„Mykolajiw, kann weiterhin auf Unterstützung aus Hannover bauen“, betonte Belit Onay. „Die neue Absichtserklärung unterstreicht die enge Solidarität Hannovers mit der ukrainischen Partnerstadt.“ Er danke allen Beteiligten, die sich dafür engagierten, die Kriegsfolgen zu mildern, und sich konstruktiv für eine zukunftsgerichtete Stadtentwicklung in Mykolajiw einsetzten.
Ziel ist der Absichtserklärung ist es, Freiheit, Entwicklung und den Austausch zwischen den beiden Kommunen weiter zu fördern und gemeinsame Aktivitäten im Interesse beider Städte zu stärken. Denn die Situation in der Ukraine ist weiterhin dramatisch. Auch im fünften Jahr des völkerrechtswidrigen russischen Angriffskrieges stehen ukrainische Städte und Gemeinden unter enormem Druck. Trotz massiver Angriffe auf die Infrastruktur sorgen sie weiterhin für die kommunale Daseinsvorsorge und die Sicherheit ihrer Bevölkerung.
Besonders junge Menschen leiden unter den Folgen des Krieges. Neben den Herausforderungen im Schulalltag und den notwendigen Sicherheitsmaßnahmen gewinnen Jugendpolitik und außerschulische Jugendarbeit zunehmend an Bedeutung. Hannover und Mykolajiw sind überzeugt, dass gerade der Austausch zwischen jungen Menschen sowie die Zusammenarbeit der Zivilgesellschaften einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung der kriegsbedingten Belastungen leisten können.
Konkret geht es um das gemeinsame Projekt „Hannover und Mykolajiw für eine engagierende und inklusive Jugendpolitik“. Das auf drei Jahre angelegte Projekt soll die Jugendarbeit in Mykolajiw stärken. Dazu gehören der Austausch von Fachwissen, die Zusammenarbeit mit Akteur*innen aus Hannover sowie der Aufbau theoretischer und praktischer Voraussetzungen für Jugendarbeit und Aufenthaltsmöglichkeiten für junge Menschen in Mykolajiw. Jugendliche und zivilgesellschaftliche Akteur*innen werden aktiv in das Projekt eingebunden.
Gefördert wird das Vorhaben über das Förderinstrument „NAKOPA – Nachhaltige kommunale Partnerschaften“ von Engagement Global mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Die Landeshauptstadt Hannover beteiligt sich ebenfalls finanziell an dem Projekt.
Seit der im Jahr 2022 beschlossenen Städtepartnerschaft hat Hannover die südukrainische Partnerstadt bereits umfassend unterstützt – unter anderem durch Hilfstransporte mit technischem Gerät, Computern, medizinischen Gütern und Fahrzeugen. Auch kommunale Unternehmen wie Hanova und Enercity engagieren sich konkret beim Wiederaufbau von Infrastruktur in Mykolajiw.
Die Delegation ist in Hannover zu Besuch, um über die bisherige Kooperation und weitere Entwicklung der Partnerschaft zu sprechen, wie beispielsweise im Bereich kommunales Wohnungswesen und Trinkwasserversorgung. Der Rat hatte am 23. April einstimmig die Fortsetzung und den Ausbau der Solidaritätspartnerschaft beschlossen.
Beide Städte betonen, dass die Zusammenarbeit einen wichtigen Beitrag zu nachhaltiger Stadtentwicklung und internationaler Partnerschaft leistet und damit auch die globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen unterstützt.