Die Kampagne verankert die Themen Globale Gerechtigkeit und Fairer Handel in der pädagogischen Arbeit der Einrichtungen. Solidarisches Miteinander, demokratisches Handeln sowie die bewusste Nutzung fair gehandelter Produkte – etwa Kakao oder Spielzeug – stehen dabei im Mittelpunkt. Als sichtbares Zeichen ihres Engagements können sich Kitas als „FaireKITA“ zertifizieren lassen.
Nach der Zertifizierung des Inklusiven Kinderladens Villa Kunterbunt e.V. im April 2024 ist die AWO-Kita Sylter Weg nun die zweite ausgezeichnete Einrichtung in Hannover.
Einrichtungsleiter Martin Trautz sieht im Engagement eine konsequente Fortführung der AWO-Grundsätze: „Als AWO-Kita ist das Thema soziale Gerechtigkeit schon als Grundlage vorhanden. Sich für faire Arbeitsbedingungen einzusetzen, die mindestens dafür sorgen, dass keine ausbeuterische Kinderarbeit stattfindet, steht in der Tradition der Arbeiterwohlfahrt, die ja 1919 angetreten ist, die soziale Lage der Arbeiter*innen zu verbessern.“
Auch Dezernentin Anja Ritschel betont die Bedeutung frühkindlicher Bildung für nachhaltiges Handeln: „Kinder haben einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und verstehen schnell, wenn es nicht fair zugeht. Das greifen wir mit der Kampagne und vielen praktischen Beispielen auf. Ich freue mich sehr, dass wir nun die zweite Faire Kita in Hannover auszeichnen können und so der Gedanke des nachhaltigen fairen Miteinanders schon früh zum Thema gemacht wird.“
Gordon Braun, der Vorstand der AWO Region Hannover, unterstreicht die Bedeutung des Themas Nachhaltigkeit für den Verband: „Nachhaltigkeit ist für die AWO kein Zusatz, sondern Ausdruck unserer Haltung. Wer soziale Gerechtigkeit ernst nimmt, muss auch ökologisch und global verantwortlich handeln. In unseren Einrichtungen möchten wir Kindern früh vermitteln, dass ihr Handeln Wirkung hat – hier vor Ort und weltweit. Die Auszeichnung als FaireKITA zeigt, dass wir diese Verantwortung konkret und mit Überzeugung leben.“
Die Beschäftigung mit Fairem Handel eröffnet Kindern einen Blick über den Tellerrand hinaus. Woher stammen Produkte wie Kakao, Schokolade, Bananen oder Orangen? Wer produziert sie – und unter welchen Bedingungen?
Im Kita-Alltag erfahren Kinder altersgerecht auch von problematischen Arbeitsbedingungen und niedrigen Löhnen in Teilen der Welt. Gleichzeitig lernen sie, welche Handlungsmöglichkeiten es gibt – etwa durch den bewussten Konsum fair gehandelter Produkte. Der Faire Handel unterstützt Arbeiterinnen und Bäuerinnen im Globalen Süden und leistet einen Beitrag zur Umsetzung der 17 globalen Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030, die 2015 von den Vereinten Nationen verabschiedet wurde. Der Rat der Landeshauptstadt Hannover hatte 2016 beschlossen, diese Ziele auf lokaler Ebene umzusetzen.
In Hannover wird die Kampagne „Unsere Kita handelt fair!“ vom Nachhaltigkeitsbüro der Landeshauptstadt getragen. Einrichtungen erhalten ein umfassendes Unterstützungsangebot:
- kostenfreie Workshops,
- Fortbildungen für Erzieher*innen,
- Erstberatung zur Auszeichnung „FaireKITA“.
Interessierte Kindertageseinrichtungen können sich an das städtische Nachhaltigkeitsbüro wenden:
Telefon: (0511) 168-41708
E-Mail: faire-kita@hannover-stadt.de