Zukunftsfähigkeit

Bevölkerungsentwicklung und demografischer Wandel

Hannover: mehr – und internationaler.

Generationen im Dialog

Die Landeshauptstadt Hannover mit rund 543.000 Einwohner*innen mit Hauptwohnsitz ist seit 2011 deutlich um 31.000 Personen (+6,1 Prozent) gewachsen. Die Wanderungsgewinne stammen dabei überwiegend aus dem Ausland. 2021 gab es wie im Vorjahr die größten Zuwächse per Saldo im Personenbestand mit syrischer (+570 Personen) und irakischer (+370 Personen) Nationalität.

Hannover verdankt seine Wanderungsgewinne bezogen auf die Altersstruktur in erster Linie den Zuzügen junger Erwachsener zwischen 18 und ca. 24 Jahren, auch bis Anfang 30. Zuzugsgrund ist häufig ein Studium, eine Ausbildung oder (erste) Berufstätigkeit in der Landeshauptstadt; das große Ausbildungs- und Arbeitsplatzangebot ist auch bei der Zuwanderung aus dem Ausland ein wichtiger Pull-Faktor. Wanderungsverluste sind besonders bei Familien, die in das Umland von Hannover ziehen, zu beobachten.

Spielendes Mädchen am Brunnen des Bahnhofsvorplatzes

Das Verhältnis von Geburten zu Sterbefällen – die sogenannte natürliche Bevölkerungsentwicklung – ist in Hannover ungefähr ausgeglichen: 2021 gab es 132 weniger Geburten (5.516) als Sterbefälle (5.648).

Das Durchschnittsalter der Bevölkerung Hannovers lag Ende 2021 bei 42,61 Jahren (Männer: 41,24 Jahre, Frauen: 43,95 Jahre). 15,6 Prozent der Bevölkerung sind Kinder und Jugendliche. Gut zwei Drittel der Einwohner*innen (65,4 Prozent) sind im erwerbsfähigen Alter und 19,0 Prozent sind Senior*innen ab 65 Jahre. Die Zahl der Senior*innen wird durch die Alterung der "Babyboomer" spürbar ansteigen.

In Hannover haben Ende 2021 182.700 Personen einen Migrationshintergrund, das entspricht einem Drittel der Bevölkerung (34 Prozent). Die Zahl ist seit Ende 2010 um 54.100 gestiegen (+42,1 Prozent), und markant sind kleinräumige Unterschiede zwischen Stadtteilen. Ein "Migrationshintergrund" umfasst dabei Personen, die entweder nur eine ausländische Staatsbürgerschaft besitzen oder neben der deutschen zusätzlich eine ausländische. Kinder und Jugendliche haben in Hannover zu 53 Prozent einen Migrationshintergrund und stellen seit Ende 2018 die Mehrheit der Unter-18-Jährigen.

Inzwischen werden von der LH Hannover auch andere Definitionen des Migrationshintergrundes als nur über die Staatsangehörigkeit verwendet. Der Bevölkerungsanteil der Personen mit "familiärem Migrationshintergrund" beträgt Ende 2021 39,6 Prozent. Diese erweiterte Definition umfasst über die oben genannte hinaus weitere in den Meldedaten vorliegende Angaben, um Deutsche mit Migrationshintergrund abzuleiten. Hierzu gehören Angaben zum Geburtsland bzw. zur Zuzugsherkunft und zur Art der deutschen Staatsangehörigkeit, d. h. auf welcher rechtlichen Grundlage die deutsche Staatsangehörigkeit erteilt wurde. Hierdurch werden Eingebürgerte und Aussiedler*innen abgebildet.

Da vor allem junge Erwachsene zuwandern, wird nicht nur die Alterung der Gesellschaft verzögert; die Innovationskraft wird zugleich gestärkt und das Arbeitskräftepotenzial des Wirtschaftsstandorts Hannover erhöht. Herausforderungen entstehen durch die verglichen mit früheren Jahren angespanntere Situation auf dem Wohnungsmarkt; und durch den nach wie deutlichen Anstieg der Zahl älterer Menschen ist eine laufende Anpassung der Infrastrukturen erforderlich. Dies gilt auch für die Bildungsinfrastruktur durch steigende Kinderzahlen.

Auch die starke internationale Zuwanderung in kurzer Zeit – und zwar in ihrer ganzen Vielfalt – ist zugleich eine Herausforderung und ein großes Potenzial: Die Organisation des Zusammenlebens in einer weltoffenen Stadt Hannover ist eine kontinuierlich zu leistende Gemeinschaftsaufgabe zur Sicherung der Lebensqualität aller Einwohner*innen und der Zukunftsfähigkeit der Stadt.