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Zukunftsfähigkeit

Bevölkerungsentwicklung und demografischer Wandel

Hannover: mehr – und internationaler

Eine ältere Frau und ein Kind halten gemeinsam bunte Armreife. © LHH - Eberhard Wydmuch

Generationen im Dialog

Die Landeshauptstadt Hannover mit circa 543.300 Einwohner*innen wächst seit Jahren mit hoher Dynamik durch Wanderungsgewinne. Diese stammen überwiegend aus dem Ausland. Zurzeit sind nicht mehr EU-Staaten wichtigster Quellraum der Zuwanderung, sondern Asien: 2019 gab es die größten Zuwächse per Saldo im Personenbestand mit syrischer (+740 Personen), irakischer (+340 Personen), indischer (+200 Personen) und iranischer (+180 Personen) Nationalität. Auf Rang 7 folgt mit albanisch (+80 Personen) die erste europäische Staatsangehörigkeit.

Hannover verdankt seine Wanderungsgewinne bezogen auf die Altersstruktur in erster Linie den Zuzügen junger Erwachsener zwischen 18 und ca. 24 Jahren, auch bis Anfang 30. Zuzugsgrund ist häufig ein Studium, eine Ausbildung oder (erste) Berufstätigkeit in der Landeshauptstadt; das große Ausbildungs- und Arbeitsplatzangebot ist auch bei der Zuwanderung aus dem Ausland ein wichtiger Pull-Faktor. Wanderungsverluste sind besonders bei Familien, die in das Umland von Hannover ziehen, zu beobachten.

Das Verhältnis von Geburten zu Sterbefällen – die sogenannte natürliche Bevölkerungsentwicklung – ist in Hannover inzwischen ungefähr ausgeglichen, nachdem es in früheren Jahren noch deutliche Sterbeüberschüsse gegeben hatte.

Das Durchschnittsalter der Bevölkerung Hannovers liegt zurzeit bei 42,56 Jahren. Der Altersunterschied zwischen der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund (46,43 Jahre) und der mit Migrationshintergrund (34,45 Jahre) ist deutlich. Einen "Migrationshintergrund" haben dabei in Hannover mit Hauptwohnsitz gemeldete Personen, die entweder nur eine ausländische Staatsbürgerschaft besitzen oder neben der deutschen zusätzlich eine ausländische. Durch die momentan tendenziell hohe Zuwanderung überwiegend junger Menschen schreitet die langsame Alterung der Bevölkerung in Hannover (Durchschnittsalter) gegenwärtig nicht mehr oder verlangsamt fort: In sechs der letzten acht Jahre ist das Durchschnittsalter leicht gesunken.

15 Prozent der Bevölkerung Hannovers sind Kinder und Jugendliche. Zwei Drittel der Einwohner*innen (66 Prozent) sind im erwerbsfähigen Alter, und 19 Prozent sind Senior*innen ab 65 Jahre. Die Zahl der Senior*innen wird durch die Alterung der Babyboomer spürbar ansteigen.

In Hannover haben Ende 2019 175.600 Personen einen Migrationshintergrund (32 Prozent der Bevölkerung). Die Zahl ist in den letzten zehn Jahren um gut 49.200 gestiegen (+39 Prozent), und markant sind kleinräumige Unterschiede zwischen Stadtteilen. Kinder und Jugendliche haben in Hannover zu 51,0 Prozent einen Migrationshintergrund und stellen seit Ende 2018 (50,1 Prozent) die Mehrheit der Unter-18-Jährigen. Aus der Europäischen Union stammen knapp ein Drittel (32 Prozent) der Menschen mit Migrationshintergrund in Hannover, die EU ist damit wichtigster Herkunftsraum.

Da vor allem junge Erwachsene zuwandern, wird nicht nur die Alterung der Gesellschaft verzögert; die Innovationskraft wird zugleich gestärkt und das Arbeitskräftepotenzial des Wirtschaftsstandorts Hannover erhöht. Herausforderungen entstehen durch die verglichen mit früheren Jahren angespanntere Situation auf dem Wohnungsmarkt, und durch den nach wie deutlichen Anstieg der Zahl älterer Menschen ist eine laufende Anpassung der Infrastrukturen erforderlich. Dies gilt auch für die Bildungsinfrastruktur durch steigende Kinderzahlen.

Auch die starke internationale Zuwanderung in kurzer Zeit – und zwar in ihrer ganzen Vielfalt – ist zugleich eine Herausforderung und ein großes Potenzial: Die Organisation des Zusammenlebens in einer weltoffenen Stadt Hannover ist eine kontinuierlich zu leistende Gemeinschaftsaufgabe zur Sicherung der Lebensqualität aller Einwohner*innen und der Zukunftsfähigkeit der Stadt.