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Einblicke

Interview mit Tomasz Łubiński

Der stellvertretende Landrat des Landkreises Polen berichtet über die aktuelle Situation im Landkreis Posen.

1. Wie geht es Ihnen? Bitte stellen Sie sich doch kurz vor.

Danke, es geht mir gut. Ich heiße Tomasz Łubiński. Ich bin stellvertretender Landrat von Posen.

2. Erzählen Sie ein bisschen darüber, wie Ihre letzten 8 Monate aussahen. Was hat sich beruflich bei Ihnen geändert?

Die Coronavirus-Pandemie hat die Art und Weise verändert wie der Landkreis Posen funktioniert, aber auch für jeden einzelnen. Wir mussten von vielen Aktivitäten und Verhaltensweisen zurücktreten und uns an eine neue, in diesem Ausmaß noch nie dagewesene Realität anpassen. Auch für mich waren die vergangenen Monate eine schwierige Zeit voller neuer Herausforderungen und zwar sowohl in privater als auch in beruflicher Hinsicht.

Die Arbeit im Landratsamt von Posen hat sich auch geändert. Aus Sorge um die Gesundheit von Mitarbeitern und Einwohnern haben wir Sicherheitsvorschriften eingeführt. Während der ersten Welle der Pandemie waren viele Beschäftigte aufgrund der Schließung von Schulen und Kindergärten gezwungen, zu Hause zu bleiben, einige von ihnen haben im Rahmen von Telearbeit ihre Aufgaben erfüllt. Während der zweiten Welle verwenden wir ein hybrides Arbeitssystem. In diesem schwierigen Moment konnten wir jedoch immer auf gegenseitige Hilfe innerhalb der Abteilungen zählen.

3. Wie hat sich das öffentliche Leben im Landkreis Posen verändert?

Sowohl in Polen, als auch in Europa und sogar auf der ganzen Welt hat sich das öffentliche Leben erheblich verlangsamt. Je nach Intensivität der Pandemie gab es Einschränkungen hinsichtlich der Anzahl der Personen, die an Versammlungen oder Sitzungen teilnehmen durften. Viele geplante Aktivitäten mussten abgesagt oder durch den Umzug in die virtuelle Welt neu formuliert werden.

Zwischenmenschliche Kontakte sollen weiterhin reduziert werden. Sportveranstaltungen finden ohne Publikum statt, kulturelle Einrichtungen wie Kinos oder Theater, Restaurants und die meisten Geschäfte in Einkaufszentren sind geschlossen.

Eine Gruppe von Mitarbeitern des Landratsamtes von Posen wurde angewiesen, das Arbeitsamt in Poznań zu unterstützen. Diese Einheit umfasst sowohl die Stadt Posen als auch den Landkreis Posen. Gemeinsam überprüften die Mitarbeiter die Beihilfeanträge für Unternehmer, die aufgrund der Beschränkungen Verluste erlitten, z. B. weil sie ihren Betrieb ganz einstellen mussten.

4. Was bemerken Sie, was sich in Ihrem täglichen Leben geändert hat?

Zu Beginn der Pandemie hatte ich, wie die meisten von uns, Angst. Nach einiger Zeit haben wir uns daran gewöhnt, in der neuen Realität zu leben.

Jeden Tag achte ich auf die Hygieneempfehlungen - ich trage eine Mundmaske, wasche und desinfiziere oft meine Hände, versuche soziale Abstand zu wahren. Sowohl im Familien- als auch im Berufsleben ersetze ich ein persönliches Treffen durch ein Telefongespräch. Besprechungen werden zu fast 100% per Videokonferenz abgehalten. Im Hinblick auf das bevorstehende Weihnachtsfest werden wir diese Zeit leider ganz anders erleben müssen als bisher.

5. Die Pandemie beeinflusst unsere Möglichkeiten zum Austausch immens. Können Sie sich gemeinsame Projekte in den nächsten Monaten vorstellen? Wenn ja, welche?

Tatsächlich hat das Coronavirus die Möglichkeiten zur Zusammenarbeit in diesem Jahr erheblich eingeschränkt. Die Mehrheit unserer Pläne konnte nicht realisiert werden. Dennoch hat sich in dieser äußerst schwierigen Zeit gezeigt, dass wir auf unsere Freunde aus Hannover zählen können.

Das Herz und die enorme Unterstützung, die sie uns in den vergangenen Monaten entgegengebracht haben, sind mit Worten schwer zu beschreiben. Diese Dankbarkeit wird immer in unseren Herzen bleiben. Ich hoffe, dass sich die Pandemie in den kommenden Monaten abschwächt, und wir im nächsten Jahr in der Lage sein werden, die Vorteile des entwickelten Impfstoffs zu nutzen. Dann werden sich unsere Kontakte wieder normalisieren, und wir werden alle bisherigen und neuen Projekte durchführen können.

6. Wie denken Sie, werden sich unsere Austauschprogramme in Zukunft verändern? 

Wenn ja, dann nur zum Besseren. Unsere Partnerschaft basiert vor allem auf persönlichen Treffen. 

Sie sind ein sehr wichtiges Element unserer Zusammenarbeit, weil sie das gegenseitige Kennenlernen, den Austausch von Beobachtungen über Alltagsleben und Berufserfahrungsaustausch ermöglichen.

Nur direkte Beziehungen festigen unsere Kontakte. Deshalb freuen wir uns alle auf den Moment, an dem wir uns, wie bisher, die Hand schütteln und an einem gemeinsamen Tisch sitzen können.

Und schließlich wünsche ich für das kommende Weihnachtsfest allen Einwohnern und Einwohnerinnen der Region Hannover vor allem Gesundheit, Frieden und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Möge das Jahr 2021 erfolgreiche Lösungen für alle schwierigen Fragen, Freude und Glück bringen.


Tomasz Łubiński

Tomasz Łubiński, seit 2005 Stellvertretender Landrat des Landkreises Posen. Im Landratsamt ist er verantwortlich für Bildung, Investitionen und Instandhaltung, Raumwirtschaft, Straßen und Gewinnung von EU-Fördermittel.