30 Jahre KPR seien „drei Jahrzehnte, in denen Menschen aus Verwaltung, Polizei, Wissenschaft, Verbänden, Initiativen und Zivilgesellschaft gemeinsam daran gearbeitet haben, Hannover ein Stück sicherer und lebenswerter zu machen“, betonte Oberbürgermeister Belit Onay in seiner Begrüßung. Die niedersächsische Justizministerin Dr. Kathrin Wahlmann lobte die vielfältigen präventiven Aktivitäten und hob dabei die Aktionen gegen das sogenannte „Catcalling“ hervor.
In einer anschließenden, von Alexandra Antwi-Boasiako moderierten Gesprächsrunde ging es um „30 Jahre KPR – Rückblick, Gegenwart, Zukunft“. Hannovers Erster Stadtrat und Ordnungsdezernent Dr. Axel von der Ohe unterstrich die Bedeutung der Prävention in einer zunehmend von Unsicherheit geprägten Welt: „Man muss alles unternehmen, was Menschen stark macht. Der KPR macht Hannover zur Präventionshauptstadt.“
Polizeipräsidentin Gwendolin von der Osten hob die Bedeutung der „Verzahnung“ und des „interdisziplinären Miteinanders“ hervor, die das KPR-Netzwerk biete. Susanne Wolter, Geschäftsführerin des Landespräventionsrates Niedersachsen, machte deutlich, dass Investition in Prävention gegenüber Kosten durch Kriminalität Geld spare. Mit Blick auf die zukünftige Ausrichtung der kommunalen Präventionsarbeit wünschte sich Bürgermeister und KPR-Vorsitzender Thomas Hermann einen stärkeren Einbezug der Stadtteilebene: „Ich hoffe, dass wir künftig in allen 13 Stadtbezirken lokale Präventionsräte haben werden.“
Im Anschluss an die Diskussion wurde die Ausstellung „30 Jahre Kommunaler Präventionsrat“ im Bürgersaal eröffnet. Sie zeigte verschiedene Plakate, Texte, Fotos, Installationen, greifbare Projekte des Kommunalen Präventionsrates (KPR) sowie Erinnerungsstücke von Zeitzeug*innen aus der Entstehungsgeschichte des KPR. Initiiert und konzipiert wurde sie von den KPR-Geschäftsführerinnen Sinem Eryurt-Celik und Thea Giebl und war bis zum 9. Dezember im Bürgersaal des Neuen Rathauses zu sehen.
Seit seiner Gründung im Jahr 1995 arbeitet der KPR als stadtweites Netzwerk daran, Sicherheit, Zusammenhalt und Lebensqualität in Hannover zu stärken. Im Fokus stehen dabei Themen wie Gewalt- und Extremismusprävention, Demokratieförderung sowie der Einsatz für Zivilcourage und ein respektvolles Miteinander. Projekte wie „Catcalling is OVER in HannOVER“ oder „Rote Bänke für Hannover“ setzten zuletzt ein Zeichen gegen sexuelle Belästigung und häusliche Gewalt. Doch auch die erfolgreiche Netzwerkarbeit der vergangenen drei Jahrzehnte zahlt sich aus und mündet in effektiven Lösungsansätzen und Handlungsempfehlungen für verschiedene Gefährdungspotenziale und -problematiken.