Briefe aus Theodor Lessings Nachlass für Stadtarchiv Hannover
Stadtarchiv Hannover
Briefe aus Theodor Lessings Nachlass für Stadtarchiv Hannover
Das Stadtarchiv Hannover erhält neue Dokumente aus dem Nachlass Theodor Lessings: Der Freundeskreis des Stadtarchivs hat mit Unterstützung der Theodor-Lessing-Foundation Briefe und Postkarten des Philosophen und Publizisten ersteigert und der Stadt am 30. September übergeben. Die Schriftstücke geben Einblicke in Lessings Auseinandersetzung mit den Folgen eines Zeitungsartikels über die Wahl Paul von Hindenburgs zum Reichspräsidenten 1925.
Nahmen die Schenkung entgegen: Bürgermeister Thomas Klapproth (links) und Dr. Peter Sauer, Vorsitzender des Freundeskreises Stadtarchiv Hannover (rechts), mit George Phocas (mitte), einem Urenkel Theodor Lessings.
Der Freundeskreis des Stadtarchivs Hannover hatte die Schriftstücke bei einer Auktion in der Schweiz ersteigert. Bei einer Feierstunde im Sammlungszentrum übergab er sie nun dem Stadtarchiv.
Zur Übergabe war George Phocas, ein in den USA lebender Urenkel Theodor Lessings, nach Hannover gekommen. Er nahm zugleich als Vertreter der Theodor-Lessing-Foundation teil. Bürgermeister Thomas Klapproth und Stadtarchivdirektor Dr. Carsten Stühring nahmen die Schenkung für die Landeshauptstadt entgegen.
Briefe an Verleger Max Schmidt
Einer der Briefe aus dem Nachlass von Theodor Lessing.
Die neu hinzugekommenen Briefe und Postkarten hatte Theodor Lessing an seinen Verleger Max Schmidt gerichtet. Darin beschäftigt er sich unter anderem mit den Folgen seines kritischen Zeitungsartikels über die Wahl Paul von Hindenburgs zum Reichspräsidenten im Jahr 1925.
Der Beitrag führte seinerzeit zu heftigen, auch antisemitisch motivierten Angriffen gegen Lessing. Der zunehmende Druck hatte schließlich seine Beurlaubung als Universitätsprofessor zur Folge.
„In den neuerlichen Quellen erwarten wir weitere Einblicke in die Sichtweise Lessings auf diese Kampagne sowie in die Planung weiterer Schritte/Publikationen in diesem Zusammenhang. Auch das Verhältnis von Theodor Lessing und Max Schmidt kann durch die Lektüre der Schriften weiter erforscht werden“, betont Dr. Carsten Stühring die Bedeutung der Schenkung für das Stadtarchiv.
Lessing-Nachlass im Stadtarchiv ergänzt
Das Stadtarchiv Hannover bewahrt bereits den schriftlichen Nachlass von Theodor und Ada Lessing mit fast 3.300 Archivalien beziehungsweise Verzeichnungseinheiten auf. Die nun übergebenen Schriftstücke ergänzen diesen Bestand um weitere Quellen, die künftig für die historische Forschung zur Verfügung stehen.