Zweiter Austausch: Beteiligung bei der Gestaltung von Jugendplätzen
Jugendarbeit und Beteiligung
Zweiter Austausch: Beteiligung bei der Gestaltung von Jugendplätzen
Am 03. September 2026 tauschten sich abermals Expert*innen aus Mykolajiw und Hannover aus, diesmal zum Thema Jugendbeteiligung und Gestaltung von Aufenthaltsorten in beiden Städten.
Entwurf für den Jugendplatz Oheriedentrift, aus der Präsentation von Fabian Benndorf
Dabei waren sowohl Experten für Jugendpolitik und Jugendarbeit aus beiden Stadtverwaltungen als auch ein Landschaftsarchitekt aus dem Fachbereich Umwelt und Stadtgrün (Landeshauptstadt Hannover) und die Leiterin der Architekturabteilung aus dem Fachbereich Architektur und Städteplanung (Stadt Mykolajiw). Zusätzlich nahmen ein Vertreter des Stadtjugendrings Hannovers und Vertreter*innen des neu konstituierten jugendpolitischen Rates der Stadt Mykolajiw teil.
„Es ist unser Anspruch und unsere Überzeugung, dass wir die jungen Menschen unserer Stadt von Beginn an mit einbeziehen müssen, wenn es um die Gestaltung von Angeboten für sie geht“, sagte Arsen Hasparian, Leiter der Abteilung für Jugendpolitik der Stadtverwaltung und erläuterte, dass die für die Errichtung der beiden Jugendplätze vorgesehenen Orte in der Stadt nicht eine bloße Präferenz der Verwaltung seien, sondern bereits heute Anziehungspunkte für junge Menschen sind.
Wünsche der Jugendlichen werden bei Gestaltung berücksichtigt
Fabian Benndorf, Landschaftsarchitekt im Bereich Planung und Bau des Fachbereichs Umwelt und Stadtgrün, berichtete über den Planungsprozess für den Jugendplatz Oheriedentrift, für den Jugendliche mit ihren Wünschen für die Aktivitäten und Funktionen ihres Jugendplatzes mit einbezogen wurden.
Screenshot aus der Präsentation Jugendplätze und Beteiligung
Dabei kristallisierten sich vier Bedürfnisse heraus: Platz für Aktivität, Platz für Treffen/Chillen, Möglichkeit zum Mitmachen, und Platz, um sich zurückziehen zu können.
Die fachbereichsübergreifende Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Jugend und Familie, insbesondere den Streetworkern, war für den Gesamtprozess und auch das positive Ergebnis ausschlaggebend: Der Jugendplatz wird gut von jungen Menschen angenommen.
Architektin berichtet aus Mykolajiw
Kateryna Khmelna, Leiterin der Architekturabteilung, berichtete ihrerseits über zwei fertiggestellten Sportplätze unter freiem Himmel in der Stadt, die inklusiv und für alle Altersgruppen gestaltet wurden. Sie sprach auch über die gesammelten Rückmeldungen und Wünsche der Nutzer*innen des ersten Sportplatzes, den Lernprozess und die Berücksichtigung der Bedürfnisse anderer Nutzer*innen bei Planung und Errichtung des zweiten Sportplatzes. „Wir haben gemerkt, dass solche Sportplätze sehr beliebt sind, sie werden von allen gebraucht, auch junge Menschen frequentierten diese Plätze gerne“, so Khmelna.
Angeregte Diskussion
In der Diskussion waren die Teilnehmer*innen daran interessiert zu erfahren, wie die Lage der Jugendplätze in Hannover ist und ob es – etwa weil es auch laut zugehen kann - Schwierigkeiten bei dem Miteinander mit Anwohnenden gibt, oder es zu Konflikten kommt, und ob sich durch die Existenz des Jugendplatzes die Dynamik im Stadtteil entwickelt hat. Auch gab es Diskussionen über die Herausforderung, verschiedene Jugendgruppen zu erreichen, adäquate Plätze zu finden und auch dazu, wie in Mykolajiw Orte z. B. für Sportplätze gewählt werden.
Wie geht es weiter?
Ende 2026 wird die Abteilung für Jugendpolitik aus Mykolajiw über den bis dahin durchgeführten Jugendbeteiligungsprozess als Teil des Planungsprozesses für die Jugendplätze in Mykolajiw berichten – einem Erfahrungsaustausch, dem die Teilnehmenden aus Hannover bereits mit Interesse entgegenblicken.
Das Projekt Hannover und Mykolajiw für eine engagierte und inklusive Jugendpolitik erstreckt sich über einen Zeitraum von drei Jahren und ist gefördert durch Engagement Global im Auftrag des BMZ. Es ist Teil des Förderinstrumentes Nakopa. Nakopa steht für Nachhaltige Kommunalentwicklung durch Partnerschaftsprojekte.
Neben online-Fachaustauschen zu verschiedenen Themen der Jugendarbeit sind auch zwei Expertenreisen nach Hannover geplant, sowie ein von Mykolajiw in der Stadt durchgeführter Jugendbeteiligungsprozess – der wiederum als Basis für die Planung und Errichtung zweier moderner, in Teilen inklusiver outdoor-Jugendplätze in Mykolajiw dienen wird. Die Errichtung der Jugendplätze ist ebenfalls im Rahmen des Projektes vorgesehen.