Kulturförderung Region Hannover
Neue Förderkulisse: Mehr Geld für kulturelle Bildung
Region Hannover fördert Kulturszene mit insgesamt rund 1.000.000 Euro pro Jahr.
28.05.2026 – Mehr kreativer Spielraum und größere finanzielle Planungssicherheit für Kulturinstitutionen, Künstler*innen und Kulturakteur*innen in Hannover und im Umland: Die Region Hannover hat ihre Kulturförderkulisse für den Zeitraum 2027 bis 2029 verlängert und zugleich inhaltlich neu aufgerichtet. Insgesamt stehen jährlich Mittel in Höhe von 955.000 Euro bereit, die in die Sparten Chorförderung, Kulturelle Bildung, Bildende Kunst/Kunstvermittlung, Spielplanförderung, Institutionelle Förderung, Theaterpädagogik, Junges Schauspiel und das Theater für Niedersachsen fließen sollen. Das hat die Regionsversammlung in ihrer Sitzung im Mai einstimmig beschlossen.
„Ich freue mich über das klare Votum der Regionsabgeordneten für die Kulturförderung in der Region Hannover. Damit erhält die durch die Region finanzierte Kulturszene auch in den nächsten drei Jahren verlässliche finanzielle Rahmenbedingungen und die notwendige Planungssicherheit.“, betont Isabella Gifhorn, Kulturdezernentin der Region Hannover. Gifhorn weiter: „Kulturförderung entfaltet eine Wirkung, die weit über das Ermöglichen einzelner Veranstaltungen hinaus geht: Sie stärkt demokratische Prozesse, eröffnet gesellschaftliche Teilhabe und trägt nachhaltig zur Demokratiebildung bei. Gerade vor dem Hintergrund aktueller politischer und gesellschaftlicher Entwicklungen ist das ein wichtiges Signal.“
Was ändert sich an der Förderkulisse?
Verglichen mit der Kulturförderkulisse der Jahre 2024 bis 2026 fließt etwas weniger Geld in die Spielplanförderung (75.000 Euro) – die hier gekürzten 25.000 Euro kommen der neuen Fördersparte Bildende Kunst/Kunstvermittlung zugute (55.000 Euro), die wiederum das bisherige Tandem Bildende Kunst ersetzt und etablierten ebenso wie Nachwuchskünstler*innen in der Region Hannover neue Gestaltungsräume eröffnen soll. Die bisherige Projektförderung aus Regionsmitteln (75.000 Euro) wird aufgelöst: Die Mittel fließen in die neu aufgestellte Kulturelle Bildung (150.000 Euro) und in die Chorförderung (75.000 Euro). Dafür hat das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur bereits in Aussicht gestellt, die regionalisierte Projektförderung ab 2027 deutlich zu erhöhen. Ein weiteres Novum: Mit Blick auf den Ausbau des Ganztags sind künftig erstmals alle Schulen in der Region Hannover förderberechtigt.
Wer profitiert von der Förderung und wie hoch fällt sie aus?
Gesang wird in der Region Hannover gepflegt: Die hohe Zahl von über 200 Chören dokumentiert eine gewachsene regionale Chortradition. Gewachsen aus einer zunächst einmaligen Sonderförderung ist die Chorförderung mittlerweile eine stark nachgefragte Sparte in der Förderkulisse und war in den vergangenen Jahren regelmäßig überzeichnet. Etliche neue Chöre, zum Beispiel der Queerchor Hannover, der ukrainische Chor Kalyny oder der Frauenchor Quintensprung, sind seit 2022 entstanden und tragen dazu bei, die regionale Kulturarbeit in ihrer Qualität und Diversität zu stärken und flächendeckend Teilhabe zu ermöglichen. Die von 50.000 auf 75.000 Euro erhöhte Fördersumme soll in Workshops, Wettbewerbe, Proben, Stimmbildung, aber auch in Qualifikation im Ehrenamt, Öffentlichkeitsarbeit und notwendige Anschaffungen fließen.
Hinter dem Begriff der Kulturellen Bildung verbirgt sich mehr als die Vermittlung kunstästhetischer Inhalte. Kulturelle Bildungs- und Vermittlungsangebote ermöglichen Teilhabe und Partizipation unabhängig von Bildung, Einkommen oder Herkunft. Auch der Förderbereich Kulturelle Bildung ist seit seiner Einführung stark nachgefragt und die zur Verfügung stehenden Mittel von bislang jährlich 100.000 Euro regelmäßig überzeichnet. Künftig stellt die Region für Bildungs- und Vermittlungsvorhaben in den Sparten Darstellende Kunst, Bildende Kunst, Musik, Literatur, Soziokultur, Medienkunst, Fotografie/Film und Museumsarbeit in Summe 150.000 Euro pro Jahr zur Verfügung. Neu ist die Antragsberechtigung von Fördervereinen aller Schulformen in der Region Hannover.
Das Förderprogramm Bildende Kunst und Kunstvermittlung ersetzt das „Tandem Bildende Kunst“ und kommt – anders als beim bisherigen Tandem – sowohl bereits etablierten Künstler*innen als auch jungen Nachwuchskünstler*innen bei der Konzeption und Durchführung eines öffentlich zugänglichen Ausstellungsprojekts zugute. Kooperationen zwischen Kultureinrichtungen und Künstler*innen sind auch weiterhin möglich, aber nicht mehr verpflichtend. Hinzu kommt eine individuelle Förderung bei der Realisierung eigener Ausstellungen. Die finanzielle Ausstattung dieses Förderprogramms liegt bei 55.000 Euro.
In die Spielplanförderung fließen im Förderzeitraum 2027 bis 2029 jeweils 75.000 Euro pro Jahr. „Damit unterstützen wir Kommunen und die in der Regel ehrenamtlich getragenen Kulturvereine im ländlichen Raum dabei, den Menschen vor Ort ein qualitätsvolles Theaterangebot auch abseits des großstädtischen Theaterbetriebs anbieten zu können“, erklärt Stefani Schulz, Leiterin des Teams Kultur der Region Hannover. Dieses Förderinstrument sei für viele ehrenamtliche Veranstalter*innen mit großen Theatersälen ab 300 Plätzen ein Garant, um überhaupt die nächsten Spielpläne finanziell abgesichert planen und Gastspiele einkaufen zu können.
Die Institutionelle Förderung dient der Sicherung und Stärkung kultureller Einrichtungen in der Region Hannover und ist mit 250.000 Euro pro Jahr der größte Förderbereich. Hier geht es um Räume für Begegnung, Austausch und Partizipation, die gemeinschaftlich gestaltete demokratische Lebensentwürfe nachhaltig stärken. Das können Museen sein, künstlerisch-kulturelle Einrichtungen unterschiedlicher Sparten, wie beispielsweise in der 2026 endenden aktuellen Förderperiode das Autor*innenzentrum, das Theater zwischen den Dörfern in Wennigsen, die Galerie Bohai, die Kulturfabrik Krawatte in Barsinghausen oder die Villa Seligmann, die ein vielfältiges und generationsübergreifendes Programm anbieten. Das besondere Augenmerk gilt der Stärkung sogenannter „Dritter Orte“ in der Region Hannover.
Gleich drei Förderbereiche nehmen die Bühne als Ort von Teilhabe und Demokratiebildung in den Fokus: Die Theaterpädagogik mit Mitteln in Höhe von 150.000 Euro pro Jahr kommt über einen Zeitraum von drei Jahren Anbieter*innen theaterpädagogischer Inhalte zugute, die in der Region Hannover theaterpädagogische Projekte und Vorhaben in unterschiedlichen Einrichtungen und für verschiedene Zielgruppen realisieren wollen. „Das verschafft Theaterpädagogik-Anbieter*innen eine dreijährige Planungssicherheit, die in ihrer Wirksamkeit über die Finanzierung eines Einzelprojekts deutlich hinausgeht“, so Stefani Schulz. Die Förderung ermöglicht schulische und außerschulische Projekttage und -wochen ebenso wie auf Wochen oder Monate hin konzipierte Bühnenproduktionen. Hinzu kommt die einem zielgerichteten Theater für Kinder und Jugendliche geltende Förderung für das Junge Schauspiel am Staatstheater Hannover (100.000 Euro) und die Förderung des Rabattsystems des Theaters für Niedersachsen (100.000 Euro), die wiederum den Kommunen in der Region Hannover zugutekommt.
Alle Infos zur Kulturförderung und zu den Antragsschlüssen auf: www.hannover.de/kulturfoerderung-der-region
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