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Soziale Stadt

Sanierung Sahlkamp-Mitte

Informationen zum Sanierungskonzept und dem Programm Soziale Stadt "Sahlkamp-Mitte".

Hochhaus-Komplex aus den 70er-Jahren © LHH

Hochhaus Elmstraße

Sahlkamp-Mitte

Im Nordosten Hannovers liegt – zwischen der A2 und dem Mittellandkanal - das Sanierungsgebiet Sahlkamp-Mitte: Eine monostrukturelle Wohnsiedlung, in die ab den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts junge Familien aus dem Zentrum hinaus an den grünen Stadtrand gezogen sind. Das „Märchenviertel“ Hannovers mit seinen Einfamilienhäusern aus der Nachkriegszeit bekam seinerzeit viele neue Nachbarn und ein modernes Versorgungszentrum, aber aus dem Sahlkampmarkt ist im Laufe der Jahrzehnte kein pulsierender Mittelpunkt des Quartiers geworden. Heute weist das ehemals modern konzipierte Wohngebiet mit grünen Abstandsflächen die siedlungstypischen Mängel im architektonischen Erscheinungsbild der Gebäude und Hauseingänge auf und leidet unter mangelnden Angeboten in der Gestaltungs-, Nutzungs- und Aufenthaltsqualität des öffentlichen und privaten Umfelds.

Aufgrund dieser Entwicklung ist im Herbst 2009 Sahlkamp-Mitte als Hannovers fünftes Sanierungsgebiet in das Bund-Länder-Programm „Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf – die Soziale Stadt“ aufgenommen worden. 2010 erfolgte die förmliche Festlegung als Sanierungsgebiet.

Der Stadtteil Sahlkamp zählt 14.433 Menschen. Davon leben überdurchschnittlich viele Personen in Familienverbänden und in vergleichsweise vielen Familienverbänden leben mehr als drei Kinder. Mehr als 77 % aller Wohngebäude sind Ein- oder Zweifamilienhäuser, aber die befinden sich nicht innerhalb des eigentlichen Sanierungsgebietes Sahlkamp-Mitte. In vielerlei Hinsicht weichen die statistischen Daten des Sanierungsgebietes von denen des Gesamtstadtteils ab und verdeutlichen die sozialen Unterschiede, die zwischen den Haushalten in den Wohnblocks und denen des Märchenviertels entstanden sind. Im Sanierungsgebiet selbst leben 5.656 Personen. Die Arbeitslosenquote des Sanierungsgebietes weist im Dezember 2017 nicht die stadtteildurchschnittlichen 6,8 % auf, sondern 16 %. Der Anteil der Kinder und Jugendlichen (0-17 Jahre) an der Bevölkerung im Sanierungsgebiet beträgt am 31.12.2017 24,5 %, im städtischen Durchschnitt beträgt dieser Anteil zur selben Zeit nur 14,3 %. Der Anteil der Einwohnerinnen und Einwohner mit einem Migrationshintergrund beträgt 62 % im Sanierungsgebiet statt 30,8 % im städtischen Durchschnitt. Im Jahr 2017 sind im Sanierungsgebiet 38,3 % der Menschen hier auf Transferleistungen zur Sicherung des Lebensunterhaltes angewiesen; im Gesamtdurchschnitt der Landeshauptstadt Hannover sind es 12,9 %.

Handlungsfelder und Sanierungsziele

Während der Sanierung will die Stadterneuerung mit verschiedenen Sanierungsmaßnahmen und in enger Kooperation mit anderen Fachbereichen der Stadtverwaltung die bauliche, die infrastrukturelle und soziokulturelle Situation dieses Stadtteils fördern und verbessern.

Hierfür wurden 2013 die Sanierungsziele durch den Rat beschlossen, diese lauten wie folgt:

  1. Aufwertung des Wohnungsbestandes durch Modernisierung, Herstellung gesunder Wohn- und Lebensverhältnisse, Anpassung an die (und zugleich Schutz der) örtlichen Bedarfe der derzeitigen Bewohnerinnen und Bewohner, Anpassung an die Marktentwicklung, Schaffung von Wohnangeboten für stabilisierende Bevölkerungsgruppen.
  2. Aufwertung öffentlich genutzter Räume in Bezug auf Gestaltung, Sicherheit, Nutzbarkeit und Aufenthaltsqualität.
  3. Stärkung gemeinwesenorientierter intra- und interkultureller Ansätze mit bedarfsgerechtem Ausbau und Sanierung sozialer und kultureller Infrastruktureinrichtungen, Stabilisierung von sozialen Netzen und Nachbarschaften.
  4. Stärkung der lokalen Ökonomie und Förderung einer Nutzungsmischung in den reinen Wohngebietslagen sowie Absicherung der Nahversorgung.
  5. Förderung einer Kultur der Beteiligung und Mitwirkung sowie des ehrenamtlichen Engagements zur Steigerung der Lebensqualität aller Einwohnerinnen und Einwohner.
  6. Absicherung und Ausbau von Bildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen und der dafür notwendigen Infrastruktur für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.
  7. Stärkung einer gemeinsamen Stadtteilidentität und Verbesserung der Innen- und Außenwahrnehmung des Stadtteils.
  8. Berücksichtigung der Belange von Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen durch barrierefreie Gestaltung von Wohnungen und des Wohnumfeldes, der Räume und Einrichtungen.
  9. Nutzungsänderung und Umstrukturierung von untergenutzten privaten und öffentlichen Verkehrsflächen.

Die Ziele der Chancengleichheit von Frauen und Männern, der Inklusion, Barrierefreiheit und der Ökologie sind als Agenda den konkreten Sanierungszielen übergeordnet.

Die Bebauung aus den 1970er Jahren ist prägend für das Stadtquartier Sahlkamp-Mitte, Die Wohngebäude rund um die Schwarzwaldstraße befinden sich überwiegend in einem schlechten baulichen Zustand, auch das Wohnumfeld wirkt stark vernachlässigt. Daher war von Anfang an das Interesse der Bewohnerschaft an der Gebietssanierung groß. Mehrfache Eigentümerwechsel haben die dringend erforderliche Sanierung der Wohngebäude immer wieder verzögert, mittlerweile ist die Deutsche Wohnen Eigentümerin der dortigen Wohngebäude und hat bereits mit der Modernisierung ihres Bestandes begonnen.

Die Modernisierung von Wohngebäuden der Deutsche Wohnen im Sanierungsgebiet beginnt im Bereich Spessartweg 3-17, aufgrund seiner zentralen Lage im Gebiet und den dort vorhandenen Einrichtungen wie dem NaDu-Kinderhaus und den Internationalen Stadtteilgärten.

Dieses Projekt hat die energetische Sanierung der Gebäude mit einem einheitlichen Gestaltungskonzept zum Ziel, die Wohngebäude mit 113 Wohnungen im Spessartweg werden durch die Eigentümerin Deutsche Wohnen an der  Gebäudehülle, den Fenstern, den Eingängen und den Treppenhäusern saniert.Mittlerweile ist die Gebäudesanierung abgeschlossen, in einem nächsten Schritt wird nun das Wohnumfeld der Gebäude neugestaltet. Die Stadt steht in enger Abstimmung mit der Eigentümerin zur Modernisierung weiterer Teile des Wohnungsbestandes im Sahlkamp.

Unter breiter Beteiligung entstand 2013 ein Freiraumentwicklungskonzept für den Stadtteil, auf dessen Grundlage öffentliche Grün- und Freiflächen sowie Spielplätze neugestaltet werden. Bereits 2012 konnte der Kinderspielplatz an der Odenwaldstraße als eine erste Maßnahme im öffentlichen Raum erneuert werden.

Im Jahr 2015 konnten mit der Neugestaltung und Beleuchtung der Grünverbindung Märchenweg und dem Kinderspielplatz Taunusweg zwei weitere Projekte abgeschlossen werden.

In 2018 ist mit der Grünverbindung Fuchswinkel die Verlängerung des Weges hin zum Märchensee fertig gestellt worden. Dieser Rad- und Fußweg zwischen Vahrenheide und Sahlkamp ist viel befahren. Störend waren neben dem schwierigen Zugang über ein nur teilweise geöffnetes Eingangstor vor allem der dunkle und verschattete Weg, die dort herrschende Enge und der schlechte Zustand des Weges. Aus dem schmal geschnittenen Weg ist ein großzügiger, geschwungener Geh- und Radweg entstanden, der die Eingänge zu den Kleingärten offen und freundlich gestaltet.

Statt wie bisher direkt auf dem Weg zu stehen, haben die Kleingärtner jetzt einen größeren Abstand vom Weg zu den Kleingärten. Sitzbänke, eine neue Rasenfläche mit Heckenpflanzungen, Zierkirschen und Flieder laden zum Entspannen und Verweilen ein. Möglich war dies auch, weil die Kleingärtner auf einen Teil ihrer Grundstücke verzichtet haben. So konnte in einer bisher einmaligen Kooperation zwischen Kleingärtnern und der Stadt diese Maßnahme erfolgreich umgesetzt werden.

In 2016 wurde unter intensiver Beteiligung der Bewohnerinnen und Bewohner ein Konzept für den zentralen Stadtteilpark erarbeitet. Mit der Umgestaltung des Stadtteilparks wurde 2017 begonnen, die Fertigstellung erfolgt im Herbst 2018.

So ist mit dem Park ein Ort entstanden, der für Menschen aller Generationen geeignet ist. Manches, wie die Wege im Park und der Rosenpavillon bleiben bestehen, anderes, wie der Spielplatz und der Fitnessbereich für Jugendliche und Erwachsene, wurden erweitert oder neu geschaffen. Zudem wurden die Eingänge in den Park neu geordnet und übersichtlicher gestaltet.

Beteiligung

Wesentlicher Bestandteil des Programms Soziale Stadt ist eine aktive Beteiligung der im Sanierungsgebiet lebenden Einwohnerinnen und Einwohner. So ist im Herbst 2010 als politisches Gremium die Sanierungskommission Sahlkamp-Mitte konstituiert worden, die sich mit allen Aspekten der Sanierung auseinandersetzt und deren regelmäßige Sitzungen für alle Interessierten öffentlich sind.

Seit November 2010 bietet auch das Quartiersmanagement im Einkaufszentrum Hägewiesen (Schwarzwaldstr. 37a) eine Anlaufstelle für alle Einwohnerinnen und Einwohner. Dort im Zentrum des Sanierungsgebietes koordiniert das Quartiersmanagement die Maßnahmen und Projekte des Sanierungsprogramms

Seit Mai 2011 erscheint in regelmäßigen Abständen eine in Teilen mehrsprachige Sanierungszeitung, die über den Verlauf aller größeren Sanierungsmaßnahmen und -projekte informiert.

Eingang zur Bauverwaltung © Landeshauptstadt Hannover - Geoinformation