Stadttauben nutzen häufig Dachböden, Fassaden oder andere Gebäudeteile als Schlaf- und Brutplätze. Werden Sanierungsarbeiten durchgeführt, ohne vorhandene Brutplätze zu berücksichtigen, kann dies schwerwiegende Folgen für die Tiere haben.
Immer wieder kommt es vor, dass Zugänge verschlossen werden, obwohl sich noch Tauben oder Jungvögel im Gebäude befinden. Können die Tiere das Gebäude nicht mehr verlassen oder werden Jungtiere nicht mehr versorgt, verenden sie.
Wer Tiere einschließt und dadurch deren Tod verursacht, kann gegen das Tierschutzgesetz verstoßen. Entsprechende Fälle beschäftigen die städtische Veterinärbehörde regelmäßig.
Deshalb empfiehlt die Landeshauptstadt Hannover, Sanierungsmaßnahmen frühzeitig zu planen und bei bestehenden Taubenbeständen fachkundige Unterstützung einzubeziehen. Gemeinsam mit Taubenschutzorganisationen können Lösungen entwickelt werden, bei denen sowohl die Sanierung als auch der Tierschutz berücksichtigt werden.
Werden größere Taubenbestände von heute auf morgen aus einem Gebäude ausgeschlossen, suchen sich die Tiere neue Schlaf- und Brutplätze in der unmittelbaren Umgebung.
Das kann dazu führen, dass benachbarte Gebäude, Balkone oder sogar Wohnungen verstärkt von Stadttauben aufgesucht werden. Deshalb sollte ein Verschluss möglichst mit einer alternativen Unterkunft – beispielsweise einem kontrollierten Taubenschlag – kombiniert werden.
So können sich die Tiere schrittweise an ihren neuen Lebensraum gewöhnen und die Population wird durch den Austausch der Eier gegen Kunsteier langfristig reduziert.
Eine nachhaltige Lösung gelingt nur, wenn Eigentümer*innen, Hausverwaltungen, ausführende Firmen und Taubenschutzorganisationen zusammenarbeiten.
Wer frühzeitig handelt und fachgerechte Maßnahmen umsetzt, schützt nicht nur die Tiere, sondern vermeidet auch spätere Konflikte mit Anwohner*innen sowie zusätzliche Kosten durch erneute Vergrämungsmaßnahmen.
Bei Fragen zum Umgang mit Stadttauben oder zu geplanten Sanierungsmaßnahmen unterstützt der Bereich Gewerbe- und Veterinärangelegenheiten der Landeshauptstadt Hannover.
Darüber hinaus können Taubenschutzorganisationen dabei helfen, tierschutzgerechte Lösungen für einzelne Gebäude zu entwickeln und die Umsetzung fachlich zu begleiten.