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Landeshauptstadt Hannover

Grundwassermonitoring

Über ein dichtes Messnetz wird das Grundwasser in Hannover kontinuierlich überwacht.

Zwei Mitarbeiter des Fachbereichs Umwelt und Stadtgrün in Warnwesten bei der Probennahme auf einer städtischen Fläche © LHH

Mitarbeiter des Fachbereichs Umwelt und Stadtgrün bei der Probennahme

Aktuelle Informationen zur Grundwasserbeschaffenheit in Hannover erhalten PlanerInnen, Bauherren und interessierte EinwohnerInnen mit dem im städtischen Fachbereich Umwelt und Stadtgrün eingerichteten Grundwassermonitoring.

Seit 2003 wird die Grundwasserqualität in 73 Brunnen, die über das ganze Stadtgebiet verteilt sind, regelmäßig kontrolliert. Mit den gewonnenen Daten können Aussagen über den natürlichen Grundwasserchemismus getroffen werden, frühzeitig das Entstehen von Belastungen erkannt und Abwehrstrategien entwickelt werden. Dabei spielen diffuse Einträge aus dem Verkehr, der Landwirtschaft und schadhafter Kanalisation, aber auch aus alten Deponien oder durch den unsachgemäßen Umgang mit Umweltchemikalien, also künstlich hergestellten Stoffen, eine Rolle.

Alle zurzeit beprobten Brunnen zeigen Beeinflussungen durch diese diffusen Einträge, obwohl sie nicht im Einzugsbereich alter Mülldeponien, bekannter Grundwasserschadensfälle o. ä. liegen. Die Trinkwasserversorgung ist dadurch jedoch nicht gefährdet. Das hannoversche Leitungswasser wird nicht im Stadtgebiet, sondern außerhalb - überwiegend im Fuhrberger Feld nördlich der Stadt - gefördert.

Die im Rahmen des Grundwassermonitorings festgestellten Belastungen mit Umweltchemikalien wie zum Beispiel Pflanzenschutzmitteln liegen in den meisten Brunnen unter den entsprechenden Grenzwerten für Grundwasser. Informationen zu Auffälligkeiten werden an die Gesundheitsbehörde der Region Hannover weitergegeben, die den Betrieb von Hausbrunnen im Stadtgebiet – insbesondere in Kleingärten und einigen Gewerbebetrieben - kontrolliert.

Ein langjähriger Datenvergleich wird zeigen, ob sich die Qualität des Grundwassers langfristig verbessert oder verschlechtert und welche Stoffe für das städtische Grundwasser von hoher Bedeutung sind.

Außerdem soll das chemisch-physikalische Monitoring nach Möglichkeit durch ein biologisches Monitoring ergänzt werden. Nachteil von chemischen Analysen ist, dass aufgrund teilweise fehlender oder mit zu vielen Unsicherheiten behafteter Analysemethoden jeweils nur eine bestimmte Anzahl von Stoffen untersucht werden kann. Und: gefunden werden kann nur, wonach auch gesucht wird. Die Grundwasserbiologie hingegen ist der Summe aller im Grundwasser vorhandenen Stoffe über ihre gesamte Lebensspanne ausgesetzt und stellt somit ein sehr bedeutendes Frühwarnsystem für grundwasserrelevante Umweltveränderungen dar.

Ein Faltblatt mit Informationen zum kommunalen Grundwassermonitoring sowie eine Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse der Jahre 2003 bis 2018 stehen hier online zur Verfügung.

Inhaltliche Auskünfte werden unter Telefon 0511 / 168-43848 erteilt. Für schriftliche Auskünfte werden Gebühren erhoben.