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Zukunftsfähigkeit

Bevölkerungsentwicklung und demografischer Wandel

Hannover: mehr – und bunter

Eine ältere Frau und ein Kind halten gemeinsam bunte Armreife. © LHH - Eberhard Wydmuch

Generationen im Dialog

Die Landeshauptstadt Hannover mit circa 545.000 Einwohner*innen wächst seit Jahren mit hoher Dynamik durch Wanderungsgewinne. Diese stammen überwiegend aus dem Ausland. Aktuell sind nicht mehr EU-Staaten wichtigster Quellraum der Zuwanderung, sondern Asien: 2018 gab es die größten Zuwächse per Saldo im Personenbestand mit syrischer (+930 Personen), irakischer (+591 Personen) und iranischer (+463 Personen) Nationalität. Auf Rang 7 folgt mit rumänisch (+145 Personen) die erste europäische Staatsangehörigkeit, vor bulgarisch (+144 Personen).

Hannover verdankt seine Wanderungsgewinne bezogen auf die Altersstruktur in erster Linie den Zuzügen junger Erwachsener zwischen 18 und ca. 24 Jahren, auch bis Anfang 30. Zuzugsgrund ist häufig ein Studium, eine Ausbildung oder (erste) Berufstätigkeit in der Landeshauptstadt; das große Ausbildungs- und Arbeitsplatzangebot ist auch bei der Zuwanderung aus dem Ausland ein wichtiger Pull-Faktor. Wanderungsverluste sind besonders bei Familien, die in das Umland von Hannover ziehen, zu beobachten.

Das Verhältnis von Geburten zu Sterbefällen – die sogenannte natürliche Bevölkerungsentwicklung – ist in Hannover inzwischen ungefähr ausgeglichen, nachdem es in früheren Jahren noch deutliche Sterbeüberschüsse gegeben hatte.

Das Durchschnittsalter der Bevölkerung Hannovers liegt zurzeit bei 42,4 Jahren. Der Altersunterschied zwischen der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund (46,2 Jahre) und der mit Migrationshintergrund (34,3 Jahre) ist deutlich. Einen "Migrationshintergrund" haben dabei in Hannover mit Hauptwohnsitz gemeldete Personen, die entweder nur eine ausländische Staatsbürgerschaft besitzen oder neben der deutschen zusätzlich eine ausländische. Durch die momentan hohe Zuwanderung überwiegend junger Menschen schreitet die langsame Alterung der Bevölkerung in Hannover (Durchschnittsalter) gegenwärtig nicht mehr fort: In den letzten sieben Jahren ist das Durchschnittsalter sechsmal leicht gesunken.

15 Prozent der Bevölkerung Hannovers sind Kinder und Jugendliche. Zwei Drittel der Einwohner*innen (66 Prozent) sind im erwerbsfähigen Alter, und 19 Prozent sind Senior*innen ab 65 Jahre. Die Zahl der Senior*innen wird durch die Alterung der Babyboomer spürbar ansteigen.

In Hannover haben Ende 2018 gut 173.000 Personen einen Migrationshintergrund (31,8 Prozent der Bevölkerung), gut 6.000 mehr als ein Jahr zuvor. Die Zahl ist in den letzten zehn Jahren um gut 48.000 gestiegen (+38,6 Prozent), und markant sind kleinräumige Unterschiede zwischen Stadtteilen. Kinder und Jugendliche haben in Hannover zu 50,1 Prozent einen Migrationshintergrund und stellten damit Ende 2018 erstmals die Mehrheit der Unter-18-Jährigen. Aus der Europäischen Union stammt knapp ein Drittel (31 Prozent) der Menschen mit Migrationshintergrund in Hannover, die EU ist damit wichtigster Herkunftsraum.

Da vor allem junge Erwachsene zuwandern, wird nicht nur die Alterung der Gesellschaft verzögert; die Innovationskraft wird zugleich gestärkt und das Arbeitskräftepotenzial des Wirtschaftsstandorts Hannover erhöht. Herausforderungen entstehen durch die verglichen mit früheren Jahren angespanntere Situation auf dem Wohnungsmarkt, und durch den deutlichen Anstieg der Zahl älterer Menschen wird eine laufende Anpassung der Infrastrukturen erforderlich. Dies gilt auch für die Bildungsinfrastruktur durch steigende Kinderzahlen.

Auch die starke internationale Zuwanderung in kurzer Zeit – und zwar in ihrer ganzen Vielfalt – ist zugleich eine große Herausforderung als Integrationsaufgabe und ein großes Potenzial: Hannover als weltoffene Gesellschaft verändert sich kontinuierlich und entwickelt sich weiter.