Auf dem Weg zu mehr Klimaresilienz und nachhaltiger Zukunft - Eine Zwischenbilanz

Projekt zur Klimawandelanpassung Hannover-Blantyre

Auf dem Weg zu mehr Klimaresilienz und nachhaltiger Zukunft - Eine Zwischenbilanz

Seit dem 1. April 2025 arbeiten die Landeshauptstadt Hannover und die Stadt Blantyre im Rahmen des Nakopa-Projekts „Aufbau von Klimaresilienz mittels nachhaltiger Energie- und Wasserversorgung und Kapazitätsaufbau in Blantyre/Malawi“ zusammen. Die erste Zwischenbilanz kann sich sehen lassen.

Wasserkiosk der Nayizi Primary School

Solarbetriebene Wasserpumpen
Mit der Installation von solarbetriebenen Wasserpumpen stehen in den ersten sechs Grundschulen Wasserkioske sowie Wassertanks für Trockenzeiten zur Verfügung. Dadurch entfällt für viele Schüler*innen das tägliche Wasserholen und sie können regelmäßiger am Unterricht teilnehmen. Darüber hinaus verbessern sich die Hygienebedingungen an diesen Schulen deutlich, und es steht ganzjährig Wasser für die Schulgärten und Anpflanzungen zur Verfügung. Insgesamt haben nun über 17.000 Schüler*innen sowie die Bewohner*innen der umliegenden Gemeinden Zugang zu Trinkwasser.

Schulungen für Solarpat*innen
Damit die Pumpen langfristig funktionieren, haben Ingenieur*innen der Stadt Blantyre Personen aus dem Schulumfeld zu Solarpat*innen geschult. Ziel ist es, dass die Solarpat*innen über die notwendigen technischen Grundlagen und praktischen Fähigkeiten verfügen, um die Solarpumpen zu warten und kleinere Reparaturen selbst durchzuführen.

Die Motivation, die Solarbrunnen intakt zu halten, ist sehr hoch, da funktionierende Wasserkioske allen Menschen im Umkreis zugutekommen. Aus diesem Grund haben Lehrkräfte, Eltern und Vertreter*innen der umliegenden Gemeinden in den jeweiligen Schulen „Solarbrunnenkomitees“ gebildet, die sich um alle Belange der Anlagen kümmern.

Hochwasserschutzmauern
Einige Schulen liegen in der Nähe von Flüssen oder am Fuß eines Berges und sind somit bei Hochwasser oder Starkregenereignissen besonders gefährdet. Nach dem Zyklon Freddy im Jahr 2023 kam es zu schweren Schäden an Gebäuden und auf dem Schulgelände, darunter der Verlust der im Rahmen des vorherigen Nakopa-Projekts frisch angepflanzten Setzlinge. Der Bau von Hochwassermauern- und Drainagen soll vier dieser Schulen vor künftigen Hochwasser- oder Starkregenereignissen schützen.

Klimaworkshops
In theoretischen und praktischen Workshops wurden Schüler*innen, Lehrkräfte und Anwohner*innen für die Ursachen und Folgen des Klimawandels sensibilisiert.
Experimente und praktische Methoden stärkten das Selbstvertrauen der Lehrkräfte und das Interesse der Schüler*innen, während gleichzeitig praktische Fähigkeiten im Umgang mit lokal verfügbaren Materialien vermittelt wurden.

Ausgewählte Schüler*innen wurden als Multiplikator*innen geschult, die anschließend ihre Kenntnisse über die Ursachen des Klimawandels und mögliche Anpassungsmaßnahmen im Rahmen der Wildlife Clubs an ihre Mitschüler*innen weitergaben.

Einbeziehung der umliegenden Gemeinden 
Die frühzeitige und regelmäßige Einbeziehung der umliegenden Gemeinden stärkt das Verständnis für sowie die Akzeptanz von Maßnahmen zur Förderung der Klimaresilienz und des Klimaschutzes. Dadurch steigt die Motivation der Anwohner*innen, Eigenverantwortung zu übernehmen und sich aktiv in das Projekt einzubringen. Dies zeigt sich insbesondere im Engagement von Frauengruppen. Auch Herausforderungen wie fehlende Umzäunungen, begrenzte Materialien oder Lieferverzögerungen wurden angesprochen. Die Vertreter*innen der Gemeinden brachten eigene Ideen ein, verpflichteten sich zur Unterstützung der Instandhaltung der Infrastruktur und halfen bei der Erstellung von Sicherheits- und Zugangsprotokollen.

Vor Ort-Besuche
Das Projektteam der Stadt Blantyre führt regelmäßig Vor-Ort-Besuche an den Projektschulen mit den Beteiligten aus dem Schulumfeld durch. Die gemeinsamen Monitorings lieferten dabei wertvolle Einblicke in den Fortschritt und die Nachhaltigkeit des Projekts. Sie trugen dazu bei, die Umsetzungsstrategien zu verfeinern. Die bisherigen Ergebnisse und Herausforderungen wurden jeweils mit den Beteiligten vor Ort erörtert und die weiteren Schritte gemeinsam besprochen.

Expert*innenaustausch in Hannover
Während ihres Besuchs in Hannover konzentrierten sich die Expert*innen beider Städte auf einen Erfahrungsaustausch über den Klimawandel und Maßnahmen zur Klimaanpassung.

Auf dem Programm stand eine Reihe von Exkursionen, Besuchen und Austauschen zu diesem Thema.

Darüber hinaus diskutierten die Partner*innen über aktuelle und zukünftige Projekte, Kooperationen und Finanzierungsmöglichkeiten in Bereichen wie Kultur und Schulpartnerschaften.

Öffentlichkeitsarbeit
Die Stadt Blantyre hat eine Reihe von PR-Aktivitäten durchgeführt, um die Sichtbarkeit und Transparenz des Projektes zu erhöhen und die Interessengruppen stärker einzubinden.
Mithilfe von Fotos, eines professionell erstellten Videos sowie Interviews mit Interessengruppen wurden Meilensteine in den Schulen dokumentiert und der Öffentlichkeit präsentiert. 

Bildungsarbeit für hannoversche Schulen
Die Landeshauptstadt Hannover hat verschiedene Workshopmodule für Schulen in Hannover erarbeiten lassen, die den Schüler*innen einen Perspektivwechsel ermöglichen. Die Schüler*innen erhalten allgemeine Hintergrundinformationen zu Malawi und den Auswirkungen des Klimawandels dort. Mit Hilfe verschiedener Methoden können sie sich mit dem Thema auseinandersetzen und gemeinsam Ideen entwickeln, was jede einzelne Person tun kann und wie auch andere Menschen von der Wichtigkeit des Klimaschutzes überzeugt werden können. 
Die Workshops werden ab 2026 in den Schulen angeboten.
 

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