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Kaffee oder Kokain?

Veranstaltung mit Vertreter*innen des Indigenen Regionalrats des Cauca/Kolumbien (CRIC) und der Kooperative CENCOIC.

Die indigenen Gemeinden des Cauca sind seit vielen Jahren stark von der Drogenökonomie und der damit verbundenen Gewalt betroffen. Immer wieder werden indigene Amtsträger*innen oder Mitglieder des unbewaffneten Selbstschutz-Prozesses "Guardia Indígena" ermordet, viele Jugendliche werden von den Gruppen zwangsrekrutiert und es kommt zu Kämpfen der verschiedenen bewaffneten Gruppen in den Gemeinden.

Der CRIC spricht sich gegen die Drogen- und Gewaltökonomie sowie deren Akteure aus. Die indigenen Gemeinden haben vielfältige Prozesse und Projekte angestoßen, um wirtschaftliche Alternativen für die kleinbäuerliche Bevölkerung aufzubauen und sie so vom Einfluss der Drogenwirtschaft fern zu halten. Ein sehr erfolgreicher Prozess ist die Kooperative CENCOIC. Mit ihrer Arbeit sorgt sie unter anderem für bessere Preise für die Kaffeeproduzent*innen. Denn ein Hauptproblem im ländlichen Kolumbien ist, dass außer Koka und Marihuana kein landwirtschaftliches Produkt ausreichend einbringt, um den kleinbäuerlichen Familien etwas wirtschaftliche Stabilität zu bringen. Bessere Erzeuger*innen-Preise für andere landwirtschaftliche Produkte sind also eine wirkungsvolle Strategie gegen den Anbau von Pflanzen, die anschließend zu illegalen Drogen verarbeitet werden - die wiederum nach Europa geschmuggelt werden.

Bessere Erzeuger*innen-Preise sind ein Teil des solidarischen Kaffeehandels den die CENCOIC seit 2015 mit dem Kaffeekollektiv Aroma Zapatista betreibt.

Welche Ursachen und welche Folgen hat die Drogen- und Gewaltwirtschaft für die indigenen Gemeinden des Cauca? Wie sieht der zivile Widerstand der Gemeinden gegen Drogenhandel und bewaffnete Gruppen konkret aus? Was sind ihre Ansätze beim Aufbau wirtschaftlicher Alternativen, insbesondere im Kaffeehandel? Was haben die Probleme im Cauca mit uns in Deutschland zu tun? Und was können wir von hier austun? Über diese und weitere Fragen werden unsere Gäste aus Kolumbien mit uns sprechen.

Nini Jhoana Daza, Mitglied des Obersten Rates des Consejo Regional Indígena del Cauca (CRIC) für die Zona Norte (Nord-Cauca), organisiert in der ACIN (Vereinigung der Indigenen Selbstverwaltungen im Nord-Cauca).

Manuel Bustos von der Kaffeekooperative CENCOIC: Agraringeneur; Koordinator der Abteilung Eigene Wirtschaft; vorher Koordinator der Agrartechniker*innen der CENCOIC; außerdem Mitarbeiter des nationalen Abgeordneten Hermes Pete.

Die Veranstaltung wird von einem breiten Bündnis getragen. Mit dabei: Rosa-Luxemburg-Stiftung und Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen, Niedersachsen global, Bildungsverein Hannover, Aroma Zapatista, Allerweltsladen Hannover, Ventana al Sur, ver.di, Nachhaltigkeitsbüro der Landeshauptstadt Hannover, Kulturzentrum Pavillon.

Sie findet in Spanisch und Deutsch mit Simultanübersetzung statt.

Die Veranstaltungsräume sind barrierefrei zugänglich, der Eintritt ist frei.

www.rosalux.de

 

Termine

17.04.2026 ab 18:00 Uhr

Ort

Kulturzentrum Pavillon
Lister Meile 4
30161 Hannover

Dies ist eine Veranstaltung mit freiem Eintritt

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