Visionär

City Roofwalks verbinden begrünte Dächer in der Innenstadt

Unterwegs auf grünen Dächern: In der City von Hannover soll ein besonderes Programm zur Dachbegrünung umgesetzt werden – mit üppig bepflanzten Dachgärten und Fassadenbegrünungen ("hängende Gärten"). So soll eine ökologisch wirksame und erlebbare neue Dachlandschaft entstehen, die durch City-Roofwalks (Brücken von Dach zu Dach) miteinander verbunden sind.

Blick auf das Parkhaus Schmiedestraße. 

Vom 23. März bis zum 13. April hat die Landeshauptstadt Hannover eine Online-Befragung zum Thema „City Roofwalks“ durchgeführt. 1.524 Teilnehmer*innen haben sich mit Ihren Wünschen zur Gestaltung des neuen Angebots in der City daran beteiligt. Eine detaillierte Auswertung der Befragung wird Ende Mai hier veröffentlicht. Die Ergebnisse sollen frühzeitig in den Planungsprozess für das Pilotprojekt einfließen. 

Grüne Dachlandschaften als Erlebnisräume und zur Anpassung an den Klimawandel mitten in der City

Vor dem Hintergrund des Klimawandels sind, gerade in den dicht bebauten innerstädtischen Gebieten, Anpassungsmaßnahmen zur Hitze- und Starkregenvorsorge erforderlich. Unversiegelte Bereiche und vor allem Grün- und Spielflächen sind hier selten und müssen sich in der Regel den funktionalen Ansprüchen einer hochverdichteten Innenstadt unterordnen. 

Hannovers Innenstadt ist von Gebäuden aus den Fünfziger- bis Siebzigerjahren geprägt. Diese sind fast ausschließlich mit Flachdächern ausgestattet, die sich im Sommer aufheizen und keinen Regen zurückhalten. Begrünte Dächer können gegenüber nicht begrünten Dachflächen die Spitzenabflüsse von Regenwasser um mehr als 50 Prozent reduzieren und so die Mischwasserkanalisation in der Innenstadt bei Starkregenereignissen vor Überlastung schützen. Nicht zuletzt sind die Pflanzen auf den Dächern Nahrungsquelle und Lebensraum für viele Insekten und Spinnentiere, wovon wiederum viele Wirbeltiere, vor allem Vögel profitieren. 

Die ökologischen Verbesserungen durch neue Dachgärten sollen natürlich auch ästhetisch ansprechend und nutzbar für viele Menschen sein. So sollen neue Erlebnisorte mit Blick über die Stadt Hannover entstehen. Die "Roofwalks" bieten damit auch die Chance, die Aufenthaltsqualität in der City zu steigern, wichtige Impulse für den Einzelhandel in der Innenstadt zu geben und ein Alleinstellungsmerkmal für den Städtetourismus zu schaffen.

 

Der Dachgarten soll besondere Aufenthalts- und Erlebnisqualitäten bieten.

Pilotprojekt auf dem Parkhaus Schmiedestraße: ein 3.300 Quadratmeter großer Dachgarten für die City

Als Pilotprojekt des Programms City Roofwalks soll bis 2025 das oberste Parkdeck des Parkhauses Schmiedestraße in einen Dachgarten verwandelt werden. Wenige Schritte von Marktkirche und Altstadt entfernt soll so realisiert werden, was in der repräsentativen Befragung zum Innenstadtdialog 2021 am häufigsten gewünscht wurde: mehr Grün und Orte zum Verweilen in der Innenstadt. 

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Der Dachgarten soll Besucher*innen eine hohe Aufenthaltsqualität bieten und die City um einen attraktiven Ort mit besonderen Erlebnisqualitäten bereichern. Darüber hinaus soll die begrünte Fläche für Abkühlung sorgen und so das Stadtklima positiv beeinflussen. Das Niederschlagswasser soll gespeichert werden und direkt zur Bewässerung des Grüns nutzbar sein.
Zur Umsetzung dieses innovativen und in Deutschland bisher einzigartigen Projektes wird die Landeshauptstadt Hannover mit 2,7 Mio. Euro aus dem Bundesförderprogramm „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“ unterstützt. Insgesamt stehen 3 Mio. Euro für das Projekt zur Verfügung. Der Entwurfsprozess beginnt im Sommer 2022. 

Perspektive: Mit City-Roofwalks von Dach zu Dach

Damit nicht nur einzelne Dächer erlebbar sind, sollen zukünftig über und vor Gebäuden und Straßen angelegte "Roofwalks" als Dachverbindungen die neuangelegten Dachgärten miteinander verbinden und einen Spaziergang über der Innenstadt ermöglichen.

Bei Nutzung aller Synergien wird City Roofwalks ein Impulsprojekt mit hoher Strahlkraft sein, dass auch die touristischen Angebote bereichert. Aber nicht nur für Besucher*innen und Gäste der Stadt – auch für die Umweltbildung werden Programme mit Führungen zu den verknüpften Teilthemen erstellt. Als Highlight kann die Einbeziehung der bildenden und performativen Kunst, mit speziell für die Orte entwickelten Kunstwerken und Veranstaltungen, eine ganz neue Adresse für die Kulturinteressierten der Stadt und ihre Gäste herausbilden. 

Hintergrund

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Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen.