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Solidaritätspartnerschaft

Hannover schickt fünf Fahrzeuge nach Mykolajiw

Die Landeshauptstadt Hannover setzt ihre Unterstützung für die ukrainische Partnerstadt Mykolajiw fort: Fünf ehemalige Mannschaftswagen der Feuerwehr sind auf dem Weg in die Ukraine und sollen dort künftig bei kommunalen Aufgaben eingesetzt werden. Oberbürgermeister Belit Onay und Feuerwehrdezernent Axel von der Ohe übergaben die Fahrzeuge vor dem Neuen Rathaus an das Blau-Gelbe Kreuz.

Übergaben die Fahrzeuge an die ehrenamtlichen Fahrer des Blau-Gelben Kreuzes: Oberbürgermeister Belit Onay, Feuerwehrdezernent Axel von der Ohe, Mitglieder der Feuerwehr, Mitglieder des Rates und Mitarbeiter*innen der Landeshauptstadt Hannover auf dem Platz der Menschenrechte. Mit dabei war auch Linda Mai, Vorstandsvorsitzende des Deutsch-Ukrainischen Vereins. 
 

Die von russischen Angriffen aktuell wieder schwer betroffene Stadt Mykolajiw erhält damit eine weitere Hilfslieferung aus Hannover. Die fünf Kleinbusse sollen unter anderem den Bevölkerungsschutz und die Aufrechterhaltung der kommunalen Infrastruktur unterstützen.

Wer bringt die Fahrzeuge nach Mykolajiw?

Das Büro für Internationale Angelegenheiten der Landeshauptstadt Hannover koordiniert die Solidaritätspartnerschaft mit Mykolajiw und arbeitet bei der Überführung mit dem Blau-Gelben Kreuz Deutsch-Ukrainischer Verein aus Köln zusammen.

Oberbürgermeister Belit Onay und Finanz-, Ordnungs- und Feuerwehrdezernent Axel von der Ohe übergaben die Fahrzeuge vor dem Neuen Rathaus an Mitglieder des Blau-Gelben Kreuzes, darunter die Vorstandsvorsitzende Linda Mai.

Welche Fahrzeuge werden übergeben?

Bei den fünf Kleinbussen handelt es sich um ehemalige Mannschaftswagen der Feuerwehr Hannover, die für den Einsatz in der Landeshauptstadt ausgesondert wurden. Zusammen haben die Fahrzeuge einen Restwert von rund 26.000 Euro. Für Zollabwicklung, Transport und technische Vorbereitung entstehen weitere Kosten von rund 7.000 Euro.

Wofür braucht Mykolajiw die Fahrzeuge?

Die Stadt Mykolajiw wird die Fahrzeuge für unterschiedliche kommunale Aufgaben einsetzen. Sie sollen insbesondere spezialisierten Teams zur Verfügung stehen, die bei Angriffen, Unwettern und anderen Notfällen schnell reagieren müssen. Mit den Kleinbussen können Mitarbeitende, Ausrüstung, Werkzeug und Material zu Orten gebracht werden, an denen Reparaturen und Instandhaltungsarbeiten an der kommunalen Infrastruktur notwendig sind.

Darüber hinaus sollen die Fahrzeuge für den Transport streunender und verwilderter Haustiere, die Sammlung von Hausmüll sowie für Fahrten junger Sportler*innen zu Wettkämpfen genutzt werden.

Onay: „Hannover steht an der Seite von Mykolajiw“

Oberbürgermeister Belit Onay: „Hannover steht an der Seite von Mykolajiw – und zwar nicht nur mit Worten, sondern ganz konkret. Mit den fünf Fahrzeugen leisten wir gerade jetzt, wo die Stadt wieder vermehrt unter Angriffen und Zerstörung leidet, einen weiteren Beitrag dazu, dass wichtige kommunale Aufgaben auch unter den schwierigen Bedingungen des russischen Angriffskrieges aufrechterhalten werden können. Unsere Solidaritätspartnerschaft ist lebendig und wächst weiter: Wir helfen, wo Hilfe gebraucht wird, und wir lernen zugleich voneinander. Gerade mit Blick auf den Wiederaufbau der Ukraine und der aktuellen Weltlage ist dieser Austausch von Erfahrungen und Fachwissen von großer Bedeutung.“

Finanz-, Ordnungs- und Feuerwehrdezernent Axel von der Ohe: „Die Fahrzeuge sind für den Feuerwehr-Einsatz in Hannover ausgemustert, können in Mykolajiw aber noch wertvolle Dienste leisten. Es ist sinnvoll und solidarisch, vorhandene Ressourcen weiterzugeben, wenn sie andernorts dringend gebraucht werden. Ich freue mich, dass wir mit fünf Mannschaftswagen einen konkreten Beitrag für die Stadtverwaltung und die Bevölkerung in unserer ukrainischen Partnerstadt leisten können. Den Fahrerinnen und Fahrern des Konvois wünschen wir eine sichere Reise und eine gute Ankunft in Mykolajiw.“

Auch Mykolajiws Bürgermeister Oleksandr Syenkevych unterstreicht die Bedeutung der Unterstützung: „In Zeiten ständiger Herausforderungen und begrenzter Ressourcen ist eine solche Unterstützung von besonderer Bedeutung, da sie unmittelbar zur Aufrechterhaltung kommunaler Dienstleistungen für die Einwohner*innen beiträgt. Wir wissen es sehr zu schätzen, dass unser Partner genau die Ausrüstung beistellt, die wir tatsächlich benötigen, und dass diese unmittelbar nach der Lieferung einsatzbereit ist. Mein aufrichtiger Dank gilt der Stadt Hannover für ihre kontinuierliche Unterstützung, ihre Solidarität und ihr Verständnis für die Bedürfnisse der Stadt Mykolajiw“

Wie unterstützt Hannover seine Partnerstadt außerdem?

Die Übergabe der fünf Kleinbusse ist Teil der regelmäßigen Unterstützung Hannovers für Mykolajiw. Dabei arbeitet die Stadt eng mit Kooperationspartnerinnen und Akteurinnen der Zivilgesellschaft in Hannover und darüber hinaus zusammen.

Erst im Juni hatte die Landeshauptstadt eine weitere Hilfslieferung organisiert. Bestandteil des Transports war unter anderem ein vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziertes Fahrzeug – ein Minibus mit Rollstuhlrampe.

Im Herbst erhält Hannover vom BMZ ein weiteres Fahrzeug für Mykolajiw. Dabei handelt es sich um einen Wagen mit Doppelkabine und Werkzeugausstattung. Die vom BMZ bereitgestellten Fahrzeuge haben jeweils einen Wert von rund 50.000 Euro.

Unterstützung für die Wasserversorgung

Auch der hannoversche Energieversorger Enercity engagiert sich aktuell für Mykolajiw. Im Rahmen eines vom BMZ finanzierten Projekts unterstützt das Unternehmen die weiterhin provisorische Trinkwasseraufbereitung und den Wiederaufbau der Wasserversorgung. Dafür stellt Enercity technisches Material zur Verfügung, darunter Filter, Reinigungsmittel und Pumpen. Die Lieferung soll noch im August in Mykolajiw eintreffen.

Auf Wunsch des kommunalen Wasserunternehmens in Mykolajiw hat Enercity außerdem dringend benötigtes Spezialgerät für die Verlegung neuer Wasserrohre beschafft. Viele Leitungen sind marode und müssen ausgetauscht werden.

Die Landeshauptstadt Hannover und Enercity erhalten von der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) im Auftrag des BMZ finanzielle Förderung für die Beschaffung und den Transport von Hilfsmaterialien nach Mykolajiw.

Geht es bei der Partnerschaft nur um Hilfslieferungen?

Nein. Fahrzeuge, technisches Gerät und Medizinmaterial aus Hannover bilden nur einen Teil der Zusammenarbeit. Zunehmend geht es auch um den Austausch von Erfahrungen und Fachwissen – insbesondere mit Blick auf den Wiederaufbau der Ukraine.

Zu den aktuellen Aktivitäten gehört ein vom BMZ gefördertes Projekt im Bereich Jugendpolitik und Jugendbeteiligung, das im Mai gestartet ist. Gemeinsam mit dem kommunalen Wohnungsbauunternehmen Hanova unterstützt Hannover zudem den Aufbau eines kommunalen Wohnungsunternehmens in Mykolajiw. Die Kooperation nimmt damit sowohl in Deutschland als auch in der Ukraine eine Vorreiterrolle ein.

Aus der Solidaritätspartnerschaft ist inzwischen ein breit gefächertes Netzwerk entstanden – von Schulpartnerschaften und wirtschaftlichen Kontakten bis zu individuellen Hilfsinitiativen und Projekten verschiedener Organisationen der Zivilgesellschaft.

Seit 2022 Partnerstädte

Die Solidaritätspartnerschaft zwischen Hannover und Mykolajiw besteht seit fast vier Jahren. Am 15. September 2022 unterzeichneten Oberbürgermeister Belit Onay und Mykolajiws Bürgermeister Oleksandr Syenkevych die Kooperationsvereinbarung.

Der Rat der Landeshauptstadt Hannover hat im Mai 2025 für die Kooperation mit Mykolajiw ein Budget von jeweils 75.000 Euro für die Jahre 2026, 2027 und 2028 beschlossen.

 

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