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Das Schild des Vocational Technical College von Lu'an ist in eine Mauer aus Naturstein eingelassen, Scheinwerfer stehen davor, um es nachts anzustrahlen. © Region Hannover

Vocational Technical College von Lu'an

Delegationsreise Lu‘an 2017

Berufsvorbereitung mit viel Praxis

Freitag, 3. November – sechster Eintrag im Tagebuch der Delegationsreise nach Lu‘an.

Heute auf dem Stundenplan:

Ein Besuch in der technischen Berufsschule von Lu‘an

Schon beim Betreten des Campus zeigt sich die Delegation beeindruckt von der Größe dieser Bildungseinrichtung. 10.000 Studentinnen und Studenten bereiten sich hier auf das Berufsleben vor – ein Großteil von ihnen wohnt auch direkt auf dem Campus – ein riesiges Gelände mit 13 Fakultäten, 110 Klassenräumen und 572 Lehrkräften. Prof. Ge Xiangdong, Leiter des College, begrüßt uns in der 2001 gegründeten Volkshochschule und erklärt uns das Lehrangebot und den Ablauf der Ausbildung. Er berichtet, dass die Schule dem Vorbild deutscher Berufsschulen folgt, die für ihr duales Ausbildungssystem weltweit als bestes Beispiel dafür dienen, wie eine praxisorientierte Berufsausbildung gelingen kann. "Das hört man gern", freut sich Prof. Dr. Axel Priebs. "Auch wir sind daran interessiert, die Zusammenarbeit mit der technischen Berufsschule von Lu‘an zu intensivieren."

Das College bietet 45 verschiedene Fächer in unterschiedlichen Fachrichtungen an. Anders als in den Berufsschulen der Region Hannover konzentriert sich das Lehrangebot nicht auf ein oder zwei korrelierende Berufsfelder, sondern deckt eine ganze Bandbreite von Themen ab: Architektur und Bauen, Automobil- und Elektrotechnik, Wirtschaft und Management, Kunst und Politik, Weiterbildung und interdisziplinäre Studien. 

Ein erstes Beispiel ist das Trainings-Center für Automobil-Technologie, wo die Studenten direkt am Pkw lernen, wie man Autos repariert und unterschiedliche technische Defekte behebt. Ein weiteres Beispiel ist der so genannte "TechShop" – ein Computerraum, in dem die Schülerinnen am Rechner ihren eigenen Webshop zu programmieren lernen. Wie lukrativ der Internet-Handel ist, lernt die Besuchergruppe im Raum nebenan. Dort kümmern sich Schüler um die Retour von Waren aus der Bekleidungsindustrie – pro verarbeitetem Retourenschein erhalten die Studenten einen Euro, kein schlechter Verdienst, wenn man 150 davon am Tag schafft. Der Schüler, der uns das berichtet, ist mit 23 Jahren bereits Millionär. Alle Achtung!

Lernziel: eigenständiges Arbeiten

Im Trainigs-Center für Automatisierungstechnik bekommt Uwe Backs, Leiter der BBS für Metalltechnik und Elektrotechnik, leuchtende Augen. Gleich zehn Speicherprogrammierte Steuerungsanlagen findet er im Klassenraum vor. "Das spricht für eine große Klasse, wenn pro SPS-Anlage vier Schüler das Programmieren von Fließband-Prozessen lernen." Die Klassengrößen in der BBS ME liegen bei 24 Schülern. Außerdem funktioniert das Lernen hier nicht nach dem Prinzip "Vormachen – Nachmachen", sondern die Studenten programmieren selbst – auch an den Maschinen für Metallverarbeitung im Raum nebenan arbeiten die jungen Leute weitestgehend eigenständig.

 

Im nächsten Gebäude befindet sich die Abteilung für Architektur. An Modellen lernen die Schüler, wie man zum Beispiel eine Stahlkonstruktion aufbaut oder worauf es bei einer guten Wanddämmung ankommt. Uns erklärt das die Leiterin der Abteilung, die Studenten lernen es, indem sie über einen QR-Code am Modell einen Lehrfilm auf ihrem Handy starten, der alles Schritt für Schritt erläutert.

In der Schule würde es jetzt zur Pause läuten. Die Reisegruppe geht dafür in eines der Gewächshäuser, die zur Gartenbauschule gehören. Natürlich züchten die Studenten hier neben diversen anderen Arten auch Teepflanzen und -blüten, die der Gruppe jetzt als Pausengetränk serviert werden. Ein letzte Foto vor dem Eingang zum College, dann steigt die Delegation wieder in den Bus. "Vielen Dank für die spannenden Einblicke in Ihre Schule", verabschiedet sich Axel Priebs von Ge Xiangdong.

Schüleraustausch ab 2018?

Die Öffnungspolitik, die das College seit einigen Jahren verfolgt, kommt den Schulvertretern der Delegation entgegen. "Wir können uns gut vorstellen, ein Austauschprogramm mit der technischen Berufsschule zu entwickeln", sagt Schulleiter Uwe Backs. Wie genau die Zusammenarbeit zwischen BBS ME, BBS 14 und dem Technical Vocational College Lu‘an gelingen kann, darüber tauschen sich beide Seiten am Nachmittag aus. Die Idee: im Herbst 2018 und Frühjahr 2019 reisen wechselseitig ein bis zwei Lehrer und etwa zehn Schüler ins Partnerland, um Einblicke in die Schule, die Betriebswelt und die Kultur des jeweiligen Gastlandes zu gewinnen.

So viel Unterrichtsstoff macht müde. An diesem Abend gehen die meisten Delegationsmitglieder daher ziemlich früh zu Bett. Schließlich ist morgen auch noch ein Tag.