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Team 01.02 Gremien und Repräsentation

Eine Besuchergruppe steht in einer Fabrikhalle. © Region Hannover

Werksbesichtigung: Die Firma JAC stellt Getriebe für E-Autos her

Delegationsreise Lu‘an 2017

Technik, Landwirtschaft und ein buntes Abendprogramm

Mittwoch, 1. November – vierter Eintrag im Tagebuch der Delegationsreise nach Lu‘an.

Gebratene Nudeln, Sushi und Suppe zum Frühstück? Für einen Magen, der deutsches Frühstück gewohnt ist, ein ungewohnter Start in den Tag. Die meisten Delegationsmitglieder steuern am Buffet daher zielstrebig Toast und Butter, Spiegelei und Kaffee an. 

Nach dem Frühstück steht die Besichtigung der Wirtschaftszone von Luan auf dem Programm

Drei Unternehmen werden der Besuchergruppe präsentiert: Die Firma JAC, ein Unternehmen mit 1.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, produziert Zahnräder und Getriebe für Elektroautos. "Hier sind zwar keine deutschen Maschinen im Einsatz, aber deutsche Technik – zum Beispiel von Siemens", erklärt der Werksleiter. Und auch Roboter aus Deutschland arbeiten in dieser Fabrik. Auf einem großen Bildschirm, der unter der Hallendecke hängt, lässt sich genau ablesen, wie viele Teile an diesem Tag schon produziert wurden. Allein von den Zahnrädern verlassen pro Jahr 0,8 Millionen Sätze die Fabrik. Im März 2018 will die Firma ein neues Getriebe auf den Markt bringen, das dann auch bei VW zum Einsatz kommt. Dafür haben beide Unternehmen ein Joint Venture unterzeichnet.

In der "ökonomischen und technologischen Entwicklungszone" ist das zweite Unternehmen angesiedelt: Zhong Cai Pipes Technology ist eine Firma, die Kunststoffe aller Art produziert – für Fensterrahmen und Rohre, Steckdosen, Wasserleitungen und Heizungspumpen. "Neben Luan haben wir weitere 18 Fabriken in ganz China", erklärt Vertriebsleiter Hu. "An diesem Standort beschäftigen wir 5.000 Mitarbeiter." Die haben ein ordentliches Arbeitspensum zu bewältigen: 12 Stunden täglich an sechs Tagen in der Woche. Dafür bringt das Unternehmen die Belegschaft in Wohneinheiten auf dem Gelände unter – eine Maßnahme gegen die in China weit verbreitete Wanderarbeit.

In der ökologischen und biologischen Zone liegen die Gewächshäuser von Huoshan Shihu. Das Geschäftsmodell dieser Firma: eine Pflanze, die "reinigendes Gras" genannt wird, als Heil- und Genussmittel dient und aufwändig gezogen, geerntet und zu einem grünen Getränk verarbeitet wird. "Jedes Produkt findet einen Markt", weiß Peter Eisenschmidt, bei hannoverimpuls für Internationalisierung zuständig. "Ich kann mir gut vorstellen, dass wir das auch auf der Hannover Messe präsentieren können." Seine Einladung an die chinesischen Partner spricht er direkt nach dem Besuch beim gemeinsamen Mittagessen aus.

Viele Fragen zu komplexen Themen

Am Nachmittag geht es dann an den fachlichen Austausch auf Verwaltungsebene. Beide Partner stellen einander die Region Luan und die Region Hannover vor, gehen in ihren Vorträgen auf politische und administrative Strukturen, Wirtschaft, Verkehr und Umwelt, Siedlungsentwicklung und Schulbildung ein. Viele Fragen auf beiden Seiten – immerhin sind die Besonderheiten so komplex, dass man sie nicht ohne Weiteres versteht. Neben Verwaltungschef Hauke Jagau geben auch die Vertreterinnen und Vertreter aus der Politik und den Berufsbildenden Schulen bereitwillig Auskunft.

Bunter Ausklang am Abend

Nach dem Abendessen erwartet die Gruppe eine ganz besondere Show im Stadtpark, in deren Genuss nur Gäste der Regierung kommen. Von chinesischer Oper über Tanz und Flötenspiel bis hin zur traditionellen Teezeremonie reicht das abwechslungsreiche Programm. "Ein kurzweiliger Abend", freut sich Stefanie Heldermann und bewundert, wie anmutig die Tänzerinnen über die Bühne schweben. Die für ein deutsches Ohr ziemlich hohen Töne und Melodien klingen noch lange nach.

Inzwischen steht der zunehmende Mond über der Stadt. Ein chinesisches Sprichwort sagt: "Auch wenn wir weit auseinander leben, wir sehen doch beide denselben Mond." Ein schöner Gedanke zur Freundschaft zwischen Deutschland und China – und ein guter Gruß zur Nacht.