Kinder und Jugendliche können bei der U16-Wahl mitmachen - Hannover.de

Politische Bildung

Erste U16-Wahl in der Region startet am 24. August

Die Region schafft Raum für politische Beteiligung junger Menschen – 16 Kommunen beteiligen sich.

„Demokratie möglichst früh erlebbar machen“: Jens Palandt, Erster Regionsrat, und Regionsjugendpflegerin Nina Krüger bei der Vorstellung der ersten U16-Wahl in der Region Hannover. 

13.08.2026Die Vorbereitungen laufen, die Wahllokale stehen fest: In aktuell 16 der 21 regionsangehörigen Kommunen können Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren ab dem 24. August 2026 ihre Stimme bei der ersten U16-Wahl zur Kommunalwahl in der Region Hannover abgeben. Bis zum 4. September 2026 haben sie die Möglichkeit, sich mit politischen Themen auseinanderzusetzen, eine eigene Wahlentscheidung zu treffen und Demokratie ganz praktisch zu erleben. Die Region Hannover koordiniert die U16-Wahl überkommunal, die Umsetzung vor Ort liegt bei den Kommunen.


Wer kann wählen?

 
Die U16-Wahl richtet sich an alle Kinder und Jugendlichen unter 16 Jahren – eine Altersgrenze nach unten gibt es nicht. Entscheidend ist, dass die jungen Menschen in der Lage sind, sich eine eigene Meinung zu bilden und selbstständig ihre Stimme abzugeben. Gewählt wird wie bei einer Parteienwahl: Jede*r hat eine Stimme. Die U16-Wahl ist keine offizielle Wahl, die Stimmen fließen nicht in das Ergebnis der Kommunalwahl am 13. September ein. Dennoch sind die Ergebnisse politisch und gesellschaftlich relevant: Sie machen sichtbar, welche Themen und Parteien junge Menschen interessieren und wie sie auf kommunale Politik blicken. Dazu der Erste Regionsrat Jens Palandt: „Demokratie lebt davon, dass Menschen ihre Meinung einbringen und erleben, dass Beteiligung etwas bewirken kann. Das beginnt nicht erst mit dem 16. Geburtstag. Mit der U16-Wahl geben wir Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, Demokratie ganz praktisch kennenzulernen und ihre politische Stimme sichtbar zu machen. Ich freue mich sehr, dass sich 16 Kommunen beteiligen und jungen Menschen in der Region damit einen konkreten Raum für Mitbestimmung eröffnen.“


Welche Kommunen machen mit? 


Wahllokale gibt es in Burgdorf, Garbsen, Gehrden, Hemmingen, Isernhagen, Laatzen, der Landeshauptstadt Hannover, Langenhagen, Lehrte, Neustadt am Rübenberge, Ronnenberg, Seelze, Sehnde, Springe, Uetze und Wunstorf. Die meisten Wahllokale befinden sich in Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit. Damit ist die U16-Wahl dort verankert, wo junge Menschen ihre Freizeit verbringen und niedrigschwellig erreicht werden können. Auch Schulen können Wahllokale anbieten. Dabei ist wichtig, dass die Wahl freiwillig und frei von Gruppendruck stattfindet. „Politische Beteiligung muss für junge Menschen konkret und erlebbar sein. Genau das wollen wir mit der U16-Wahl ermöglichen“, sagt Regionsjugendpflegerin Nina Krüger. „Ein Stimmzettel, eine Wahlkabine, eine eigene Entscheidung – das sind ganz praktische Erfahrungen, die Demokratie greifbar machen. Gleichzeitig geht es um viel mehr als den Wahlakt: Die U16-Wahl ist ein Anlass, miteinander über Politik, unterschiedliche Interessen und demokratische Werte ins Gespräch zu kommen – in der Jugendarbeit, mit Freund*innen, in der Familie und im Alltag.“


Wie können sich Kinder und Jugendlichen beteiligen? 


Rund um die U16-Wahl können Kinder und Jugendliche an verschiedenen Aktionen und Angeboten zur Demokratiebildung teilnehmen. Die Region Hannover hat dafür unter anderem einen Methodenkoffer zur Demokratiebildung entwickelt, der von Einrichtungen ausgeliehen werden kann. Zusätzlich stehen Materialien zur politischen Bildung zur Verfügung, mit denen das Thema Wahlen und Demokratie in den Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit aufgegriffen werden kann. Auch die Wahl selbst kann zum Beteiligungsprojekt werden: In den Wahllokalen können junge Menschen beispielsweise in Wahlausschüssen mitwirken und so einen unmittelbaren Einblick in die Abläufe einer Wahl und in ehrenamtliches Engagement erhalten. „Wir möchten jungen Menschen nicht nur erklären, wie Demokratie funktioniert – wir möchten ihnen ermöglichen, sie selbst auszuprobieren“, so Krüger. „Wenn Jugendliche erleben, dass ihre Meinung gehört und ernst genommen wird, kann daraus langfristiges politisches Interesse entstehen. Und manchmal beginnt Demokratiebildung ganz einfach mit einem Gespräch am Küchentisch.“


Wie läuft die U16-Wahl ab?


Die Wahl findet vom 24. August bis 4. September 2026 statt. Gewählt wird mit Stimmzetteln in den registrierten Wahllokalen. Die Stimmen werden anschließend über eine Wahlsoftware erfasst und ausgewertet.

Die Stimmzettel sind voraussichtlich ab 14. August über die Wahlsoftware abrufbar. Sie unterscheiden sich eindeutig von den Stimmzetteln der offiziellen Kommunalwahl: Unter anderem werden Alter und Geschlecht der Wählenden abgefragt, zudem gibt es nur eine Stimme für eine Partei. Die Stimmzettel werden auf umweltweißem Papier in DIN A4 ohne Farbe gedruckt.

 Die Wahlergebnisse werden am 1. Oktober 2026, nach der Ergebnisfeststellung der Stichwahl zur offiziellen Kommunalwahl, veröffentlicht. Anschließend werden die Ergebnisse statistisch aufbereitet und gemeinsam mit jungen Menschen und Fachkräften diskutiert. Beim Netzwerktreffen Jugendbeteiligung am 21. November 2026 soll die U16-Wahl gemeinsam ausgewertet werden. Darüber hinaus werden die Ergebnisse in relevanten Arbeitskreisen und Gremien vorgestellt. Die daraus gewonnenen Impulse sollen auch in die zukünftige Planung von Projekten, Fortbildungen und Angeboten der Jugendbeteiligung und politischen Bildung einfließen. Weitere Informationen, eine Übersicht der Wahllokale und Antworten auf häufige Fragen zur U16-Wahl gibt es unter: www.team-jugendarbeit.de

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