Erster Austausch zu Jugendarbeit und Jugendbeteiligung mit Mykolajiw
Jugendarbeit und Beteiligung
Erster Austausch zu Jugendarbeit und Jugendbeteiligung mit Mykolajiw
Am 17. Juni tauschten sich Expert*innen aus Mykolajiw und Hannover zum Thema Jugendarbeit und Beteiligung in beiden Städten aus.
Eindrücke aus dem 2024 in Mykolajiw eröffneten Jugendzentrum „Khvylia“, auf Deutsch: die Welle.
Zum ersten Mal kamen Expert*innen und Beteiligte aus beiden Städten zu einem Austausch zusammen, im Rahmen des Projektes „Hannover und Mykolajiw für eine engagierte und inklusive Jugendpolitik“.
Neben Experten und Ansprechpersonen für junge Menschen aus beiden Stadtverwaltungen waren auch Vertreter*innen von Jugendverbänden und Organisationen beider Städte und dem neu besetzten jugendpolitischen Rat der Stadt Mykolajiw dabei. Auch ein Vertreter (Hannover) und eine Vertreterin (Mykolajiw) der jeweiligen Abteilungen für Stadtplanung nahm teil.
„Unter den schwierigen Bedingungen des Krieges ist es besonders wichtig, Möglichkeiten für die Jugend zu schaffen, weiterhin aktiv und engagiert zu bleiben und sich als Teil der Gemeinschaft zu fühlen. Im Jahr 2024 wurde dank der Unterstützung von UNICEF in Mykolajiw ein Jugendzentrum eröffnet. Seitdem haben bereits über 20.000 junge Menschen das Zentrum besucht, was zeigt, wie sehr die Jugend heute solche Initiativen braucht“, sagt Arsen Hasparian, Leiter der Abteilung für Jugendpolitik der Stadtverwaltung in Mykolajiw.
Für Hannover berichtete Mathias Pohl, Stadtjugendpfleger und Sachgebietsleiter für die Fachplanung der Kinder- und Jugendarbeit, über Jugendarbeit und Beteiligung in Hannover. Er betonte, wie wichtig es in Deutschland nach der Zeit des Nationalsozialismus und der damaligen Gleichschaltung der Jugend war, aus dem Demokratiegedanken heraus die Mitbestimmungsrechte und die Interessensvertretung von jungen Menschen auch gesetzlich zu verankern und damit ihre Eigenständigkeit zu sichern.
In der Diskussion waren die Teilnehmer*innen aus Mykolajiw besonders daran interessiert zu erfahren, wie Jugend in Hannover motiviert wird, sich am gesellschaftlichen Leben zu beteiligen, welche Formen der nicht-formalen Bildung die heutige deutsche Jugend interessiert, und ob Hannover bereits vor den aktuell laufenden Wahlvorbereitungen ein Jugendparlament hatte (Antwort: nein).
Diesem Auftakt werden weitere Austausche zu verschiedenen Themen der Jugendarbeit folgen – Themen, die relevant für sowohl Hannover als auch Mykolajiw sind.
Im September findet der nächste Austausch statt, in dem es um Jugendbeteiligungsprozesse sowohl in Mykolajiw, als auch in Hannover gehen wird.
Das Projekt Hannover und Mykolajiw für eine engagierte und inklusive Jugendpolitik erstreckt sich über einen Zeitraum von drei Jahren und ist gefördert durch Engagement Global im Auftrag des BMZ. Es ist Teil des Förderinstrumentes Nakopa. Nakopa steht für Nachhaltige Kommunalentwicklung durch Partnerschaftsprojekte.
Neben den online-Fachaustauschen zu verschiedenen Themen sind auch zwei Expertenreisen nach Hannover geplant, sowie ein von Mykolajiw in der Stadt durchgeführter Jugendbeteiligungsprozess – der wiederum die Basis für die Planung und Errichtung zweier moderner, in Teilen inklusiver outdoor-Jugendplätze in Mykolajiw sein wird.