Was hat Jugendliche in der DDR geprägt. Podiumsgespräch mit zwei Zeitzeugen in der Zentralbibliothek.
Jungsein in Demokratie und Diktatur
Was unterscheidet das Aufwachsen in einer Diktatur von dem in einer Demokratie? Was hat Jugendliche in der DDR geprägt und was treibt junge Menschen heute um? In dieser Veranstaltung werden Generationen miteinander ins Gespräch gebracht: welche Erfahrungen sind vergleichbar und welche entscheidenden Unterschiede gibt es?
Gäste:
Matteo Feind, geboren 2005, spricht heute als Vertreter der Jugendlichen der Gegenwart. Er ist Vorsitzender des Landesschülerrates Niedersachsen und interessiert sich insbesondere für die Partizipation und Beteiligung von Jugendlichen in der Schule. Ihm ist es wichtig, dass junge Menschen lernen, ihre Stimme zu nutzen und Verantwortung zu übernehmen.
Tim Eisenlohr, geboren 1973, ist Zeitzeuge für eine Kindheit in Ost-Berlin. Als Schüler geriet er wegen kritischer Fragen und seines unangepassten Verhaltens in Konflikt mit dem DDR-Schulsystem. Als Tim 1987 bei der oppositionellen Umwelt-Bibliothek im Ausleihdienst und bei der Herstellung der „Umweltblätter“ (einer unabhängigen Stimme jenseits der staatlich kontrollierten Medien) arbeitete, kam es in der Nacht vom 24. auf den 25. November 1987 zur Aktion „Falle“: die Staatssicherheit nahm ihn zusammen mit sechs weiteren Mitarbeitenden fest und verhörte den damals 14-Jährigen für acht Stunden. Die Razzia löste eine breite Solidaritätswelle aus. Bis zu seiner Ausreise im Sommer 1989 blieb Tim Eisenlohr in der Umwelt-Bibliothek aktiv. Seit 2013 arbeitet er freiberuflich als Zeitzeuge und Referent in der politischen Bildung und spricht mit Jugendlichen über die DDR, Zivilcourage und die Frage, wann Menschen beginnen, sich einzumischen.
In Kooperation mit der Bundesstiftung Aufarbeitung.