Seit mehr als 40 Jahren verbindet Hannover und Hiroshima eine enge Städtepartnerschaft. Diese wird kontinuierlich durch kulturellen Austausch, Jugendarbeit, Friedensinitiativen und regelmäßige gegenseitige Besuche gepflegt.
Ein besonderes Symbol dieser Partnerschaft ist das Teehaus im Stadtpark Hannover. Es wurde 1988 – anlässlich des fünfjährigen Bestehens der Städtepartnerschaft – von der Stadt Hiroshima gemeinsam mit der Ueda-Teeschule an Hannover verschenkt. Das originale Teehaus im Stil des Teewegs der Ueda ist eingebettet in einen eigens angelegten japanischen Teegarten und wird seit über 35 Jahren von den Mitarbeitenden des Fachbereichs Umwelt und Stadtgrün gepflegt.
Die Ueda Sōko ist eine der ältesten Teeschulen Japans. Sie wurde vor mehr als 400 Jahren von dem Samurai Ueda Sōko gegründet und wird bis heute von der Familie Ueda geführt. Die japanische Teezeremonie ist eng mit dem Zen-Buddhismus verbunden und folgt den Prinzipien Harmonie, Respekt, Ruhe und Reinheit.
Zur Pflege des Teegartens und zur Vermittlung der Teezeremonie nach Ueda-Tradition entsandte die Teeschule eine Teemeisterin nach Hannover: Hiroyo Nakamoto lebt seit über 30 Jahren in der Stadt, unterrichtet hier die Teezeremonie und wurde von Hiroshima als Kulturbotschafterin ausgezeichnet.
Anlässlich des 40-jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft im Jahr 2023 besuchte Großteemeister Sokei Ueda Hannover. In diesem Rahmen fand ein erster fachlicher Austausch zur japanischen Gartenpflege zwischen einem Gärtner der Ueda-Teeschule und Mitarbeitenden des Fachbereichs Umwelt und Stadtgrün statt.
Der zweite Teil dieses Austauschs folgte vom 2. bis 14. November 2025 in Japan. Olav Sievert, Leiter des Stadtparks Hannover, und Manuel von Loh, Gärtner im Stadtpark, reisten nach Hiroshima, um ihre fachlichen Kenntnisse zur Gestaltung und Pflege japanischer Teegärten zu vertiefen. Die Reise wurde von Hiroyo Nakamoto organisiert und begleitet.
In Hiroshima wurden die Gäste aus Hannover von der Gartenbaufirma geschult, die für die Pflege des Ueda-Teegartens verantwortlich ist. Weitere Programmpunkte waren der Besuch des Katsura-Rikyu-Gartens in Kyoto, mehrerer Tempelgärten – unter anderem auf der Insel Miyajima – sowie des Friedensmuseums in Hiroshima.
Olav Sievert berichtet: „Der offizielle Empfang durch die Stadt Hiroshima und der Besuch des Friedensmuseums waren bewegende Eindrücke. Fachlich konnten wir unser Wissen zu Schnitttechniken an Gehölzen, zur Gestaltung traditioneller Teegärten und zu speziellen Knotentechniken für japanische Zäune deutlich erweitern.“
Mit dem Fachaustausch zur japanischen Gartenpflege wurde ein neues, fachlich wertvolles Projekt innerhalb der Städtepartnerschaft umgesetzt. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen in die Pflege und Weiterentwicklung des japanischen Teegartens im Stadtpark Hannover ein. Die Landeshauptstadt Hannover sprach Hiroyo Nakamoto besonderen Dank für ihre engagierte Begleitung, fachliche Unterstützung und Übersetzungsarbeit während der Reise aus.