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Soziale Stadt

Sanierung Mühlenberg

Informationen zum Sanierungskonzept und dem Programm Soziale Stadt "Mühlenberg.

Der Stadtteil Mühlenberg liegt im Südwesten der Stadt an der Grenze zur Region Hannover im Stadtbezirk Ricklingen.

Das Soziale-Stadt-Gebiet Mühlenberg, welches den Großteil des Stadtteils umfasst, wurde Ende 2014 nach mehrjähriger Anmeldung vom Land Niedersachsen in das Bund-Länder-Programm „Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf - die soziale Stadt“ aufgenommen.

Das Integrierte Entwicklungskonzept, das Sie am Ende dieser Seite herunterladen können, bildet die Grundlage für das Handeln aller Beteiligten und wird im Zuge der Sanierung stetig fortgeschrieben und ergänzt.

Mühlenberg

Das Stadtquartier mit einer Größe von ca. 72 ha entstand in den 1960er und 1970er Jahren, zunächst als Gebiet mit Reihenhäusern und mehrgeschossigen Mehrfamilienhäusern, dann mit Hochhäusern im Stil einer Großwohnsiedlung. Bei Aufnahme in das Programm Soziale Stadt im Jahr 2014 leben hier ca. 7.000 Menschen.

Hier bestehen substanzielle bauliche Mängel an den Wohngebäuden, und Teile der Bewohnerschaft sind in einer sozialen Lage, in der sie einer besonderen Unterstützung bedürfen. Anknüpfend an die bereits bestehenden Strukturen, wie z.B. Quartiersmanagement in Nichtfördergebieten, können im Rahmen des Programms Soziale Stadt Stabilisierungsmaßnahmen verstärkt und mit baulichen Maßnahmen flankiert werden.

In dem auffallend grünen Stadtteil besteht zudem ein hoher Aufwertungsbedarf vieler Freiräume insbesondere hinsichtlich Aufenthaltsqualität und Orientierung.
Als „Starterprojekt“ wird der Spiel- und Bolzplatzes Schollweg im Jahr 2017 erneuert. Seit September 2016 wird mit vielfältiger Beteiligung vor Ort ein Freiraumentwicklungskonzept erarbeitet, das als „roter Faden“ für die weitere Projektentwicklung dienen soll.

Beteiligung

Zentrales Element im Programm Soziale Stadt ist die Beteiligung der BewohnerInnen sowie der Akteure des Stadtteils. Soweit möglich soll eine Beteiligung des Stadtteils bereits bei der Planung/Konzepterstellung sowie der Durchführung/Umsetzung stattfinden.

Bei der Planung und Umsetzung von Projekten sollen in erster Linie die betroffenen EinwohnerInnen bzw. die betroffenen Institutionen oder lokalen Akteure beteiligt werden. Die Beteiligung soll zielgruppenspezifisch ausgerichtet werden.

Im April 2016 wurde als institutionalisierte Beteiligungsform eine Sanierungskommission eingerichtet, die den Soziale-Stadt-Prozess in Mühlenberg begleitet. Gleichzeitig wurden in einem mehrstufigen Beteiligungsverfahren die Sanierungsziele erarbeitet und Stadtteilrundgänge für die Politik und EinwohnerInnen angeboten.

Das vor Ort tätige Quartiersmanagement hat sein Büro im Stadtteilzentrum, Mühlenberger Markt 1, 30457 Hannover. Die dort arbeitenden MitarbeiterInnen aus dem Sozial- und Sportdezernat, dem Baudezernat und der Gesellschaft für Bauen und Wohnen Hannover mbH sind für die Umsetzung des Förderprogramms vor Ort zuständig. Sie koordinieren den Sanierungsprozess, stellen die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger sicher und sollen Aufgaben wie die bauliche Erneuerung und soziale Angebote umsetzen. Für Fragen und Anregungen steht das Quartiersmanagement allen Interessierten gerne zur Verfügung.

Handlungsfelder und Sanierungsziele

Die Sanierungsziele formulieren den Rahmen für die Entwicklung der einzelnen Handlungsfelder und der daraus resultierenden Maßnahmen für den gesamten Sanierungsprozess. Sie wurden im Rahmen von mehreren Beteiligungsworkshops mit den Akteuren aus dem Stadtteil und den beteiligten Dezernaten und Fachbereichen der Landeshauptstadt Hannover sowie einer Bürgerbeteiligung entwickelt.

Auf Empfehlung der Kommission Sanierung Soziale Stadt Mühlenberg wurden anschließend die folgenden Sanierungsziele mit der Beschlussdrucksache Nr. 0972/2016 am 20.10.2016 vom Rat der Landeshauptstadt Hannover beschlossen:

  • Herstellung gesunder Wohn- und Lebensverhältnisse, Aufwertung des Wohnungsbestandes, zugleich Schutz der örtlichen Bedarfe der derzeitigen Bewohnerinnen und Bewohner, auch Schaffung von Wohnangeboten für stabilisierende Bevölkerungsgruppen durch Sicherung von tragbaren Mieten sowie Anpassung an die perspektivische Wohnungsmarktentwicklung.
  • Förderung von Maßnahmen des Umwelt- und Klimaschutzes, der Klimaanpassung, der Umweltbildung sowie der Umweltgerechtigkeit.
  • Einbeziehung und Berücksichtigung der Belange von Menschen mit Behinderung im Sinne von Inklusion, durch barrierefreie Gestaltung von Wohnungen, Wohnumfeld, barrierefreien ÖPNV, Teilhabemöglichkeiten für alle Angebote im Quartier.
  • Verbesserung der Nutzungs- und Aufenthaltsqualität öffentlicher und privater (Frei-) Räume, zielgruppenorientierte Gestaltung des Wohnumfeldes und der wohnungsnahen Grünflächen.
  • Aufwertung öffentlicher Verkehrsräume inklusive der Wegenetze und Erhöhung der Verkehrssicherheit.
  • Förderung und Stärkung der lokalen Ökonomie sowie der wohnungsnahen Versorgung, Vermeidung von Gewerbe und Dienstleistungen, die der Förderung, Bildung und Qualifizierung von Kindern und Jugendlichen entgegenstehen.
  • Schaffung zielgruppenorientierter Angebote, insbesondere zur Unterstützung von Menschen in belasteten Lebenslagen im Stadtteil, Hilfe zur Selbsthilfe.
  • Stärkung präventiver Ansätze in den Bereichen Gewalt, Sucht, Gesundheit, Einkommensarmut.
  • Absicherung und Ausbau von Bildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, insbesondere für Migrantinnen und Migranten und Alleinerziehende.
  • Stärkung gemeinwesenorientierter Ansätze zum Aufbau und zur Stabilisierung sozialer Netze, Stabilisierung von Nachbarschaften und gesellschaftlicher Teilhabe.
  • Stärkung und Schaffung einer gemeinsamen Stadtteilidentität und einer positiven Außenwahrnehmung.
  • Förderung einer Kultur der Beteiligung und Mitwirkung sowie des ehrenamtlichen Engagements zur Steigerung der Lebensqualität aller Einwohnerinnen und Einwohner.

Bestandteil aller Sanierungsziele und der daraus abgeleiteten Handlungsansätze und Projekte sind die Zielsetzungen des Programms Soziale Stadt, die städtischen Richtlinien, das Konzept des „Gender Mainstreaming“, die von der Stadt Hannover beschlossenen Klimaschutzzielsetzungen sowie die Förderung der Inklusion und Integration von Bevölkerungsgruppen.

Weiterführende Informationen

Eingang zur Bauverwaltung © Landeshauptstadt Hannover - Geoinformation