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Reisszoom auf ein Schild, das auf eine Sackgasse hinweist. © Region Hannover, Liebenthal

Obacht: aus dieser Situation kann sich eine Sackgasse entwickeln

Gespräche mit dem Ex / der Ex

Getrennt – aber gemeinsam Eltern sein

Was hilft, damit Kommunikation gut gelingt?

Auch wenn Vieles bereits geregelt wurde, zwingen unerwartete Ereignisse Eltern immer wieder dazu, das zu tun, was häufig schwerfällt, was unangenehm ist, was man gerne vermeiden würde: das Gespräch mit dem anderen Elternteil.

Es ist mühsam und anstrengend, mit dem anderen Elternteil zu reden, schnell kommt es zu Vorwürfen. Das Telefonat endet nicht selten ergebnislos im Streit. Das "Karussell" der Eskalation kann dann ganz schnell Fahrt aufnehmen und eine Lösung scheint erst einmal in unerreichbarer Ferne.

Eine Frage der Verantwortung

Was also kann Eltern helfen, alte Konfliktmuster zu vermeiden, besonders dann, wenn möglichst rasch, gute, brauchbare (Übergangs-)Lösungen gefunden werden sollen? Eine wichtige Voraussetzung ist es, dass jeder für sein Verhalten selbst die Verantwortung behält.

Wie können Sie dies als betroffene Eltern schaffen?

Marlen Zeisberger, Psychologin und Stefan Thelemann, Sozialarbeiter, beide Mitarbeitende der Familien- und Erziehungsberatungsstelle Ronnenberg, geben hierzu einige Anregungen:

  • Überlegen Sie schon im Vorfeld des Gespräches, worum es gehen soll und was Sie für Ihre Kinder zu regeln haben.
  • Führen Sie das Gespräch ohne Zeitnot. Führen Sie es ausgeruht, damit Sie genügend Energie haben, um gut auf sich selbst und Ihre Gefühle achten zu können.
  • Einigen Sie sich zu Beginn des Gespräches darauf, worüber Sie sprechen wollen und bleiben Sie beim Thema. Verlässt der/die Andere das Thema, erklären Sie, dass Sie darauf im Moment nicht vorbereitet sind und signalisieren Sie gleichzeitig Gesprächsbereitschaft zu einem späteren Zeitpunkt.
  • Hören Sie gut zu, um zu verstehen, was der/dem Anderen wichtig ist. Fragen Sie nach, ob Sie es richtig verstanden haben. Vermeiden Sie das Bewerten der Aussagen Ihres Gegenübers. Lassen Sie die Aussage erst mal ohne Kommentar stehen und benennen Sie im Anschluss Ihre Position.
  • Machen Sie sich bewusst, dass eine gute gemeinsame Lösung nur gelingen kann, wenn Sie auch die Interessen der/des Anderen ernst nehmen. Akzeptieren Sie, dass es mehrere Lösungsvorschläge geben kann. Nehmen Sie sich Zeit, alle denkbaren Ideen zu sammeln. Am Ende haben Sie eine größere Auswahl.
  • Wenn Sie Vereinbarungen treffen, beschreiben Sie diese möglichst genau und konkret. Ein Elternteil kann die Vereinbarungen aufschreiben und sie dem anderen Elternteil zukommen lassen.
  • Erklären Sie ihren Kindern möglichst gemeinsam, was Sie vereinbart haben. Wenn das nicht möglich ist, sprechen Sie ab, wann wer was sagt. Für die Kinder wird so deutlich, dass es sich um eine gemeinsame Elternentscheidung handelt.
  • Achten Sie während des gesamten Gespräches auf sich, auf Ihre Gefühle und Körperreaktionen, so dass Sie frühzeitig bemerken, wenn es Ihnen im Gespräch nicht mehr gut geht.
    • Das wäre der Moment, kontrolliert aus dem Gespräch auszusteigen.
    • Benennen Sie, dass Sie jetzt nicht mehr telefonieren können.
    • Verwenden Sie hierzu Ich-Botschaften, wie "Ich kann im Moment nicht mehr". 
    • Bitten Sie um eine Verabredung zu einem zeitnahen, späteren Termin bzw. schlagen Sie selbst einen neuen Termin vor. So verschaffen Sie sich Zeit, wieder zur Ruhe zu kommen und einen sicheren Blick auf das eigentliche Verhandlungsziel zu finden.
    • Haben Sie keine Angst davor, dass Ihnen dies möglicherwiese als Schwäche ausgelegt wird. Es zeugt vielmehr von persönlichem Mut und Stärke, denn Sie beschreiben ehrlich, wie es im Moment um Sie steht.

Fühlen Sie sich unsicher? Holen Sie sich Rat und Hilfe

Die Familien- und Erziehungsberatungsstellen der Region Hannover gehören wie die Jugend- und Familienberatungsstellen der Landeshauptstadt sowie Beratungsstellen freier Träger zum Netzwerk Familienberatung. Die Beratungsstellen haben langjährige Erfahrung in der Beratung getrennter Eltern. Diese stehen Ihnen bei Fragen und Unterstützungswünschen gerne zur Verfügung. Sie sind auch in der aktuellen Situation erreichbar. Einen Überblick mit den Kontaktdaten aller Einrichtungen finden Sie hier: www.hannover.de/trennungsberatung: