„Das Objekt der letzten Nacht ist ein Komet.“ Diese Notiz vom 2. August 1786 findet sich im Tagebuch der Astronomin Caroline Lucretia Herschel, 1750 in Hannover geboren und 1848 hier verstorben.
Von ihrer Mutter zur Weißnäherin ohne weitere Schulbildung bestimmt, vom Vater in der Musik befördert, ging sie im Jahr 1772 zu ihrem älteren Bruder Friedrich Wilhelm (1738–1822) nach Bath im Süden Englands. Gemeinsam mit ihm machte sie bedeutende astronomische Entdeckungen. 1781 entdeckte ihr Bruder den Planeten Uranus und stieg zum Königlichen Hofastronomen auf. Sie selbst erhielt mit der Entdeckung ihres ersten Kometen eine feste königliche Apanage.
1822 – wenige Wochen nach dem Tod ihres Bruders – kehrte Caroline Herschel aus England nach Hannover zurück. Sie unterhielt Kontakte zu bedeutenden Wissenschaftlern ihrer Zeit, die fast nie Hannover besuchten, ohne ihr die Aufwartung zu machen.
Caroline Herschel hinterließ eindrucksvolle und äußerst lesenswerte Memoiren und Briefwechsel, die im Jahr 1876 von Mary Herschel, ihrer angeheirateten Nichte, erstveröffentlicht wurden.