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Chronik

Aus der Geschichte der Stadtbibliothek Hannover

Braunschweigische und Lüneburgische Chronica © Stadtbibliothek Hannover

Heinrich Bünting: Braunschweigische und Lüneburgische Chronica. Magdeburg: Donat,  1584 (StB Hannover, H 1289)

Allgemeines

Die ältesten Bestandsegmente der Stadtbibliothek Hannover sind die Ratsbibliothek, die Bibliothek an der Kreuzkirche, die Bibliothek Löwensen und die Bibliothek an der Aegidienkirche. Die Ratsbibliothek ist die älteste Wurzel des heutigen großstädtischen Bibliothekssystems. Für viele hannoversche Bürgermeister, namentlich Bartold und Bernhard Homeister im 16. Jahrhundert sowie Christian Ulrich Grupen und Ernst Anton Heiliger im 18. Jahrhundert, war ihre Förderung auch ein persönliches Anliegen.

15. Jahrhundert

1440
Konrad von Sarstedt, Kirchherr an der Marktkirche, stiftet seinen Buchbesitz – noch ausnahmslos Handschriftenbände – der hannoverschen Hauptkirche. Die Verantwortung für die Sammlung wird dem Rat der Stadt Hannover übertragen.

1479
Der Büchernachlass des Lübecker Domherrn Volkmar von Anderten, Spross eines der vornehmsten hannoverschen Geschlechter, bereichert den städtischen Buchbesitz um zahlreiche Handschriftenbände und Inkunabeln (Frühdrucke). Die Ratsbibliothek beginnt zu wachsen. Ihre Blütezeit erlebt sie im 16. Jahrhundert.

16. Jahrhundert

1553
Bartold Homeister erwirbt den Nachlass des Reformators Antonius Corvinus für die Ratsbibliothek.

1558
Der Nachlass des ersten lutherischen Predigers an der Marktkirche Georg Scarabaeus bzw. Scharnikau vergrößert den städtischen Buchbesitz. Viele Bände werden in einem frühen Versuch der Buchsicherung buchstäblich „an die Kette gelegt“. Diese „Kettenbücher“ sind eine Besonderheit der Ratsbibliothek.

1599
David Meier, Prediger an der Kreuzkirche und später an der Marktkirche, ruft eine erste öffentlich zugängliche Bibliothek ins Leben und bittet dafür hannoversche Bürger um Buch- und Geldspenden. Viele Bände der „Bibliothek an der Kreuzkirche“ sind mit farbigen Stifterwappen geziert.

17. Jahrhundert

Die Zeitläufte sind unruhig, es gibt nur wenige Neuzugänge im Buchbestand. Die Entwicklung der Ratsbibliothek stagniert.

18. Jahrhundert

1708
Der Nachlass des Pastors Johann Diedrich Löwensen, seit 1678 Prediger an der Aegidienkirche, bildet die heutige „Bibliothek Löwensen“. Ihr Druckkatalog erscheint 1710. Zwischen 1780 und 1792 getätigte Zukäufe sind in der „Bibliothek an der Aegidienkirche“ versammelt.

19. Jahrhundert

1886
Die „Große Lesegesellschaft“, deren Gründung auf das Jahr 1789 zurückgeht, löst sich auf. Ihre Büchersammlung, die „Societäts-Bibliothek“, bereichert den städtischen Buchbesitz um Biografien, Reisebeschreibungen und schöngeistige Literatur des 19. Jahrhunderts.

1889
Die Stadtbibliothek zieht in den von Hermann Kestner gestifteten und nach ihm benannten Museumsbau.

1890
Über 5.000 Bände aus dem Nachlass Hermann Kestners werden städtisches Eigentum.

20. Jahrhundert

1903
Martin Börsmann vermacht seine umfangreiche Büchersammlung niederdeutscher Literatur und Sprache der Provinzhauptstadt Hannover, die sie der Stadtbibliothek übergibt. Die „Sammlung Börsmann“ wird durch Neuerwerbungen ergänzt und fortgeführt.

1921
Mit der Angliederung der ersten städtischen Volksbücherei beginnt sich unter dem Namen „Stadtbüchereien“ das hannoversche öffentliche Bibliothekssystem zu entwickeln.

1931
Nach den Plänen von Karl Elkart bekommt die Stadtbibliothek an der Hildesheimer Straße 12 ein eigenes Gebäude mit Backsteinfassade und charakteristischem Magazinturm.

1956
Die Stadtbibliothek erhält einen Erweiterungsbau. Sie wird nach dem Vorbild der anglo-amerikanischen „public libraries“ zu einer Freihandbibliothek mit Fachbereichsgliederung.

1974
Zweiter Erweiterungsbau der Stadtbibliothek

21. Jahrhundert

2003
Dritter Erweiterungsbau der Stadtbibliothek