischen Künstlerin Janet Cardiff zu erleben!
Im weiteren Verlauf präsentieren sich die Chöre einzeln im Raum verteilt mit charakteristischen Beiträgen: Der Bachchor mit Cantate Domino von Claudio Monteverdi, der Knabenchor mit Die Nacht von Franz Schubert, der Mädchenchor mit Zwei Beter von Avo Pärt, der Johannes-Brahms-Brahms-Chor mit Brittens Rosa Mystica, Vivid Voices mit Enjoy the Silence von Martin L. Gore im Arrangement von Eric Whitacre sowie das Junge Vokalensemble mit Let Me Fly von Robert De Cormier.Den prächtigen Abschluss gestalten alle Chöre gemeinsam mit Deo gratia à 36 von Johannes Ockeghem unter der Leitung von Christian Rohrbach. Ein beeindruckendes Zeichen der lebendigen Chorgemeinschaft in Hannover.