Der Masterplan Mobilität 2035 beschreibt die strategische Ausrichtung der Mobilitäts- und Verkehrsentwicklung in der Landeshauptstadt Hannover bis zum Jahr 2035.
Der Rat der Landeshauptstadt Hannover hat im Dezember 2025 den neuen Masterplan Mobilität 2035 als strategisches und programmatisches Konzept der Mobilitätsplanung beschlossen. Dabei handelt es sich um die Fortschreibung des Masterplans Mobilität 2025. Beteiligt waren unter anderem ein begleitender Arbeitskreis Mobilität sowie ein losbasierter, aus Bürger*innen zusammengesetzter Mobilitätsrat.
Hannovers Mobilität im Wandel.
Mobilität und Verkehr in den nächsten Jahren in Hannover
Der neue Masterplan Mobilität 2035 handelt davon, wie sich Mobilität und Verkehr in den nächsten Jahren in Hannover entwickeln soll. Dabei sind veränderte Rahmenbedingungen und aktuelle Herausforderungen berücksichtigt, die sich aus dem Klimawandel und den gesellschaftlichen Entwicklungen ergeben.
Der Masterplan sieht in Hannover vor, den bereits erfolgreich eingeschlagene Weg in der Mobilitäts- und Verkehrsentwicklung konsequent fortzusetzen. Dazu sind auf gesamtstädtischer Ebene übergeordnete Leitlinien und konkrete Handlungsansätze entwickelt worden und zu einer zielgerichteten Gesamtstrategie zusammengeführt, um die Mobilität in Hannover heute und auch in Zukunft nachhaltig, sicher und nutzer*innengerecht für alle Menschen auszugestalten.
Prozess und neues Planungsleitbild
Die im Herbst 2023 begonnene Fortschreibung des Masterplans Mobilität sah zunächst die Durchführung einer umfassenden Bestands- und Potenzialanalyse vor. Nach Betrachtung der Ausgangssituation sowie Ausarbeitung heutiger Mängel, Herausforderungen und Chancen in Bezug auf die Mobilität in Hannover wurde das Planungsleitbild aus dem Masterplan Mobilität 2025 weiterentwickelt. Das neue Planungsleitbild nimmt eine zentrale Position innerhalb der Masterplanung ein. Es formuliert die grundsätzlichen Ziele der Planung als ökologische, soziale und ökonomische Leitsätze und Anforderungen an die Verkehrssysteme.
Benno-Ohnesorg-Brücke
Integrative Perspektive
Bereits aus den Planungszielen des Leitbildes geht hervor, dass die zukünftige Mobilität in der Landeshauptstadt Hannover nicht nur durch die sektorale Entwicklung der nachhaltigen Verkehrsträger geprägt sein wird. Aus der integrativen Perspektive heraus stehen Themen im Fokus, um den aktuellen und zukünftigen Herausforderungen zu begegnen. Dazu gehören die Verknüpfung der Verkehrsträger untereinander (Multi- bzw. Intermodalität) sowie die Aufwertung öffentlicher Räume unter anderem durch die Herstellung von Flächengerechtigkeiten zugunsten der Basismobilität Fußverkehr und der weiteren umweltfreundlichen Verkehrsträger.
Für den Kfz-Verkehr bleibt die zügige Erreichbarkeit von Gewerbestandorten und Angeboten der Daseinsvorsorge weiterhin sichergestellt durch ein leistungsfähiges Hauptverkehrsstraßennetz, gezielte Verkehrslenkung und die Bündelung der Verkehrsströme.
Königstraße
Handlungsschwerpunkte und -ansätze
Ausgehend vom neuen Planungsleitbild und den Erkenntnissen aus den Beteiligungsprozessen wurde ein integriertes Handlungskonzept erarbeitet. Die darin enthaltenen zehn gleichrangigen Handlungsschwerpunkte prägen die strategische Ausrichtung der Mobilitätsplanung der Landeshauptstadt Hannover bis 2035.
Die zehn Handlungsschwerpunkte
Ein durchgängiges und qualitätsvolles Fußverkehrsnetz bereitstellen
Lebenswerte Straßenräume und Plätze für alle schaffen
Das Radverkehrsnetz weiterentwickeln
Sichere und attraktive Fahrradabstellanlagen schaffen
Mobilitätsmanagement aufbauen
Weiterentwicklung des ÖPNV durch die Region Hannover unterstützen
Flexible Mobilitätsangebote ausweiten und verknüpfen
Das städtische Parkraummanagement weiterentwickeln
Das funktionale Straßennetz überprüfen
Stadtverträgliche Logistik weiterentwickeln
Stadtbahn in der Kurt-Schumacher-Straße
Integrierter Handlungsansatz
Die Handlungsschwerpunkte bündeln zahlreiche miteinander verknüpfte Ansätze und Maßnahmen. Berücksichtigt wurden integrativ zentrale Themen, wie zum Beispiel die Verknüpfung von Stadt- und Mobilitätsplanung sowie Querschnittsthemen wie Aufenthaltsqualität, Sicherheit und Teilhabe.
Beteiligung
Der Masterplan Mobilität 2035 wurde in einem umfangreichen Beteiligungsprozess erarbeitet. Neben einem regelmäßigen inhaltlichen Austausch in einer verwaltungsinternen, fachbereichsübergreifenden Arbeitsgruppe erfolgte die Beteiligung der Fachöffentlichkeit im prozessbegleitenden Arbeitskreis Mobilität. Im Arbeitskreis Mobilität vertraten rund 40 Personen Organisationen und Interessenverbände, Polizei, Ratsfraktionen sowie Mitglieder aus der Verwaltung der Landeshauptstadt und Region Hannover.
Die Beteiligung der Öffentlichkeit erfolgte über den ersten losbasierten Einwohner*innenrat (Mobilitätsrat) der Landeshauptstadt Hannover. Ihm gehörten 40 repräsentativ ausgewählte Bürger*innen der Stadt an. Durch den Mobilitätsrat konnten die persönlichen Erfahrungen, Meinungen und Interessen der Bürger*innen als Alltagsexpert*innen und als Teilnehmer*innen im Verkehr in den Arbeitsprozess eingebracht werden. Am Ende des Prozesses sind aus dieser Perspektive Empfehlungen zur Entwicklung der Mobilität im Handlungsrahmen der Masterplanfortschreibung festgehalten worden.
Ausblick
Der Masterplan Mobilität 2035 der Landeshauptstadt Hannover stellt keine abgeschlossene und starre Mobilitätsstrategie für die Jahre 2026 bis 2035 dar. Er versteht sich vielmehr als lebendiges strategisches Steuerungsinstrument. Da viele der umzusetzenden Maßnahmen erst über Jahre hinweg ihre volle Wirkung entfalten werden, ist es essenziell, ihre Umsetzung und den Fortschritt kontinuierlich zu evaluieren und gegebenenfalls aufgrund bestehender Erfordernisse bzw. Entwicklungen zielgerichtete Anpassungen vorzunehmen.
Radweg am Maschsee
Vorgänger Masterplan Mobilität 2025
Die Landeshauptstadt Hannover veröffentlichte 2011 den Masterplan Mobilität 2025. Der integrierte Verkehrsentwicklungsplan war 2008 bis 2010 aufgestellt worden als "Masterplan Mobilität 2025". Dafür hatten in zwölf Mobilitätsforen Fachleute aus der Stadtverwaltung, aus der Ratspolitik und aus weiteren Institutionen einzelne Verkehrsarten sowie übergreifende Themen diskutiert und Handlungsempfehlungen ausgesprochen.
Der Masterplan gab ein integriertes Handlungskonzept mit Handlungsschwerpunkten vor. Durch Ratsbeschluss im Januar 2011 wurde der Masterplan als verbindliches Konzept für die Verkehrsentwicklungsplanung der Landeshauptstadt Hannover bestätigt. Die Umsetzung erfolgte schrittweise.
Ein Handlungsschwerpunkt des Masterplans Mobilität 2025 war das Leitbild Radverkehr, in dem die Einzelbausteine der Radverkehrsförderung festgelegt wurden.
Die Landeshauptstadt Hannover verfügt über gute topographische Voraussetzungen für einen hohen Anteil des Radverkehrs am Gesamtverkehrsaufkommen. Folglich...