Deutlich wird dies anhand folgender Zahlen: Laut der Studie Mobilität in Deutschland (MiD 2023) des Bundesministeriums für Verkehr macht der Freizeitverkehr, unter anderem also der Weg zum Sport, 29%, beziehungsweise 72 Millionen Wege pro Tag, des täglichen Verkehrsaufkommens aus. Bevorzugtes Verkehrsmittel stellt hierbei das Auto dar. Auch in der Stadt Hannover, wo Sportstätten häufig gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln, wie Bus oder Bahn, zu erreichen sind. Auch wenn dieses Problem sicherlich nicht allein von Sportvereinen gelöst werden kann, haben auch diese die Möglichkeit, nachhaltige Fortbewegungsmittel anzubieten oder attraktiver zu gestalten. Ziel sollte es sein, langfristig ressourcenschonende und umweltfreundliche Verkehrsmöglichkeiten für den Weg zum Training, dem Spieltag oder anderen Veranstaltungen zu etablieren.
Wie man dies alltagstauglich umsetzt und Sie von Fördermöglichkeiten profitieren können, erklären wir Ihnen hier.
Tipps zum Thema
Mobilität stellt einen wichtigen Baustein im Vereinsleben dar. Beachten Sie folgende Tipps, um sie nachhaltiger zu gestalten.
Eine einfache und schnell umsetzbare Möglichkeit die Vereinsmobilität nachhaltiger zu gestalten, ist die Organisation von Fahrgemeinschaften oder die Nutzung von Bus und Bahn, um an Spieltagen ans Ziel zu kommen. Binden Sie dabei auch Eltern ein und nutzen Sie Apps, um den Überblick nicht zu verlieren.
Wer seine Vereinsmobilität grundlegend verändern möchte, kann noch einen Schritt weiter gehen. Ermutigen Sie Ihre Vereinsmitglieder dazu, mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Fahrrad zum Vereinsgelände anzureisen. Infomieren Sie dabei auch über die geeignetsten Routen. Auch können zukünftige Veranstaltungen und Trainingslager möglichst an Orten geplant werden, die gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen sind.
Wer aufs Ganze gehen möchte, achtet bei der Anschaffung neuer Vereinsfahrzeuge auf Elektromobilität. Passend dazu können Sie Ladesäulen auf dem Vereinsgelände installieren, um die Anreise per E-Auto zu fördern. Errichten Sie auch genügend Fahrradstellplätze, um die Nutzung von Fahrrädern attraktiver zu gestalten.
Fördermöglichkeiten:
Nationale Klimaschutzinitative
Zielgruppe: Gemeinnützige und mildtätige Vereine, die Mobilitätsstationen errichten möchten
Förderung: 50% der förderfähigen Gesamtausgaben bei Mobilitätsstationen; 70% der förderfähigen Gesamtausgaben bei Radabstellanlagen
Bewerbungszeitraum: ganzjährig
Für weitere Informationen: Zukunft-Umwelt–Gesellschaft gGmbH; Telefon: 030 72618 0880; Mail: nki-kommunalrichtlinie@z-u-g.org und auf den Seiten von Zukunft-Umwelt-Gesellschaft.
Best Practice
Ein interessantes und erfolgreiches Projekt für mehr nachhaltige Mobilität im Sportverein hat der TuS 05 Oberpleis e.V. aus Königswinter erfolgreich umgesetzt. Auch sie standen vor dem Ziel, Autofahrten im Vereinskontext und damit ihren CO2-Ausstoß zu reduzieren. Gemeinschaftlich haben sie sich dieser Herausforderung angenommen und mithilfe einer Vielzahl von Maßnahmen an ihrem Ziel gearbeitet.
Ein sehr bedeutsames Ziel war es, für längere Fahrten Fahrgemeinschaften zu bilden. Ein wichtiger Faktor in der Erreichung dieses Ziels war die Einführung einer Mitfahr-App. Mithilfe dieser App können Eltern Fahrer*Innen festlegen und Mitfahrer*Innen zuordnen, was die Organisation von Fahrgemeinschaften deutlich vereinfacht.
Zusätzlich zu diesen Bemühungen wurde auch die Anreise zur Sportstätte selbst nachhaltiger gestaltet. Es wurden Busfahrpläne an Mitglieder verteilt und die Anzahl der Stellplätze für Fahrräder deutlich erhöht, um den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad zu erleichtern. Ein weiterer Anreiz, sich an diesen Maßnahmen zu beteiligen ist eine ins Leben gerufene Team-Challenge. Spielerisch können hierbei Punkte für die ökologischste Anreise gesammelt werden. Als Hauptpreis winkt am Ende der Saison ein Teamabend.
Insbesondere die Bequemlichkeit der Anreise mit dem eigenen Auto, unter anderem mit Firmenwagen, war in vielen Fällen ein hemmender Faktor, der jedoch durch Gespräche gut behoben werden konnte.
Belohnt wurde der Verein mit einem gestiegenen Vertrauen und mehr Ehrlichkeit untereinander. Auch stieg das Bewusstsein der Mitglieder für Nachhaltigkeit und neben der enormen Menge an eingespartem CO2 freuten sich viele über gesunkene Kosten.